Fächer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fächers · Nominativ Plural: Fächer
Aussprache
WorttrennungFä-cher
Wortbildung mit ›Fächer‹ als Erstglied: ↗-fächerig · ↗Fächerbesen · ↗Fächerfenster · ↗Fächerflügler · ↗Fächerpalme · ↗Fächerstadt · ↗fächerartig · ↗fächerförmig
 ·  mit ›Fächer‹ als Letztglied: ↗Elfenbeinfächer · ↗Faltenfächer · ↗Faltfächer · ↗Federfächer · ↗Kartenfächer · ↗Kartenspielfächer · ↗Rundfächer · ↗Schwemmfächer
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
faltbarer Gegenstand, der, auseinandergefaltet, einer Dame zum Zufächeln kühlender Luft dient
Beispiele:
ein bunt bemalter, geschnitzter Fächer
ein Fächer aus Federn, Elfenbein, Holz
den Fächer entfalten, öffnen, schließen, zusammenlegen
umgangssprachlich den Fächer aufklappen
sich mit dem Fächer Kühlung zufächeln
dem Nachbarn etw. hinter dem vorgehaltenen Fächer zuflüstern
Hinter manchem Fächer verbirgt sich ein Lächeln, Herren tauschen maliziöse Blicke [St. ZweigBalzac147]
2.
übertragen Dinge, die einem Fächer äußerlich ähnlich sind
a)
Jägersprache spreizbares Schwanzgefieder (des Pfaus, des Auerhahns)
Beispiel:
der Pfau spreizt den Fächer, den Schwanz zum Fächer
b)
Wedel der Fächerpalme
Beispiel:
Palmen ... deren Schäfte und Fächer sich manchmal bis dicht unter die gläserne Decke erhoben [Th. MannKönigl. Hoheit7,223]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fachen · anfachen · entfachen · fächeln · Fächer · fächern2
fachen Vb. ‘(ein Feuer) anzünden, anblasen, zum Brennen bringen’, frühnhd. fochen (15. Jh.), mnd. vāken scheint entlehnt zu sein aus mlat. focare ‘anbrennen, anzünden, durch Feuer verwüsten’ (zu lat. focus ‘Feuerstätte des Herdes’). Der Stammsilbenvokal geht schon früh (s. unten anfachen), endgültig im 18. Jh. in a über, vielleicht unter nd. md. Einfluß sowie in Anlehnung an die oft lautähnlichen Formen von ↗anfangen (s. d.). Heute vor allem in den Präfixverben anfachen Vb. (15. Jh.) und entfachen Vb. ‘schüren, entflammen, entzünden’ (19. Jh.) gebräuchlich. fächeln Vb. ‘(kühle) Luft heranblasen, zuwehen’ (vereinzelt 16. Jh.), wohl iterativ zu fachen gebildet und später beeinflußt von Fächer m. ‘Wedel, durch dessen Bewegung ein Luftstrom erzeugt wird’, frühnhd. focker, focher, föcher ‘Blasebalg, Wedel zum Inganghalten des Feuers’ (15. Jh.), abgeleitet von fachen (s. oben), wenn nicht entlehnt aus lat. focārius ‘wer sich um das Herdfeuer bemüht’. Seit dem 17. Jh. übliches Fächer wird gleichzeitig Bezeichnung für den aus Frankreich übernommenen faltbaren Wedel, mit dem man sich zur Kühlung Luft zuwedelt. Dazu fächern2 Vb. ‘sich kühlende Luft zuwehen’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Betriebswirtschaft Biologie Fächergruppe Informatik Jus Lehrermangel Mathematik Sozialwissenschaft Studienanfänger abwählen allgemeinbildend berufsbildend geisteswissenschaftlich gesellschaftswissenschaftlich ingenieurwissenschaftlich mathematisch musisch nachgefragt naturwissenschaftlich philologisch sozialwissenschaftlich spreizen unterrichten verschließbar vorklinisch wedeln wirtschaftswissenschaftlich zufächeln zulassungsbeschränkt zulassungsfrei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fächer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber in anderen Fächern sieht es schlechter aus, ganz übel bei Englisch.
Süddeutsche Zeitung, 12.06.2004
Auf die neun zulassungsfreien Fächer seien 5000 Bewerber gekommen, fünfmal so viel wie sonst in diesen Fächern.
Der Tagesspiegel, 16.10.2003
Die Ausbildung der Lehrer für berufliche Fächer erfolgt in den Staatlichen Berufspädagogischen Einrichtungen.
Schaub, Horst u. Zenke, Karl G.: Dänemark. In: dtv-Wörterbuch Pädagogik [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1995], S. 893
Mit elf Jahren errang er in beiden Fächern einen ersten Preis.
Linden, Albert Van der: Grumiaux. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1956], S. 34718
Über die anderen mochten die Lehrer sich rasch in den bedenklichen Fächern schlüssig werden.
Wilamowitz-Moellendorff, Ulrich von: Erinnerungen 1848-1914. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1928], S. 7559
Zitationshilfe
„Fächer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fächer>, abgerufen am 19.07.2019.

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