Exklusion, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Exklusion · Nominativ Plural: Exklusionen · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [ɛkskluˈzi̯oːn]
Worttrennung Ex-klu-si-on
Herkunft zu exclūderelat ‘ausschließen’
Wahrig und DWDS

Bedeutungen

1.
Pädagogik, Soziologie benachteiligende Ausgrenzung von Personen oder Gruppen, besonders von Immigranten und Menschen mit Behinderung, aus dem schulischen und gesellschaftlichen Leben; Verweigerung der gesellschaftlichen Teilhabe
Gegenwort zu Inklusion (1), siehe auch Ausgrenzung (2)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die soziale Exklusion
Beispiele:
Exklusion bedeute[t] wörtlich Ausschluss oder Ausgrenzung und durch soziale Exklusion werden Menschen die Chancen auf soziale Teilhabe verwehrt. [Inklusion, 02.08.2016, aufgerufen am 15.02.2017]
Wie intensiv die Partei [AfD] mittels In‑ und Exklusion gesellschaftlicher Gruppen eine kollektive Identität unter ihrer Anhängerschaft konstruieren will, offenbart sich auf Social Media. [Der Tagesspiegel, 29.08.2021]
Weniger sollten sog. »Rückführungsabkommen« und Abschiebeflüge auf der politischen Agenda stehen, als vielmehr die Problematisierung der gesellschaftlichen Exklusion von Asylsuchenden sowie die grassierenden rassistischen Ressentiments. [Zendegi, 08.04.2016, aufgerufen am 16.02.2017]
Von den Beteiligungsmöglichkeiten, die die Kommune den Migranten und Flüchtlingen eröffnet, hängt ab, ob das Quartier nachhaltig zu einem Ort der sozialen Exklusion wird oder ob die Bevölkerungsgruppen eine Perspektive für ihre Integration und ihr weiteres Leben in Deutschland erhalten. [Wegweiser Kommune – Der Blog, 27.07.2015, aufgerufen am 14.02.2017]
Die Globalisierung geht mit einem Prozess der Exklusion einher, und die Verlierer stehen am Ende schlechter da. [Die Zeit, 19.11.2001]
Die Steigerung der Arbeitsproduktivität ist mit einem »Niedrigstlohnprinzip« erkauft, dessen Preis soziale Exklusionen sind. [Der Standard, 03.08.2004] ungewöhnl. Pl.
2.
seltener, bildungssprachlich (gedankliche) Ausgrenzung, Ausschließung
Gegenwort zu Inklusion (2)
Beispiele:
Dass der Musikbetrieb, um […] auf die Vorwürfe der Exklusion zeitgenössischer Komponisten einzugehen, ein konservativer ist, erfüllt den Tatbestand einer ausgeleierten Binsenwahrheit. [Die Welt, 18.09.2020]
Die Inklusion, von der die vorgeblichen Menschenfreunde so gerne schwärmen, erweist sich als radikale Exklusion, als Ausgrenzung unliebsamer Gedanken und Milieus mit dem Ziel, ein neues, homogenes Gemeinwesen zu schaffen. [Neue Zürcher Zeitung, 06.07.2021]
Zudem brauche es dem britischen Historiker Timothy Garton Ash zufolge »robuste Zivilität statt moralisierender Exklusion und einschränkender Political Correctness«. [Der Tagesspiegel, 17.06.2021]
Und so scheint es […] logisch, dass in diesen Tagen der Spekulationen über die Nachfolge des Papstes kein einziges Wort über die Exklusion von Frauen fällt, die offenbar – abgesehen von der Rolle der Pfarrersköchin […] – keine einflussreiche Rolle spielen sollen. [Der Standard, 15.02.2013]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Ausgrenzung · Aussonderung · Desintegration  ●  Exklusion  fachspr.
Antonyme

Typische Verbindungen zu ›Exklusion‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Exklusion‹.

Zitationshilfe
„Exklusion“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Exklusion>, abgerufen am 27.10.2021.

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