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Euphorie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Euphorie · Nominativ Plural: Euphorien
Aussprache
WorttrennungEu-pho-rie
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Euphorie‹ als Erstglied: ↗Euphoriewelle · ↗euphorisch  ·  mit ›Euphorie‹ als Letztglied: ↗Masseneuphorie
eWDG, 1967

Bedeutung

Medizin heitere Gemütslage
a)
heitere Gemütslage eines Schwerkranken
Beispiele:
bei gewissen Krankheiten neigt der Patient zur Euphorie
In den letzten Stunden kommt es zu Euphorie. Sie fühlt sich wohl, sie ist wieder glücklich [SchnitzlerBernhardiIII]
b)
heitere Gemütslage eines Menschen, der unter Rauschgifteinwirkung steht
Beispiel:
bei einem Angetrunkenen tritt häufig eine Euphorie ein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Euphorie · euphorisch
Euphorie f. ‘Hochstimmung, Gefühl gesteigerten Wohlbefindens’. Griech. euphoría (εὐφορία) ‘Fähigkeit, etw. leicht zu ertragen’, auch ‘guter Ertrag, Gewandtheit’, abgeleitet von dem mit griech. eu- (εὐ-) ‘gut-, wohl-’ zum Verb griech. phérein (φέρειν) ‘tragen’ gebildeten Adjektiv griech. é͞uphoros (εὔφορος) ‘leicht zu tragen, leicht ertragend, ergiebig’, wird im 18. Jh. als Terminus der Medizin nlat. euphoria (im 19. Jh. eingedeutscht zu Euphorie) wieder aufgenommen, zunächst im Sinne von ‘Wohlbefinden, Wohlbekommen, Kurerfolg’, im 20. Jh. in der spezielleren Verwendung ‘gehobene Stimmung als Symptom bestimmter Krankheiten oder nach dem Genuß von Rauschmitteln’. In jüngster Zeit ist Euphorie auch in der Allgemeinsprache als ‘übersteigertes Hochgefühl’ gebräuchlich. Davon abgeleitet euphorisch Adj. (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Begeisterung · ↗Begeisterungsfähigkeit · ↗Enthusiasmus · ↗Entzücken · ↗Entzückung · Euphorie · ↗Freude · ↗Gefühlsüberschwang · ↗Hochstimmung · ↗Jubel · ↗Schwärmerei · ↗Spaß · ↗Vergnügen · ↗Verzückung · ↗Wohlgefallen · ↗Überschwang  ●  Spass  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Euphorie
Synonymgruppe
Euphorie · ↗Hochgefühl · ↗Hochstimmung · Jubelstimmung  ●  Festtagslaune  fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Antonyme
  • Euphorie

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anlaß Aufbruch Depression Ernüchterung New Economy abklingen allgemein anfänglich aufkommend ausbrechen bremsen dämpfen entfachen entfacht grenzenlos herrschen riesengroß umschlagen verfallen verfliegen verfrüht verfällen verpuffen versetzen voreilig vorwarnen warnen weichen überschäumend übertrieben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Euphorie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Deshalb verstehe ich auch manchmal nicht diese Euphorie, da unbedingt mitmachen zu wollen.
Die Welt, 30.08.2004
Aber er ist wohl auch ein Opfer der Euphorie der ersten Jahre.
Der Tagesspiegel, 08.06.2003
Woher konnte er in dieser grauen, nassen Stadt etwas Euphorie beziehen?
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 299
Diese Euphorie ist durchaus nicht etwa nebensächlich und gleichgültig, sondern bedingt wesentlich die Funktion der menschlichen Organe.
Grotjahn, Alfred: Alkoholismus. In: ders. u. J. Kaup (Hgg.), Handwörterbuch der sozialen Hygiene, Leipzig: Vogel 1912, S. 4
Als dann drei Tage später die Mauer fiel, hatte sich meine Euphorie verflüchtigt.
Hasselbach, Ingo u. Bonengel, Winfried: Die Abrechnung, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1993], S. 35
Zitationshilfe
„Euphorie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Euphorie>, abgerufen am 16.02.2019.

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