Fähnrich, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fähnrichs · Nominativ Plural: Fähnriche
Aussprache 
Worttrennung Fähn-rich
Wortbildung  mit ›Fähnrich‹ als Letztglied: ↗Oberfähnrich

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. [Militär] Offiziersanwärter
  2. 2. [historisch] Fahnenträger des mittelalterlichen Heeres
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Militär Offiziersanwärter
Beispiel:
als er bei Kriegsausbruch als Fähnrich in die Armee eintrat [SeghersDie Toten6,21]
2.
historisch Fahnenträger des mittelalterlichen Heeres
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fahne · Fähnchen · Fähnlein · Fähnrich
Fahne f. ‘an einer Stange als Kennzeichen befestigtes Tuch, Banner’, ahd. fano m. ‘Tuch’ (vgl. brust-, hals-, sweiʒfano), dann auch ‘Feldzeichen, Banner, unter einer Fahne stehende Heeresabteilung’ (um 800), mhd. van(e) m. (und auch f.), asächs. fano, mnd. vāne, mnl. vāne, vaen, nl. vaan, aengl. fana m. (engl. vane ‘Wetterfahne’), anord. fani m., got. fana m. ‘Lappen, Schweißtuch’ gehen mit lat. pannus ‘Tuch, Lappen’ und griech. pḗnos (πήνος) ‘Gewebe’ auf die Wurzel ie. *pā̌n- ‘Gewebe’ zurück. Noch gegen Ende des 18. Jhs. wird Fahne auch als Maskulinum gebraucht. Die Entwicklung von ‘Tuch’ zu ‘Banner, Feldzeichen’ beruht wohl auf Kürzung des Kompositums ahd. gundfano ‘Kampftuch, Kriegsbanner’ (9. Jh.); vgl. auch aengl. gūþfana, anord. gunnfani und die Entlehnungen frz. gonfanon, gonfalon, ital. gonfalone (vgl. aengl. gūþ, anord. gunnr, guðr ‘Kampf’). Redensartlich mit fliegenden Fahnen übergehen ‘ostentativ und geschlossen zum Feinde überwechseln’, übertragen ‘plötzlich und grundsätzlich seinen Standpunkt ändern’ (17. Jh.). Seit dem 17. Jh. bezeichnet Fahne (wegen der vergleichbaren länglichen Form) auch den noch nicht umbrochenen ‘Korrekturabzug’ des Druckers. Fähnchen n. ‘militärische Abteilung’ (16. Jh.) für älteres Fahne; ‘billiges leichtes Kleid’ (18. Jh.). Fähnlein n. ‘kleine Fahne’, seit dem 16. Jh. übliche Bezeichnung für die unter einer Fahne als Feldzeichen Kämpfenden, ‘militärische Abteilung’. Fähnrich m. ‘Fahnenträger’, militärischer Rang (16. Jh.), mit Gleitlaut -d- auch Fähndrich; frühnhd. venrich wird (wie Wüterich) analog zu Personennamen (vgl. Dietrich) gebildet; vgl. anders gebildetes ahd. faneri, mhd. venre, vener, vaner; heute noch schweiz. Venner.

Typische Verbindungen zu ›Fähnrich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fähnrich‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fähnrich‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Ecke, die Decke über den Kopf gezogen, liegt unbeweglich ein Fähnrich.
Die Welt, 02.10.1999
Und ähnlich werde ich mich vielleicht diesen Fähnrichen gegenüber so ausgesprochen haben.
o. A.: Einhundertsechsundzwanzigster Tag. Freitag, 10. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 20210
Der Fähnrich A. D. achtete darauf, nicht aufzufallen, und entbehrte weiter nichts.
Die Zeit, 23.10.1959, Nr. 43
Die Fähnriche aber sprachen ihm zu, tapfer und unverzagt zu sein, sie verhießen ihm, auf halbem Wege entgegenzulaufen und ihn zu erledigen.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 449
Fähnrich in der Reserve Bärenstein erhob sich vorschriftsmäßig, aber gravitätisch.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 81
Zitationshilfe
„Fähnrich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/F%C3%A4hnrich>, abgerufen am 12.08.2020.

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