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Füllhorn, das

Grammatik Substantiv (Neutrum)
Aussprache 
Worttrennung Füll-horn
Wortzerlegung füllen Horn
eWDG

Bedeutung

mit Früchten, Blumen gefülltes Horn
gehoben, bildlich Überfluss
Beispiele:
das Füllhorn des Glücks
das unerschöpfliche Füllhorn der Natur
er spendete freigebig aus dem Füllhorn seines Wissens
Nun schüttete Taubenhaus ein wahres Füllhorn von Reichtümern über die Stadt aus [ Kellerm.Totentanz116]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fülle · füllig · Füllhorn · füllen · Füller · Füllfederhalter · Füllsel · Füllung
Fülle f. ‘Zustand des Vollseins, Menge, Umfang’, ahd. fullī, follī ‘Fülle, Sattheit, Sättigung’ (8. Jh.), mhd. mnd. vülle, aengl. fyllu, engl. fill, anord. fylli, got. (in der Zusammensetzung) ufarfullei ‘Überfülle’ ist Abstraktbildung (germ. *fullin-) zu dem unter voll (s. d.) abgehandelten Adjektiv. – füllig Adj. ‘beleibt, dick’, im 16. Jh. Übersetzung von lat. farsilis ‘gefüllt’. Füllhorn n. (Günther 1723), älter (17. Jh.) Horn der Fülle für lat. cornū cōpiae, ursprünglich ‘das Horn überreichen Segens’, bereits in antiker Darstellung ein mit Früchten und Blumen übervoll gefülltes Horn als Sinnbild des Überflusses und Reichtums. füllen Vb. ‘vollmachen’, ahd. fullen (8. Jh.), mhd. mnd. vüllen, asächs. fullian, mnl. nl. vullen, aengl. fyllan, engl. to fill, anord. schwed. fylla, got. fulljan ist eine faktitive Ableitung von dem unter voll (s. d.) behandelten Adjektiv. Füller m. ‘wer etw. füllt, vollmacht’, spätmhd. vüller ‘Fresser und Säufer, wer Mörtel einfüllt und den Maurern zuträgt, Schankwirt’; Kurzform (20. Jh.) für Füllfederhalter m. nach voraufgehenden Füllfeder, Füllhalter. Füllsel n. ‘zum Füllen Dienendes ohne besonderen Wert’ (15. Jh.), s. das Suffix -sal, -sel. Füllung f. ‘das Füllen, ausfüllender Inhalt’, spätmhd. vüllunge ‘Anfüllung, Völlerei’; heute auch Kurzwort für Zahnfüllung (20. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Füllhorn‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Füllhorn‹.

Verwendungsbeispiele für ›Füllhorn‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Anstatt Wein wird uns Met aus einem Füllhorn in den Mund gegossen. [Die Zeit, 20.05.1999, Nr. 21]
Es war die Zeit des Füllhorns, Brot für die Welt. [Die Zeit, 10.01.2011, Nr. 02]
Für mich erschöpft sich die Funktion des Amtes aber nicht darin, Füllhörner auszuschütten. [Die Zeit, 21.10.2002, Nr. 42]
Das Füllhorn Neue Medien enthält so viele Überraschungen, daß es schwerfällt, den Überblick zu behalten. [Die Zeit, 11.11.1983, Nr. 46]
Ein Füllhorn zerplatzte und warf den krachenden Regen der Sterne in riesigen Bogen empor. [Langgässer, Elisabeth: Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen 1959 [1946], S. 275]
Zitationshilfe
„Füllhorn“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/F%C3%BCllhorn>.

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