Fackel, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fackel · Nominativ Plural: Fackeln
Aussprache
WorttrennungFa-ckel
Wortbildung mit ›Fackel‹ als Erstglied: ↗Fackellicht · ↗Fackelschein · ↗Fackelträger · ↗Fackelzug
 ·  mit ›Fackel‹ als Letztglied: ↗Brandfackel · ↗Kienfackel · ↗Kriegsfackel · ↗Lebensfackel · ↗Pechfackel · ↗Sturmfackel · ↗Todesfackel · ↗Wachsfackel · ↗Warnfackel
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Holzstab, der am oberen Ende mit brennbaren Stoffen bestrichen oder umwickelt ist und mit frei brennender Flamme zum Leuchten dient
Beispiele:
eine helle, flackernde, lodernde Fackel
eine Fackel anbrennen, entzünden
Fackeln flammen, glühen, erlöschen
die Demonstranten trugen brennende Fackeln in den Händen
sie versammelten sich beim Schein der Fackeln
Brennende Häuser stehen wie Fackeln in der Nacht [RemarqueIm Westen234]
dichterisch, bildlich Sinnbild des Leuchtenden, der Erleuchtung
Beispiele:
die Fackel der Wahrheit in die Finsternis tragen
die Fackel des Geistes, der Vernunft, der Wissenschaft entzünden
Sinnbild des Zerstörenden
Beispiele:
Die fluchbeladne Fackel dieses Kriegs [SchillerPiccolominiII 7]
Napoleon, der ... die letzte Fackel der Revolution über Europa getragen hat [H. MannZeitalter8]
2.
meist im Plural
Astronomie unregelmäßig begrenztes Gebiet der Sonnenoberfläche mit höherer Temperatur und Helligkeit, das meist in der Nähe von Sonnenflecken, besonders am Sonnenrand, sichtbar ist
Beispiel:
Zuweilen treten hier [auf der Sonnenoberfläche] gewaltige Stürme glühender Gase auf, die wir von der Erde aus als Flecken und Fackeln beobachten können [Urania1961]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fackel · fackeln
Fackel f. Stock mit einer aus brennbarem getränktem Gewebe hergestellten Spitze, die angezündet wird und leuchtet, ursprünglich ein brennbares zugeschnittenes Holzscheit, ahd. fackala ‘Fackel, Kienfackel’ (8. Jh.), mhd. vackel, asächs. fakla, mnd. mnl. fackel(e), nl. fakkel sind Entlehnungen von vlat. facla, lat. facula, Deminutivum zu lat. fax (Genitiv facis) ‘Kienspan, Fackel, Flamme, Feuer’. Oft in übertragenem Gebrauch als Sinnbild eines richtungweisenden Leuchtfeuers (Fackel des Fortschritts u. dgl.). fackeln Vb. ‘brennen, leuchten wie eine Fackel’, mhd. vackelen; das flackernde Brennen führt zu der übertragenen Verwendung nicht lange fackeln ‘nicht lange zögern und überlegen’ (18. Jh.), d. h. ‘nicht unruhig und unstet wie eine Fackel sein’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Freiheitsstatue Kerze Lampion Laterne Schein Trommel Widerschein Windlicht abgebrannt anzünden beleuchten bengalisch brennen brennend entzünden erhellen erleuchten erlöschen flackern flackernd gesenkt lebend leuchten lodern lodernd olympisch vorantragen weiterreichen weitertragen Öllampe

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fackel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie kennen die Frau mit der Fackel aus dem Kino?
Die Welt, 17.08.2000
Das flackernde Licht der Fackeln spiegelt sich in den blankpolierten Helmen.
Süddeutsche Zeitung, 19.10.1998
Fackeln waren sie, noch leuchtend in der Tiefe der Erniedrigung.
Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 200
Die anderen steckten zum Kampf die Fackeln an tote Äste auf.
Jünger, Ernst: Auf den Marmorklippen, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1939], S. 121
Seht doch, ich stürme unter euch, die Fackel Rot in geschwungener Hand.
Sorge, Reinhard Johannes: Der Bettler. In: Bertram, Matthias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1912], S. 11154
Zitationshilfe
„Fackel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fackel>, abgerufen am 15.12.2018.

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