Fürwort, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fürwortes · Nominativ Plural: Fürwörter
Aussprache
WorttrennungFür-wort
Wortzerlegungfür-Wort
Wortbildung mit ›Fürwort‹ als Erstglied: ↗fürwörtlich  ·  mit ›Fürwort‹ als Letztglied: ↗Fragefürwort  ·  mit ›Fürwort‹ als Grundform: ↗befürworten
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Sprachwissenschaft Pronomen
Beispiele:
›ich‹ ist ein persönliches Fürwort
rückbezügliche, besitzanzeigende, hinweisende, bezügliche, unbestimmte Fürwörter
2.
nur im Singular
veraltet Fürsprache
Beispiel:
Gustav Adolf solle doch nicht vergessen, daß sein Fürwort ihm seinerzeit die Schwester verschafft hätte [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,329]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fürwort n. Wortart, die ein Nomen vertritt oder näher bestimmt. Als wörtliche Übersetzung des grammatischen Terminus lat. prōnōmen (s. ↗Pronomen) begegnen Vorwort (17. Jh.) und Fürwort (Gottsched 1734), an denen die Vermischung der Präpositionen vor und für und ihr unterschiedsloser Gebrauch deutlich wird (s. ↗für). Entsprechend gelten Vorwort und Fürwort (bei Stieler 1691) auch im Sinne von ‘vor(an)gestelltes Wort’ zur Wiedergabe von lat. praepositio (s. ↗Präposition). Auch in dem sich im Mhd. entwickelnden allgemeinsprachlichen Gebrauch stehen mhd. vürwort, vorwort, frühnhd. Fürwort, Vorwort unterschiedslos nebeneinander, und zwar im Sinne von ‘vorausgehendes Wort’ für ‘Vorrede, Bedingung, Vorbehalt, Begründung’, im Sinne von ‘vorgeschobenes Wort’ für ‘Scheingrund, Vorwand, Ausflucht’ (16. Jh.), im Sinne von ‘vorgegebenes Wort’ für ‘Zusage, Zusicherung’ (16. Jh.) und für ‘Fürsprache, Empfehlung, für jmdn. eingelegtes gutes Wort’ (17. Jh.). Eine Unterscheidung von Fürwort und Vorwort im heutigen Sinne tritt entsprechend dem Gebrauch von für und vor im 18. Jh. ein, danach gilt Fürwort nur noch als grammatischer Terminus.

Thesaurus

Linguistik/Sprache
Synonymgruppe
Fürwort · ↗Stellvertreter  ●  ↗Pronomen  Hauptform · Proform  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

besitzanzeigend persönlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fürwort‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Insofern ist es auch nicht unpassend, vor die Länder am Golf das besitzanzeigende Fürwort zu setzen.
o. A.: ES GEHT UM VIEL MEHR ALS UM "UNSER ÖL". In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1990]
Eine nähere Bestimmung der Welt durch eine Zahl oder durch ein Fürwort wäre sinnlos.
Taubes, Jacob: Abendländische Eschatologie, München: Matthes und Seitz, 1991 [1947], S. 20
Doch gerade das starke besitzanzeigende Fürwort zeigt die Schwäche dieses Kabinetts an.
Die Zeit, 22.01.1990, Nr. 04
Für das persönliche Fürwort wird lange Zeit das Hauptwort oder der Name eingesetzt.
Schädel, E.: Das Sprechenlernen unserer Kinder, Leipzig: Brandstetter 1905, S. 92
Die Fürwörter, welche sich auf die angeredete Person beziehen, werden stets mit einem großen Anfangsbuchstaben geschrieben, und man vergesse nicht, daß auch »sich« hierhin gehört.
Schramm, Hermine [d.i. Meißner, Hermine]: Das richtige Benehmen in der Familie, in der Gesellschaft und im öffentlichen Leben. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1930], S. 6525
Zitationshilfe
„Fürwort“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fürwort>, abgerufen am 21.02.2019.

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