Eventualität, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Eventualität · Nominativ Plural: Eventualitäten
Aussprache 
Worttrennung Even-tu-ali-tät · Even-tua-li-tät
Herkunft Französisch
eWDG, 1967

Bedeutung

möglicherweise eintretender Fall
Beispiel:
daß die guten Fräuleins ... an diese Eventualität gedacht haben [ BrechtPuntila9]
umgangssprachlich alle Eventualitäten
Beispiele:
alle Eventualitäten bedenken
auf alle Eventualitäten vorbereitet sein
sich gegen alle Eventualitäten sichern
für alle Eventualitäten den Regenumhang mitnehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

eventuell · Eventualität
eventuell Adj. ‘möglich, unter Umständen eintretend’ (nur attributiv), häufig Adv. ‘vielleicht, möglicherweise, unter Umständen’. Zu lat. ēventus ‘Ausgang, Erfolg, Ereignis’ (dieses von lat. ēvenīre ‘hervorkommen, enden, sich ereignen’, einer Präfixbildung zum Verb lat. venīre ‘kommen’) wird in der Kanzleisprache ein Adjektiv nlat. eventualis ‘zufällig, möglich’ geprägt, das Anfang des 18. Jhs. zu eventual eingedeutscht wird. Ende 18. Jhs. tritt diese Form hinter eventuell zurück, einer Entlehnung von frz. éventuel ‘etwaig, möglich, zufällig’, das ebenfalls nlat. eventualis voraussetzt. Als Adverb kommt bereits im 17. Jh. die Bildung nlat. eventualiter in dt. Texten vor; sie ist noch im ausgehenden 19. Jh. durchaus gebräuchlich, doch findet sich von der Mitte des 19. Jhs. an auch adverbielle Verwendung von eventuell. Eventualität f. ‘möglicherweise eintretender Fall’ (19. Jh.), nach gleichbed. frz. éventualité, aber mit in Analogie zu ursprünglich lat. Substantiven umgebildeter Endung; jetzt oft im Plur. alle Eventualitäten üblich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Chance · Eventualität · ↗Möglichkeit · ↗Risiko · ↗Unwägbarkeit
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Eventualität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Eventualität‹.

Verwendungsbeispiele für ›Eventualität‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und je kleiner der Betrieb ist, desto weniger vorbereitet ist er auf Eventualitäten.
Die Welt, 23.12.1999
Gewiß sah man dieser Eventualität hier nicht sonderlich froh entgegen.
Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 08.03.1918
Auf eine solche Eventualität müsse man vorbereitet sein und reagieren.
Nr. 117: Arbeitsfrühstück Kohl mit Mitterrand vom 9. Dezember 1989. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 22476
Damit soll die Eventualität, daß man dem Willen des Volkes auch auf anderem als dem parlamentarischen Wege Ausdruck geben kann, keineswegs bestritten werden.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1928, S. 625
Es ist besser, sicher zu gehen und alle Eventualitäten sorgsam vorher zu bedenken.
Schwarz, Peter-Paul (Hg.), Gepflegte Gastlichkeit, Wiesbaden: Falken-Verl. Sicker 1967, S. 27
Zitationshilfe
„Eventualität“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Eventualit%C3%A4t>, abgerufen am 25.11.2020.

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