Förderschule, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Förderschule · Nominativ Plural: Förderschulen
Aussprache [ˈfœʁdɐˌʃuːlə]
Worttrennung För-der-schu-le
Wortzerlegung  fördern1 Schule
ZDL-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Pädagogik Schule (1) für Kinder und Jugendliche, die körperlich oder geistig behindert oder in ihren Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten beeinträchtigt sind und besonderen Förderunterricht erhalten
siehe auch Sonderschule
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: eine Förderschule besuchen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: eine Förderschule für Körperbehinderte, Behinderte
in Präpositionalgruppe/-objekt: Lehrer, Schüler an einer Förderschule
Beispiele:
Die einen sehen in ihnen einen Schonraum, die anderen ein Abstellgleis: Förderschulen im Bereich Lernen gehören zu den umstrittensten Einrichtungen des Schulsystems. [Die Welt, 21.12.2018]
Aus der »Hilfsschule« wurde erst die Sonder‑, dann die Förderschule. Die Pädagogik der Isolation blieb dieselbe. [Die Zeit, 07.09.2009, Nr. 36]
Menschen mit Behinderung werden in Deutschland schon von Kindesbeinen an aussortiert. Sie landen in Förderkindergärten, Förderschulen, später in Berufsbildungswerken und dann in Behindertenwerkstätten. [Die Welt, 16.04.2019]
Auch in der Hansestadt würden Schüler, die zur Einschulung erkennbare – auch sprachliche – Entwicklungsrückstände zeigten, nicht auf normale Grundschulen eingeschult, sondern erhielten Empfehlungen für den Besuch einer Förderschule. [Die Welt, 06.04.2006]
Er hat Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, und geht daher auf eine Förderschule. [Die Zeit, 06.04.2005]
Die Umbenennung der Sonderschule für Lernbehinderte in Förderschule ist ebenso wie die verstärkte Kooperation zwischen Grundschulen und Förderschulen bildungspolitischer Ausdruck dieser Sichtweise [frühzeitig zu fördern, Lernbeeinträchtigungen und soziale Benachteiligungen zu mildern und individuelle Hilfen anzubieten]. [Schaub, Horst / Zenke, Karl G., Lernbehinderung, in: Wörterbuch zur Pädagogik, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1995, S. 1390]
2.
historisch Schule für Aussiedlerkinder, die zu ihrer sprachlichen und kulturellen Integration besonderen Förderunterricht erhalten
Beispiele:
Förderschulen sind als ein ergänzendes Angebot zu den schulischen Fördermöglichkeiten der Regelschule zu verstehen. Jugendliche Aussiedler sind hier im Internat untergebracht. […] Die Verweildauer in der Förderschule beträgt für Jugendliche, die noch in eine öffentliche Schule wechseln, ca. ein Jahr. Für diejenigen, die an der Förderschule ihren Schulabschluss […] ablegen, beträgt sie in der Regel zwei bis drei Jahre […]. [Abel, Kristina, Junge Spätaussiedler in Deutschland, München: GRIN 2013, S. 32]
Er beherbergt Förderschulen für Aussiedlerkinder, von der Hauptschule bis zum Gymnasium, außerdem die einzige Lernbehinderten‑Sonderschule für Aussiedlerkinder in der Bundesrepublik. Hinzu kommen Sprachintensivkurse und verschiedene Berufsbildungsmaßnahmen. [Die Zeit, 19.05.1989, Nr. 21]
In einer deutschen Familie, aber in Polen aufgewachsen und zur Schule gegangen, verstehen sie zwar Deutsch, aber sind der Sprache nicht mächtig. Die Zahl der Förderschulen, die sich ihrer annehmen sollen, reicht nicht aus; sie wird für die ganze Bundesrepublik mit nicht mehr als 72 angegeben. [Die Zeit, 02.04.1971]

letzte Änderung:

Thesaurus

Synonymgruppe
Förderschule · Sonderschule  ●  Hilfsschule  veraltet · Dackelschule  ugs., veraltet, schwäbisch · Hammeruni  derb · Klippschule  ugs., abwertend, variabel
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Förderschule‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Förderschule‹.

Zitationshilfe
„Förderschule“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/F%C3%B6rderschule>, abgerufen am 18.10.2021.

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