Füllsel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Füllsels · Nominativ Plural: Füllsel
Aussprache 
Worttrennung Füll-sel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
etwas (Kleines), was eine Lücke ausfüllt, ohne Eigenwert zu besitzen
Beispiele:
die Bonbons hat sie als Füllsel mit ins Paket gelegt
der Band enthält drei wichtige Aufsätze, die übrigen Artikel sind nur Füllsel
diese Nummer im Varietéprogramm wirkt als Füllsel
2.
Füllung in Lebensmitteln
Beispiele:
Pasteten mit Füllsel aus Fleisch
Dabei berichtete sie, daß Stine bei ihrer früheren Herrschaft die Kunst gelernt hatte, die Haut des Gänsehalses mit koscherem Füllsel zu einer Wurst zu stopfen [A. ZweigBeil258]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fülle · füllig · Füllhorn · füllen · Füller · Füllfederhalter · Füllsel · Füllung
Fülle f. ‘Zustand des Vollseins, Menge, Umfang’, ahd. fullī, follī ‘Fülle, Sattheit, Sättigung’ (8. Jh.), mhd. mnd. vülle, aengl. fyllu, engl. fill, anord. fylli, got. (in der Zusammensetzung) ufarfullei ‘Überfülle’ ist Abstraktbildung (germ. *fullin-) zu dem unter ↗voll (s. d.) abgehandelten Adjektiv. füllig Adj. ‘beleibt, dick’, im 16. Jh. Übersetzung von lat. farsilis ‘gefüllt’. Füllhorn n. (Günther 1723), älter (17. Jh.) Horn der Fülle für lat. cornū cōpiae, ursprünglich ‘das Horn überreichen Segens’, bereits in antiker Darstellung ein mit Früchten und Blumen übervoll gefülltes Horn als Sinnbild des Überflusses und Reichtums. füllen Vb. ‘vollmachen’, ahd. fullen (8. Jh.), mhd. mnd. vüllen, asächs. fullian, mnl. nl. vullen, aengl. fyllan, engl. to fill, anord. schwed. fylla, got. fulljan ist eine faktitive Ableitung von dem unter ↗voll (s. d.) behandelten Adjektiv. Füller m. ‘wer etw. füllt, vollmacht’, spätmhd. vüller ‘Fresser und Säufer, wer Mörtel einfüllt und den Maurern zuträgt, Schankwirt’; Kurzform (20. Jh.) für Füllfederhalter m. nach voraufgehenden Füllfeder, Füllhalter. Füllsel n. ‘zum Füllen Dienendes ohne besonderen Wert’ (15. Jh.), s. das Suffix ↗-sal, ↗-sel. Füllung f. ‘das Füllen, ausfüllender Inhalt’, spätmhd. vüllunge ‘Anfüllung, Völlerei’; heute auch Kurzwort für Zahnfüllung (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Füllsel · ↗Pausenfüller

Typische Verbindungen zu ›Füllsel‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Füllsel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Füllsel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Alles kehrt wieder, aber nur als Füllsel für das immer gleiche Muster.
Die Zeit, 08.12.1989, Nr. 50
Um diese "Lüge" vor Rita und ihrer Mutter aufrechtzuerhalten, greift Eckert zu einigen Füllseln, deren Motivationskraft schnell erlahmt.
Der Tagesspiegel, 02.10.1998
Die Alltagssprache ist ein Urwald - überwuchert vom Schlinggewächs der Füllsel und Füllwörter.
Tucholsky, Kurt: Man sollte mal . . . In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1927], S. 8659
Der Seitenaufbau ist professionell; der Sommerflugplan und die Preisliste bieten alle notwendigen Informationen ohne Füllsel und graphischen Schnickschnack.
Die Welt, 07.05.1999
Weil Mielkes Entwicklungen aber fast nichts kosten, kaufte sie Kirchs Entertainmentchef Fred Kogel als Füllsel für die dahinsiechenden Ballungsraumsender.
Süddeutsche Zeitung, 02.05.2001
Zitationshilfe
„Füllsel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/F%C3%BCllsel>, abgerufen am 09.08.2020.

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