Exzess, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Exzesses · Nominativ Plural: Exzesse
Aussprache 
Worttrennung Ex-zess
Ungültige Schreibung Exzeß
Rechtschreibregeln § 2
Wortbildung  mit ›Exzess‹ als Erstglied: ↗exzesshaft · ↗exzessiv  ·  mit ›Exzess‹ als Letztglied: ↗Alkoholexzess · ↗Gewaltexzess · ↗Saufexzess
Herkunft aus gleichbedeutend excessusspätlat, excessuslat ‘das Herausgehen, Abweichen, Abschweifung’ < excēderelat ‘herausgehen, ein bestimmtes Maß überschreiten’ < exlat ‘aus, heraus’ (ex-¹) + cēderelat ‘gehen, weichen’
eWDG

Bedeutung

Maßlosigkeit, Ausschreitung
Beispiele:
etw. bis zum Exzess treiben
sie steigerte sich in ihren Ausdrücken bis zum Exzess
Exzesse der Gewalt (= Gewalttätigkeiten)
die Bürokratie als ein typisch deutsches Laster anzusehen, als einen Exzeß des deutschen Ordnungs‑ und Organisationstriebes [ Feuchtw.Teufel49]
Ausschweifung, Sittenlosigkeit
Beispiele:
seine überreizten Nerven brauchten Orgien und Exzesse
sinnliche Exzesse
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Exzeß · exzessiv
Exzeß m. ‘Ausschreitung, Überschreitung gebotener Grenzen’, Entlehnung (16. Jh.) von gleichbed. spätlat. excessus, lat. ‘das Herausgehen, Abweichen, Abschweifung’, einer Abstraktbildung zu lat. excēdere (excessum) ‘herausgehen, ein bestimmtes Maß überschreiten’, zu lat. cēdere ‘gehen, schreiten, ausscheiden, weichen’ und ↗ex- (s. d.). exzessiv Adj. ‘übertrieben, ausschweifend, maßlos’, entlehnt (16. Jh.) aus gleichbed. nlat. excessivus, gebildet zu lat. excessus (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Zuviel (an) · Exzess · ↗Füllhorn (an) · ↗Grenzenlosigkeit · ↗Schrankenlosigkeit · ↗Unmaß · ↗Unmenge (an) · ↗Überangebot · ↗Überfluss · ↗Überfülle · ↗Übermaß  ●  ↗Orgie (...orgie)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Exzess‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Exzess‹.

Verwendungsbeispiele für ›Exzess‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es gab überall Demonstrationen, und dabei sind Exzesse vorgekommen, die sehr entschieden zu bedauern sind.
Die Zeit, 19.11.1953, Nr. 47
Ich bezahlte meine früheren Exzesse mit einer immer schlechteren Verfassung.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 353
Für 2004 sollten Sie sich ein paar handfeste Exzesse vornehmen.
Süddeutsche Zeitung, 31.12.2003
Doch sie tauchte aus diesen »Exzessen«, wie sie es für sich nannte, jedesmal gestärkt wieder auf.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 13
Vielleicht müsste man diese Exzesse in beiden Richtungen einfach vergessen.
Der Tagesspiegel, 18.05.2001
Zitationshilfe
„Exzess“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Exzess>, abgerufen am 21.06.2021.

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