Fahrkarte

GrammatikSubstantiv
WorttrennungFahr-kar-te
WortzerlegungfahrenKarte
Wortbildung mit ›Fahrkarte‹ als Erstglied: ↗Fahrkartenausgabe · ↗Fahrkartenautomat · ↗Fahrkartenknipser · ↗Fahrkartenkontrolle · ↗Fahrkartenkontrolleur · ↗Fahrkartenschalter
 ·  mit ›Fahrkarte‹ als Letztglied: ↗Arbeiterfahrkarte · ↗Bahnfahrkarte · ↗Eisenbahnfahrkarte · ↗Fernfahrkarte · ↗Rückfahrkarte · ↗Sonderfahrkarte
eWDG, 1967

Bedeutung

kleine Karte, die zur Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels, besonders der Eisenbahn, berechtigt
Beispiele:
eine (un)gültige Fahrkarte
eine Fahrkarte erster Klasse
eine Fahrkarte (nach Berlin) lösen
Fahrkarten ausschreiben, ausgeben, verkaufen
eine Fahrkarte vom Schaffner entwerten lassen
die Fahrkarte dem Schaffner vorzeigen
die Fahrkarten werden kontrolliert
die Fahrkarte gilt vier Tage
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fahren · zerfahren1 · zerfahren2 · Fahrer · fahrend · fahrig · fahrlässig · Fahrlässigkeit · Vorfahr · Nachfahr · Fahrgast · Fahrkarte · Fahrschein · Fahrplan · Fahrrad · Fahrstuhl · Fahrzeug
fahren Vb. ‘sich mit einem Fahrzeug fortbewegen, es lenken, steuern’. Ahd. faran (8. Jh.), mhd. varn, varen, asächs. aengl. faran (engl. to fare ‘ergehen, leben’), mnd. mnl. vāren, nl. varen, anord. fara, schwed. fara, got. faran ist ursprünglich die allgemeinste Bezeichnung für jede Art der Fortbewegung (‘gehen, reiten, fahren, schwimmen, fliegen’ in sich einschließend) und wird erst allmählich auf die Fortbewegung mit Wagen, Schiffen, Fahrzeugen aller Art eingeschränkt; doch vgl. noch fahrendes (‘umherziehendes’) Volk, den Abschiedsgruß fahr wohl sowie Schlittschuh, Ballon fahren. Das gemeingerm. Verb gehört mit griech. perā́n (περᾶν) ‘hinüberbringen, durchdringen, hindurchkommen’, póros (πόρος) ‘Durch-, Zu-, Übergang’, poré͞uesthai (πορεύεσθαι) ‘reisen’, lat. portāre ‘tragen, bringen’, aslaw. pьrati ‘emporfliegen, sich erheben’, russ. (derb) perét’ (переть) ‘gehen’ zur Wurzel ie. *per(ə)- ‘hinüberführen, -bringen, -kommen, übersetzen, durchdringen, fliegen’; s. auch ↗Fähre, ↗Fahrt, ↗Fjord, ↗Furt, ↗führen. zerfahren1 Vb. ‘zerfallen, vergehen, durch Fahren beschädigen’, ahd. zirfaran ‘zergehen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. zervarn ‘auseinander, in Stücke gehen’. zerfahren2 Part.adj. ‘ausgefahren, durch Fahren beschädigt’, meist übertragen ‘auseinander gefallen, nicht festen Sinnes, unkonzentriert, unbeständig, gedankenlos’ (19. Jh.). Fahrer m. ‘Lenker eines Fuhrwerks’ (18. Jh.), Nomen agentis zu fahren, in der Bedeutung ‘Lenker eines Kraftwagens, Chauffeur’ um 1900 wohl aus Kraftwagenfahrer verkürzt. Früher bezeugt als Grundwort von Komposita, vgl. mhd. lantvarære, nhd. Landfahrer ‘Reisender, Pilger, Landstreicher’, See-, Wallfahrer (17. Jh.). fahrend Part.adj. ‘ohne festen Aufenthaltsort’, ahd. faranti substantiviert ‘Reisender’ (8./9. Jh.), adjektivisch in der Wendung (10. Jh.) farantēr scaz, mhd. varndeʒ guot, nhd. fahrende Habe ‘beweglicher Besitz’; mhd. varnde ‘wandernd, umherziehend’ (von Spielleuten u. dgl., varndiu diet ‘umherziehendes, nicht seßhaftes Volk’). fahrig Adj. ‘unruhig, hastig, unkonzentriert’, spätmhd. verec, veric ‘zur Ausfahrt bereit’, nhd. ferig ‘behende, rasch’ (16. Jh.), danach erst wieder in der heutigen Bedeutung seit dem 18. Jh. durchgehend gebräuchlich. fahrlässig Adj. ‘unachtsam, nachlässig’ (15. Jh.), aus der verbalen Wendung mhd. varn lāʒen ‘geschehen lassen, nachlässig sein, ungestraft lassen’ weitergebildet (nicht zu ↗lässig Adj., s. d.); häufig in der Rechtssprache; Fahrlässigkeit f. ‘(strafbare) Unachtsamkeit’ (15. Jh.). Vorfahr m. ‘Ahne’, mhd. vorvar(e), mnd. vorvāre, eigentlich ‘Vorangehender’. Nachfahr m. ‘Nachkomme’, mhd. nāchvar. Fahrgast m. (2. Hälfte 19. Jh.), Verdeutschung für ↗Passagier (s. d.), Fahrkarte f. auch Fahrschein m. (Ende 19. Jh.), Verdeutschung für ↗Billett (s. d.), und Fahrplan m. ‘Verzeichnis der Fahrzeiten öffentlicher Verkehrsmittel’ (2. Hälfte 19. Jh.) sind mit der Entwicklung des Eisenbahnwesens entstanden. Fahrrad n. ‘einspuriges zweirädriges Tretfahrzeug’ (Ende 19. Jh.), Verdeutschung für Veloziped (von frz. vélocipède, zu lat. vēlōx ‘schnell’ und pēs ‘Fuß’ gebildet), modern meist verkürzt zu ↗Rad (s. d.). Fahrstuhl m. ‘Lift’ (17. Jh.), daneben anfangs auch Fahrsessel m., zuerst in mittelalterlichen Bergwerken und in der Kriegsbaukunst verwendet und Aufzug (vgl. spätmhd. ūfzuc ‘Vorrichtung zum Aufziehen’, s. ↗ziehen) genannt; seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. für den elektrischen ↗Lift (s. d.). Fahrzeug n. ‘fahrbare Einrichtung zur Beförderung von Personen und Gütern’; zum zweiten Kompositionsglied s. ↗Zeug. Mnd. vārtǖch ‘Fahrzeug, Wagen’, nl. vaartuig ‘Schiff, Boot, Wagen’ (17. Jh.), seit dem 17. Jh. in hd. Texten (zuerst z. B. in Reisebeschreibungen) als Bezeichnung für ‘Schiff’ belegt (so bis zum Anfang des 20. Jhs.), erst im 19. Jh. wird die Verwendung ‘Wagen’ häufiger, modern vielfach für Auto.

Thesaurus

Synonymgruppe
Eintrittskarte · ↗Fahrausweis · Fahrkarte · ↗Fahrschein · ↗Karte · ↗Ticket · ↗Voucher  ●  ↗Billett  schweiz.
Assoziationen
  • Einlassband · Festivalbändchen · Kontrollarmband
Synonymgruppe
Fehlschuss  ●  Fahrkarte  ugs., Jargon, fig.
Assoziationen
  • (das) Ziel verfehlen · ↗danebengehen · ↗danebenschießen · danebenzielen · nicht treffen  ●  Knapp daneben ist auch vorbei.  scherzhaft-ironisch, sprichwörtlich

Typische Verbindungen
computergeneriert

Automat Bundesbahn Fernverkehr Flugschein Flugticket Nahverkehr Normalpreis Platzkarte Platzreservierung Reservierung Rückfahrt Schalter Schießen Studentenausweis Verkehrsverbund ausdrucken entwerten erhältlich ermäßigt erstehen gekauft gültig kaufen knipsen lochen lösen umtauschen ungültig verbilligt vorzeigen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fahrkarte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort lassen sich jedoch auch normale Fahrkarten kaufen, täglich von 6 bis 22 Uhr.
Der Tagesspiegel, 20.09.1999
Auch den Weg zur Fahrkarte halten viele Kunden für zu umständlich.
Die Welt, 27.07.1999
Plötzlich besann er sich, daß er vergessen hatte, unterwegs die Fahrkarte zu vernichten.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 989
Endlich entschloß ich mich, mir noch eine Fahrkarte zu lösen.
Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 18
Ein Teil ihres ersparten Geldes ging für die Fahrkarte drauf.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 286
Zitationshilfe
„Fahrkarte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fahrkarte>, abgerufen am 19.10.2019.

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