Försterei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Försterei · Nominativ Plural: Förstereien
Aussprache 
Worttrennung Förs-te-rei
Wortzerlegung Förster -ei
Wortbildung  mit ›Försterei‹ als Letztglied: Oberförsterei · Revierförsterei
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Dienststelle eines Försters
2.
Gebäude, in dem eine Försterei untergebracht ist
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Forst · Förster · Försterei · aufforsten · durchforsten · Forstmeister
Forst m. ‘bewirtschafteter Wald, Staatswald’. Die Etymologie von ahd. forst (um 800), mhd. forst, vorst ist trotz verschiedener Deutungsversuche ungeklärt. Vertreter einer germ. Herkunft des Wortes sehen in ahd. forst (aus *forhist, das im merowingischen Westfranken sein h verliert) eine Ableitung mit st-Suffix von dem in ahd. for(a)ha, nhd. Föhre (s. d.) bewahrten Baumnamen. Danach ist Forst ursprünglich als ‘Föhren-, Nadelwald’ zu verstehen. Bei dieser Herleitung bleibt jedoch die von Anfang an bezeugte rechtsterminologische Bedeutung ‘dem König zu Jagd, Rodung und Holzschlag vorbehaltener Wald’ (vgl. ahd. forst ‘Bannwald, unter Aufsicht stehender königlicher Wald’) unberücksichtigt. Daher wird von anderen eine Entlehnung aus dem Galloroman. angenommen. Dem afrz. forest ‘Wald, der dem König vorbehalten ist’, dann ‘ausgedehnter Wald’ (frz. forêt) geht mlat. forestis ‘Gebiet, das dem König zum Jagen und Fischen vorbehalten bleibt, Königswald’ voraus, das in den langobardischen Gesetzen und den karolingischen Kapitularien gut bezeugt ist. Mlat. forestis (aus *forestis silva?), das als Ableitung entweder von lat. forum ‘Gericht, Gerichtshof’ oder von lat. forīs ‘draußen, außerhalb eines Ortes’ (zu foris ‘Tür’) aufgefaßt wird, ist dann als ‘das außerhalb (der freien Jagd) Liegende; Wald, der der königlichen Gerichtsbarkeit unterstellt ist und außerhalb der allgemeinen Nutzung steht’ zu deuten. Schließlich wird für mlat. forestis, afrz. aprov. forest auch Herkunft aus kelt. *dvorestu- (mit Latinisierung des Suffixes zu -estis) erwogen. Vgl. Kaspers in: Wiss. Zs. KMU Leipzig, Ges.-wiss. Reihe 7 (1957/58) 86 ff. Förster m. ‘höherer Forstangestellter’, ahd. forstāri (10. Jh.), mhd. forstære; vgl. mlat. forestarius. Försterei f. ‘Amtssitz und Wohnung des Försters’ (19. Jh.). aufforsten Vb. ‘abgeholzte Waldflächen neu bepflanzen’, durchforsten Vb. ‘Waldbestand lichten’ (beide 19. Jh.). Forstmeister m. ‘Leiter eines Forstamtes’, mhd. forstmeister ‘(Ober)förster’.

Typische Verbindungen zu ›Försterei‹ (berechnet)

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Försterei‹.

Verwendungsbeispiele für ›Försterei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er kannte alle Dörfer in der Umgebung, alle Handwerker, alle Förstereien. [Wiechert, Ernst: Das einfache Leben, München: Ullstein Taschenbuchverl. 2000 [1946], S. 152]
Wenn er losbrüllt, zittern sogar die Bäume in der Alten Försterei. [Bild, 15.12.2005]
Diese Töne hören die Fans von der "Alten Försterei" gern. [Bild, 15.07.2003]
Dann hätte er seine Klasse schon mal in der Alten Försterei beweisen können. [Bild, 22.01.2003]
Heute steppt ab 12 Uhr in der Alten Försterei der Bär. [Bild, 03.08.2002]
Zitationshilfe
„Försterei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/F%C3%B6rsterei>.

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