Fach, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fach(e)s · Nominativ Plural: Fächer
Aussprache
Wortbildung mit ›Fach‹ als Erstglied: ↗Fachbau · ↗Fachwerk  ·  mit ›Fach‹ als Letztglied: ↗Abholfach · ↗Ablagefach · ↗Brieffach · ↗Bücherfach · ↗Geheimfach · ↗Hochfach · ↗Hutfach · ↗Kühlfach · ↗Notenfach · ↗Postfach · ↗Regalfach · ↗Schiebefach · ↗Schirmfach · ↗Schließfach · ↗Schrankfach · ↗Schreibtischfach · ↗Schubfach · ↗Spezialfach1 · ↗Tieffach · ↗Tiefkühlfach · ↗Tischfach · ↗Tresorfach · ↗Webfach · ↗Wäschefach · ↗Zwischenfach1
 ·  mit ›Fach‹ als Grundform: ↗Gefach
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
abgegrenzter Teil in einem Möbelstück oder Gebrauchsgegenstand
Beispiele:
das rechte, obere Fach im Schrank
die unteren Fächer des Schreibtisches
die Foliobände stehen in einem breiten Fach
ein besonderes Fach der Brieftasche
die Aktentasche hat mehrere Fächer
etw. in einem Fach aufbewahren
etw. in ein Fach legen
ein Fach einräumen, ausräumen
in einem Fach wühlen
die Briefe werden in bestimmte Fächer sortiert
bildlich abgegrenztes Feld eines Ganzen
Beispiel:
daß auch in einem psychologischen System ... Fälle des Bedeutungswandels ins selbe Fach geraten können [KronasserSemasiologie37]
2.
umgangssprachlich unter Dach und Fach (= ins, im Haus, Gebäude, in Sicherheit)
Beispiele:
er hatte die Ernte bereits unter Dach und Fach
etw., jmdn. unter Dach und Fach bringen
bevor das Gewitter losbrach, waren wir unter Dach und Fach
scherzhaft sie ist unter Dach und Fach (= verheiratet)
Heisler könnte vielleicht schon unter Dach und Fach sein [SeghersSiebtes Kreuz4,197]
unter Dach und Fach (= fertig)
Beispiel:
eine Arbeit, Prüfung unter Dach und Fach haben, bringen
ostmitteldeutsch, salopp mit etw. (gut) zu Fache kommen (= mit etw. (gut) zurechtkommen)
Beispiel:
ich komme damit nicht zu Fache
3.
meist im Singular
Handwerk Zwischenraum zwischen den gehobenen und gesenkten Kettfäden, in den der Schussfaden eingeführt wird
Beispiele:
in das offene Fach den Schussfaden einlegen, eintragen
der Schussfaden liegt schräg im Fach
wie der Schütze durch die Dutzenden Fäden des »Fachs« hindurchjagt [F. WolfGrenze5,176]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fach · Fachwerk · fächern1 · fachlich · fachsimpeln · -fach
Fach n. ‘Teil, Abteilung (eines Raumes, Behältnisses), Spezialgebiet’, ahd. fah ‘Mauer, Fischwehr’, ‘Wald (?)’ (8. Jh.), mhd. vach ‘Vorrichtung zum Aufstauen des Wassers, Fischwehr, Fangnetz, Stück, Teil, Abteilung einer Räumlichkeit, Mauer, Falte des Schleiers, Hemdes’, asächs. fak ‘Wand, Abteilung der Mauer’, mnd. vak ‘Abteilung’, mnl. vac, nl. vak ‘Fach, Abgeteiltes, Beet’, aengl. fæc ‘Zwischenraum, Einteilung, Zeit(raum)’ (vgl. auch mhd. gevach Adj. ‘wiederholt, häufig’, mnd. vāke, vāken ‘oft, häufig’) stellt sich als nur westgerm. Wort (*faka-) mit lat. pangere ‘befestigen, einschlagen’ und weiteren unter ↗Pakt (s. d.) genannten Formen sowie griech. pēgnýnai (πηγνύναι) ‘festmachen’, aruss. pazъ, russ. paz (паз) ‘Fuge, Nute, Vertiefung in Zaunpfählen zum Einfügen von Brettern’ zur Wurzel ie. *pā̌k̑-, *pā̌g̑- ‘festmachen’ (wozu auch ↗fangen, s. d.). Fach ‘das Abgeteilte, Festgefügte’ (verwandt mit ↗fügen, s. d.) gehört ursprünglich in die Sprache des Handwerks (Fischer ‘Fischwehr’, Tischler ‘Schrankfach’, Bauleute ‘Fachwerk’); die übertragene Bedeutung ‘Spezialgebiet’ entwickelt sich erst im 18. Jh. Die zeitliche Verwendung, die im Aengl. und Mhd. (s. oben gevach) noch belegt ist, kennt das Nhd. nicht mehr. Dach und Fach ‘das ganze Haus’ (17. Jh.). Fachwerk n. ‘Bauweise, bei der die Fächer (Zwischenräume) zwischen dem Balkengerüst mit Lehm oder Ziegeln ausgefüllt sind’ (17. Jh.). In neuerer Zeit werden Komposita mit Fach- ‘Spezialgebiet, Teildisziplin’ geläufig, vgl. im 19. Jh. Fachmann, im 20. Jh. Facharbeiter ‘Arbeiter mit abgeschlossener Ausbildung in einem Spezialgebiet’, Facharzt, Fachsprache ‘Sonderwortschatz eines Spezialgebiets’ (z. B. eines Handwerks), Fachwort. fächern1 Vb. ‘in Abschnitte unterteilen’ (19. Jh.), modern häufiger auffächern (20. Jh.), wobei das Bild des entfalteten Fächers (s. ↗Fächer) eingewirkt haben wird. fachlich Adj. ‘das Spezialgebiet betreffend’ (19. Jh.). fachsimpeln Vb. ‘unter Kollegen Fragen des eigenen Spezialgebiets erörtern’ (19. Jh.), zuerst wohl ‘einfältig über etw. reden’ (aus der Studentensprache); vgl. simpeln, geläufiger versimpeln ‘zum Dummkopf, beschränkt werden’ (zu ↗simpel, s. d.). -fach Suffix zur Ableitung von Adjektiven, die eine bestimmte Vermehrung in bezug zur Ausgangsgröße oder -menge angeben, ursprünglich zweites Glied von Possessivkomposita und als solches semantisch entweder zu Fach ‘Abgeteiltes’ oder ‘Falte’ (vgl. mhd. vach ‘Falte des Schleiers’) gehörig. Bildungen auf -fach sind seit dem Mhd. gebräuchlich, doch entstehen eine Reihe von Prägungen erst im Nhd., s. ↗einfach, zweifach, ↗mehrfach, ↗vielfach. Älter ist der den Weiterbildungen -faltig, -fältig zugrundeliegende Bildungstyp got. falþs, ahd. -falt, mhd. -valt, frühnhd. -falt, s. ↗falten und ↗Einfalt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Fach · ↗Schubfach · ↗Schublade
Synonymgruppe
Fach · ↗Lehrfach · ↗Schulfach · ↗Schulgegenstand · ↗Unterrichtsfach  ●  ↗Unterrichtsgegenstand  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Fach (Theat.) · ↗Rollenfach (Theat.) · ↗Rollentyp · ↗Rollentypus  ●  Typecasting (Film)  fachspr., engl., Jargon
Assoziationen
  • (der) (...) vom Dienst  fig. · (die) ewige (...)  weibl.
  • Rollenklischee

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absolvent Biologie Chemie Dach Deutsch Fach Fremdsprache Informatik Mathematik Meister Naturwissenschaft Physik Student Studienanfänger Studienplatz Studierende Unterricht einschreiben einzeln geisteswissenschaftlich jeweilig lehren musisch naturwissenschaftlich promovieren sozialwissenschaftlich studieren technisch unterrichten zulassungsbeschränkt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fach‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach drei Tagen war hinten im Fach der Platz wieder leer.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 17
Es komme nun darauf an, in Genf zügig zu verhandeln, um ein Abkommen unter Dach und Fach zu bringen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1987]
Aber auch damit ist der Ölreichtum noch lange nicht unter Dach und Fach gebracht.
o. A.: DIE RÜCKKEHR DER PETRO-DOLLARS. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1980]
Meine kleine Schwester, sagt Anna, hat die Luftpistole aus dem Fach genommen, sie sich an den Kopf gehalten und dann geschossen.
Erpenbeck, Jenny: Wörterbuch, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2004, S. 75
In der Sektion fand er einen Brief von Eichhorn in seinem Fach.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 94
Zitationshilfe
„Fach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fach#1>, abgerufen am 24.06.2019.

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Fach, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fach(e)s · Nominativ Plural: Fächer
Aussprache
Wortbildung mit ›Fach‹ als Erstglied: ↗Fachabitur · ↗Fachabteilung · ↗Fachakademie · ↗Fachamt · ↗Fachangestellte · ↗Fachanwalt · ↗Facharbeit · ↗Facharbeiter · ↗Fachartikel · ↗Facharzt · ↗Fachaufsatz · ↗Fachaufsicht · ↗Fachausbildung · ↗Fachausdruck · ↗Fachausschuss · ↗Fachausstellung · ↗Fachbeamte · ↗Fachbegriff · ↗Fachbehörde · ↗Fachbeirat · ↗Fachbeitrag · ↗Fachberater · ↗Fachberatung · ↗Fachbereich · ↗Fachbericht · ↗Fachbesucher · ↗Fachbetrieb · ↗Fachbezeichnung · ↗Fachbibliografie · ↗Fachbibliographie · ↗Fachbibliothek · ↗Fachbildung · ↗Fachblatt · ↗Fachbuch · ↗Fachbuchautor · ↗Fachbuchhandlung · ↗Fachchinesisch · ↗Fachdidaktik · ↗Fachdienst · ↗Fachdiskussion · ↗Fachdisziplin · ↗Fachegoismus · ↗Facheinzelhandel · ↗Fachexamen · ↗Fachexperte · ↗Fachfotograf · ↗Fachfrage · ↗Fachfrau · ↗Fachgebiet · ↗Fachgehilfe · ↗Fachgelehrte · ↗Fachgemeinschaft · ↗Fachgenosse · ↗Fachgenossin · ↗Fachgericht · ↗Fachgeschichte · ↗Fachgeschäft · ↗Fachgesellschaft · ↗Fachgespräch · ↗Fachgremium · ↗Fachgrenze · ↗Fachgruppe · ↗Fachgutachten · ↗Fachhandel · ↗Fachhandelsorganisation · ↗Fachhandlung · ↗Fachhistoriker · ↗Fachhochschule · ↗Fachhochschulreife · ↗Fachhändler · ↗Fachidiot · ↗Fachinformation · ↗Fachjargon · ↗Fachjournal · ↗Fachjournalist · ↗Fachkabinett · ↗Fachkatalog · ↗Fachkenner · ↗Fachkenntnis · ↗Fachklinik · ↗Fachkollege · ↗Fachkommission · ↗Fachkommunikation · ↗Fachkompetenz · ↗Fachkonferenz · ↗Fachkongress · ↗Fachkonzept · ↗Fachkraft · ↗Fachkreis · ↗Fachkritik · ↗Fachkunde · ↗Fachlehrer · ↗Fachlehrgang · ↗Fachleute · ↗Fachlexikon · ↗Fachliteratur · ↗Fachmagazin · ↗Fachmann · ↗Fachmarkt · ↗Fachmesse · ↗Fachminister · ↗Fachministerium · ↗Fachnorm · ↗Fachoberschule · ↗Fachorgan · ↗Fachperson · ↗Fachpersonal · ↗Fachphotograph · ↗Fachplanung · ↗Fachpolitiker · ↗Fachpresse · ↗Fachprüfung · ↗Fachpublikation · ↗Fachpublikum · ↗Fachraum · ↗Fachrechnen · ↗Fachreferat · ↗Fachreferent · ↗Fachressort · ↗Fachrichter · ↗Fachrichtung · ↗Fachschaft · ↗Fachschule · ↗Fachsemester · ↗Fachserie · ↗Fachsprache · ↗Fachstelle · ↗Fachstudium · ↗Fachtag · ↗Fachtagung · ↗Fachtechnik · ↗Fachterminologie · ↗Fachterminus · ↗Fachtext · ↗Fachtitel · ↗Fachunterricht · ↗Fachurteil · ↗Fachverband · ↗Fachverein · ↗Fachverkäufer · ↗Fachverlag · ↗Fachvermittlungsdienst · ↗Fachvertreter · ↗Fachverwaltung · ↗Fachvokabular · ↗Fachvortrag · ↗Fachwelt · ↗Fachwissen · ↗Fachwissenschaft · ↗Fachwissenschaftler · ↗Fachwort · ↗Fachwortschatz · ↗Fachwörterbuch · ↗Fachzeitschrift · ↗Fachzeitung · ↗Fachzensur · ↗Fachöffentlichkeit · ↗Fächergruppe · ↗fachbezogen · ↗fachfremd · ↗fachgebunden · ↗fachgemäß · ↗fachgerecht · ↗fachintern · ↗fachkundig · ↗fachmännisch · ↗fachmäßig · ↗fachsprachlich · ↗fachtechnisch · ↗fachärztlich · ↗fachübergreifend · ↗fächerübergreifend
 ·  mit ›Fach‹ als Letztglied: ↗Bankfach · ↗Baufach · ↗Charakterfach · ↗Ergänzungsfach · ↗Forstfach · ↗Grundlagenfach · ↗Handelsfach · ↗Hauptfach · ↗Heldenfach · ↗Hotelfach · ↗Kernfach · ↗Lehrfach · ↗Liebhaberfach · ↗Lieblingsfach · ↗Massenfach · ↗Nebenfach · ↗Prüfungsfach · ↗Rollenfach · ↗Spezialfach2 · ↗Spielfach · ↗Studienfach · ↗Textilfach · ↗Unterrichtsfach · ↗Wahlfach · ↗Wahlpflichtfach · ↗Zwischenfach2
 ·  mit ›Fach‹ als Binnenglied: ↗Handelsfachpacker
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
spezielles Wissensgebiet
Beispiele:
allgemeinbildende, technische, wissenschaftliche, künstlerische, musische Fächer
ein interessantes, aussichtsreiches, entwicklungsfähiges Fach
welche Fächer studieren Sie?
ein Fach erlernen, beherrschen
sich Kenntnisse in einem Fach aneignen
sich auf ein Fach spezialisieren
dieser Lehrer gibt, übernimmt die Fächer Deutsch und Mathematik
er unterrichtet in verschiedenen Fächern
die Prüfung in mehreren Fächern ablegen
spezielles Arbeitsgebiet
Beispiele:
er versteht, beherrscht sein Fach
er ist ein Meister in seinem Fach
in seinem Fach tüchtig sein, etwas leisten
er gehört zu den ersten Wissenschaftlern seines Faches
das ist (nicht) sein Fach
umgangssprachlich das schlägt (nicht) in sein Fach
umgangssprachlich er ist ein alter Hase im Fach
umgangssprachlich er ist (ein Mann) vom Fach (= er beherrscht dieses Arbeitsgebiet, diese Sache) (= er ist Sachverständiger)
umgangssprachlich ich bin fünfzig Jahre im Fach [BöllBillard34]
2.
Theater Eignungsrichtung eines Opernsängers für eine Stimmgattung, in der Stimmen nach Qualität, Umfang und Volumen, nach den gesanglichen und darstellerischen Anforderungen zusammengefasst sind
Beispiele:
das lyrische, (hoch)dramatische Fach
die seriösen Fächer
einen Sänger in ein bestimmtes Fach eingliedern
eine mehrfache Besetzung der einzelnen Fächer
Eignungsrichtung eines Schauspielers für einen der in der Theaterpraxis festgelegten Darstellungstypen
Beispiele:
die Rollen des ersten, zweiten Faches
er wechselte vom Fach des Liebhabers ins Charakterfach
das Fach der Salondame, der Naiven
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fach · Fachwerk · fächern1 · fachlich · fachsimpeln · -fach
Fach n. ‘Teil, Abteilung (eines Raumes, Behältnisses), Spezialgebiet’, ahd. fah ‘Mauer, Fischwehr’, ‘Wald (?)’ (8. Jh.), mhd. vach ‘Vorrichtung zum Aufstauen des Wassers, Fischwehr, Fangnetz, Stück, Teil, Abteilung einer Räumlichkeit, Mauer, Falte des Schleiers, Hemdes’, asächs. fak ‘Wand, Abteilung der Mauer’, mnd. vak ‘Abteilung’, mnl. vac, nl. vak ‘Fach, Abgeteiltes, Beet’, aengl. fæc ‘Zwischenraum, Einteilung, Zeit(raum)’ (vgl. auch mhd. gevach Adj. ‘wiederholt, häufig’, mnd. vāke, vāken ‘oft, häufig’) stellt sich als nur westgerm. Wort (*faka-) mit lat. pangere ‘befestigen, einschlagen’ und weiteren unter ↗Pakt (s. d.) genannten Formen sowie griech. pēgnýnai (πηγνύναι) ‘festmachen’, aruss. pazъ, russ. paz (паз) ‘Fuge, Nute, Vertiefung in Zaunpfählen zum Einfügen von Brettern’ zur Wurzel ie. *pā̌k̑-, *pā̌g̑- ‘festmachen’ (wozu auch ↗fangen, s. d.). Fach ‘das Abgeteilte, Festgefügte’ (verwandt mit ↗fügen, s. d.) gehört ursprünglich in die Sprache des Handwerks (Fischer ‘Fischwehr’, Tischler ‘Schrankfach’, Bauleute ‘Fachwerk’); die übertragene Bedeutung ‘Spezialgebiet’ entwickelt sich erst im 18. Jh. Die zeitliche Verwendung, die im Aengl. und Mhd. (s. oben gevach) noch belegt ist, kennt das Nhd. nicht mehr. Dach und Fach ‘das ganze Haus’ (17. Jh.). Fachwerk n. ‘Bauweise, bei der die Fächer (Zwischenräume) zwischen dem Balkengerüst mit Lehm oder Ziegeln ausgefüllt sind’ (17. Jh.). In neuerer Zeit werden Komposita mit Fach- ‘Spezialgebiet, Teildisziplin’ geläufig, vgl. im 19. Jh. Fachmann, im 20. Jh. Facharbeiter ‘Arbeiter mit abgeschlossener Ausbildung in einem Spezialgebiet’, Facharzt, Fachsprache ‘Sonderwortschatz eines Spezialgebiets’ (z. B. eines Handwerks), Fachwort. fächern1 Vb. ‘in Abschnitte unterteilen’ (19. Jh.), modern häufiger auffächern (20. Jh.), wobei das Bild des entfalteten Fächers (s. ↗Fächer) eingewirkt haben wird. fachlich Adj. ‘das Spezialgebiet betreffend’ (19. Jh.). fachsimpeln Vb. ‘unter Kollegen Fragen des eigenen Spezialgebiets erörtern’ (19. Jh.), zuerst wohl ‘einfältig über etw. reden’ (aus der Studentensprache); vgl. simpeln, geläufiger versimpeln ‘zum Dummkopf, beschränkt werden’ (zu ↗simpel, s. d.). -fach Suffix zur Ableitung von Adjektiven, die eine bestimmte Vermehrung in bezug zur Ausgangsgröße oder -menge angeben, ursprünglich zweites Glied von Possessivkomposita und als solches semantisch entweder zu Fach ‘Abgeteiltes’ oder ‘Falte’ (vgl. mhd. vach ‘Falte des Schleiers’) gehörig. Bildungen auf -fach sind seit dem Mhd. gebräuchlich, doch entstehen eine Reihe von Prägungen erst im Nhd., s. ↗einfach, zweifach, ↗mehrfach, ↗vielfach. Älter ist der den Weiterbildungen -faltig, -fältig zugrundeliegende Bildungstyp got. falþs, ahd. -falt, mhd. -valt, frühnhd. -falt, s. ↗falten und ↗Einfalt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Fach · ↗Schubfach · ↗Schublade
Synonymgruppe
Fach · ↗Lehrfach · ↗Schulfach · ↗Schulgegenstand · ↗Unterrichtsfach  ●  ↗Unterrichtsgegenstand  österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Fach (Theat.) · ↗Rollenfach (Theat.) · ↗Rollentyp · ↗Rollentypus  ●  Typecasting (Film)  fachspr., engl., Jargon
Assoziationen
  • (der) (...) vom Dienst  fig. · (die) ewige (...)  weibl.
  • Rollenklischee

Typische Verbindungen
computergeneriert

Absolvent Biologie Chemie Dach Deutsch Fach Fremdsprache Informatik Mathematik Meister Naturwissenschaft Physik Student Studienanfänger Studienplatz Studierende Unterricht einschreiben einzeln geisteswissenschaftlich jeweilig lehren musisch naturwissenschaftlich promovieren sozialwissenschaftlich studieren technisch unterrichten zulassungsbeschränkt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fach‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Schauspieler versuchte er sich zunächst im tragischen Fach, offensichtlich aber ohne Erfolg.
Beard, Harry R.: Rich. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 35828
Als Kind galt ich in der Schule im Fach Musik als schwieriger Fall.
Die Zeit, 19.12.2008, Nr. 52
Wer das durchsetzen kann, gehört zu den Künstlern seines Faches.
Der Tagesspiegel, 28.01.2005
Enger gefaßt kann M. als erziehungswissenschaftlich begründete Theorie des Faches Musik bezeichnet werden.
o. A.: M. In: Brockhaus-Riemann-Musiklexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1989], S. 6956
Dagegen Aufsätze schreiben, das sei ihr liebstes Fach in der Schule gewesen.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 01.05.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Fach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fach#2>, abgerufen am 24.06.2019.

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