Fachwerk, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungFach-werk
WortzerlegungFach1-werk
Wortbildung mit ›Fachwerk‹ als Erstglied: ↗Fachwerkbau · ↗Fachwerkbauweise · ↗Fachwerkgiebel · ↗Fachwerkhaus · ↗Fachwerkkirche · ↗Fachwerkwand
 ·  mit ›Fachwerk‹ als Letztglied: ↗Eisenfachwerk · ↗Holzfachwerk
eWDG, 1967

Bedeutung

Bauwesen
1.
Rahmenwerk eines Fachwerkbaus
Beispiele:
das braune Fachwerk des Hauses
das Fachwerk ist mit Schnitzereien verziert
Das Haus war weiß getüncht, das Fachwerk rot angestrichen und die Fensterladen mit großen Muscheln bemalt [G. KellerGr. Heinrich4,182]
2.
Bauweise, bei der das tragende, meist aus Holzbalken zusammengefügte Rahmenwerk mit Ziegelsteinen oder Lehm ausgefüllt ist, Rahmenbau
Beispiel:
frühe Formen des Fachwerks
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fach · Fachwerk · fächern1 · fachlich · fachsimpeln · -fach
Fach n. ‘Teil, Abteilung (eines Raumes, Behältnisses), Spezialgebiet’, ahd. fah ‘Mauer, Fischwehr’, ‘Wald (?)’ (8. Jh.), mhd. vach ‘Vorrichtung zum Aufstauen des Wassers, Fischwehr, Fangnetz, Stück, Teil, Abteilung einer Räumlichkeit, Mauer, Falte des Schleiers, Hemdes’, asächs. fak ‘Wand, Abteilung der Mauer’, mnd. vak ‘Abteilung’, mnl. vac, nl. vak ‘Fach, Abgeteiltes, Beet’, aengl. fæc ‘Zwischenraum, Einteilung, Zeit(raum)’ (vgl. auch mhd. gevach Adj. ‘wiederholt, häufig’, mnd. vāke, vāken ‘oft, häufig’) stellt sich als nur westgerm. Wort (*faka-) mit lat. pangere ‘befestigen, einschlagen’ und weiteren unter ↗Pakt (s. d.) genannten Formen sowie griech. pēgnýnai (πηγνύναι) ‘festmachen’, aruss. pazъ, russ. paz (паз) ‘Fuge, Nute, Vertiefung in Zaunpfählen zum Einfügen von Brettern’ zur Wurzel ie. *pā̌k̑-, *pā̌g̑- ‘festmachen’ (wozu auch ↗fangen, s. d.). Fach ‘das Abgeteilte, Festgefügte’ (verwandt mit ↗fügen, s. d.) gehört ursprünglich in die Sprache des Handwerks (Fischer ‘Fischwehr’, Tischler ‘Schrankfach’, Bauleute ‘Fachwerk’); die übertragene Bedeutung ‘Spezialgebiet’ entwickelt sich erst im 18. Jh. Die zeitliche Verwendung, die im Aengl. und Mhd. (s. oben gevach) noch belegt ist, kennt das Nhd. nicht mehr. Dach und Fach ‘das ganze Haus’ (17. Jh.). Fachwerk n. ‘Bauweise, bei der die Fächer (Zwischenräume) zwischen dem Balkengerüst mit Lehm oder Ziegeln ausgefüllt sind’ (17. Jh.). In neuerer Zeit werden Komposita mit Fach- ‘Spezialgebiet, Teildisziplin’ geläufig, vgl. im 19. Jh. Fachmann, im 20. Jh. Facharbeiter ‘Arbeiter mit abgeschlossener Ausbildung in einem Spezialgebiet’, Facharzt, Fachsprache ‘Sonderwortschatz eines Spezialgebiets’ (z. B. eines Handwerks), Fachwort. fächern1 Vb. ‘in Abschnitte unterteilen’ (19. Jh.), modern häufiger auffächern (20. Jh.), wobei das Bild des entfalteten Fächers (s. ↗Fächer) eingewirkt haben wird. fachlich Adj. ‘das Spezialgebiet betreffend’ (19. Jh.). fachsimpeln Vb. ‘unter Kollegen Fragen des eigenen Spezialgebiets erörtern’ (19. Jh.), zuerst wohl ‘einfältig über etw. reden’ (aus der Studentensprache); vgl. simpeln, geläufiger versimpeln ‘zum Dummkopf, beschränkt werden’ (zu ↗simpel, s. d.). -fach Suffix zur Ableitung von Adjektiven, die eine bestimmte Vermehrung in bezug zur Ausgangsgröße oder -menge angeben, ursprünglich zweites Glied von Possessivkomposita und als solches semantisch entweder zu Fach ‘Abgeteiltes’ oder ‘Falte’ (vgl. mhd. vach ‘Falte des Schleiers’) gehörig. Bildungen auf -fach sind seit dem Mhd. gebräuchlich, doch entstehen eine Reihe von Prägungen erst im Nhd., s. ↗einfach, zweifach, ↗mehrfach, ↗vielfach. Älter ist der den Weiterbildungen -faltig, -fältig zugrundeliegende Bildungstyp got. falþs, ahd. -falt, mhd. -valt, frühnhd. -falt, s. ↗falten und ↗Einfalt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fachwerk · Holzgerüst · Hölzernes Gefüge  ●  ↗Gefach  fachspr. · Ständerfachwerk  fachspr.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Backstein Balken Bauernhaus Beton Butzenscheibe Bürgerhaus Erker Fassade Gasse Giebel Holz Kopfsteinpflaster Lehm Obergeschoß Putz Sandstein Turm Wohnhaus Ziegel braun freilegen fränkisch juristisch mittelalterlich niedersächsisch restauriert räumlich schwarzweiß stählern verzieren

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fachwerk‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei kommt aber das struktive Element des Fachwerks noch deutlich genug zu Wort.
Gudenrath, Eduard: Geist und Gestalt in der Baukunst, Berlin: Oestergaard 1929, S. 162
Und natürlich behebe man Schäden, decke Dächer neu und ziehe auch Fachwerk gerade.
Die Zeit, 02.09.1988, Nr. 36
Nur mit sorgsamer Behandlung kann das Fachwerk von dem zerstörerischen Pilz befreit werden.
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2003
Ärmliches Fachwerk war tief an den Fuß des Domberges gedrückt.
Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 306
Auf das so erzielte Fachwerk werden nun die Kachelplatten aufgeklebt oder verschraubt.
Bernd Käsch, Heimwerker-Handbuch: Wiesbaden: Falken-Verlag Erich Sicker 1968, S. 181
Zitationshilfe
„Fachwerk“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fachwerk>, abgerufen am 24.10.2019.

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