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Ewigkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ewigkeit · Nominativ Plural: Ewigkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Ewig-keit
Wortbildung  mit ›Ewigkeit‹ als Erstglied: Ewigkeitssonntag · Ewigkeitswert
Mehrwortausdrücke  für Zeit und Ewigkeit

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. zeitliche Unendlichkeit
  2. 2. [dichterisch] das Unvergängliche, Göttliche
    1. [gehoben, verhüllend] ...
  3. 3. [übertrieben] sehr lange Zeit
eWDG

Bedeutungen

1.
zeitliche Unendlichkeit
Beispiele:
biblischvon Ewigkeit zu Ewigkeit
dichterisch Ewigkeit geschwornen Eiden, / Wahrheit gegen Freund und Feind [ SchillerAn die Freude]
dichterischO, daß ein solcher Augenblick nicht Ewigkeiten währen kann [ GoetheLehrjahre7,232]
biblischDenn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit [ Vaterunser]
2.
dichterisch das Unvergängliche, Göttliche
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
ein Schauer der Ewigkeit umfing ihn beim Anblick des nächtlichen Sternenhimmels
Ich spürte nur einen … Hauch der Ewigkeit durch die dämmernde Stube fluten [ HesseCamenzind1,249]
gehoben, verhüllend
Beispiele:
in die Ewigkeit abberufen werden (= sterben)
weil die Ewigkeit (= der Tod) heranrücke, sei sie während ihrer Generalbeichte darauf zu reden gekommen [ DürrenmattVersprechen218]
3.
übertrieben sehr lange Zeit
Beispiele:
die Stunden bis zum Wiedersehen wurden ihr zur Ewigkeit
der schreckliche Augenblick dünkte ihn eine Ewigkeit
daran werde ich bis in alle Ewigkeit denken
umgangssprachlich, abwertenddas dauert ja eine (kleine, halbe) Ewigkeit bei dir!
umgangssprachlich, abwertendwir warten schon eine Ewigkeit auf dich!
umgangssprachlich, abwertendsie braucht mal wieder eine Ewigkeit dazu!
umgangssprachlichich habe eine Ewigkeit nichts mehr von ihm gehört
umgangssprachlichdas ist doch schon eine Ewigkeit her
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

ewig · Ewigkeit · ewiglich
ewig Adj. ‘kein Ende habend, endlos dauernd, unvergänglich’, ahd. ēwīg (8. Jh.), mhd. ēwic, asächs. ēwig, mnd. mnl. ēwich, nl. eeuwig, afries. ewch, ewig, iowich. Das nur im Kontinentalwestgerm. nachzuweisende Adj. ist abgeleitet von einem Subst. germ. *aiwi-, das in ahd. (9. Jh.), asächs. anfrk. ēwa, mhd. mnd. mnl. ēwe ‘Ewigkeit’, heute nur noch in nl. eeuw ‘Jahrhundert, Zeitalter’ erhalten und vielleicht mit dem unter Ehe (s. d.) dargestellten Wort sowie mit aengl. ǣ ‘Leben’ identisch ist. Es läßt sich ebenso wie das Adverb ahd. io, eo, mhd. ie ‘immer’ (s. je), wie got. aiws ‘Zeit, Ewigkeit’, anord. ǣvi ‘Ewigkeit, Lebenszeit’ und die außergerm. Entsprechungen lat. aevum, griech. aiṓn (αἰών) ‘Zeit, Lebenszeit, Ewigkeit’, aind. ā́yuḥ ‘Lebenskraft’ an die Wurzel ie. *aiu̯-, *ai̯u- ‘Lebenskraft’ anschließen. Im Dt. wird ewig schon bei Notker, häufiger jedoch erst vom 18. Jh. an auch außerhalb des christlichen Bereichs verwendet. – Ewigkeit f. ‘unendliche Dauer, Unvergänglichkeit’, im christlichen Sprachgebrauch auch ‘ewiges Leben nach dem Tode’, ahd. ēwī̌gheit (um 1000, jüngere Bildung neben ahd. ēwa, s. oben), mhd. ēwic-, ēwecheit, frühnhd. ewigheit, ewikeit, ewigkeit, nl. eeuwigheid. ewiglich Adv. ‘ewig, in Ewigkeit’, im jüngeren Nhd. nur noch bei bewußter Anlehnung an die Sprache der Bibel üblich, ahd. ēwī̌glīhho, ēwī̌glīhhūn (um 1000), mhd. ēwic-, ēweclīche, frühnhd. ewiglich(en); daneben auch mhd. ēwic-, ēweclich, frühnhd. ewiglich (bis ins 18. Jh.) mit adjektivischer Funktion.

Thesaurus

Synonymgruppe
Weltalter · Zeitalter · sehr langer Zeitraum · Ära  ●  Äon(en)  auch figurativ · Ewigkeit  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ewigkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ewigkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ewigkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eigentlich müßte er so bis in alle Ewigkeit dünner werden. [Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 47]
Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis er den Mut hatte, ihn anzusehen. [Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 287]
In der Ordnung der Ewigkeit ist das Sein als Zeit aufgehoben. [Taubes, Jacob: Abendländische Eschatologie, München: Matthes und Seitz, 1991 [1947], S. 379]
Die Zeit schien still zu stehen, Ewigkeiten dünkten uns die Minuten. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 5129]
Vor drei Jahren noch schienen sie auf Ewigkeit zu verharren. [Die Zeit, 17.02.2000, Nr. 8]
Zitationshilfe
„Ewigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ewigkeit>.

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