Fahrrad, das
GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungFahr-rad (computergeneriert)
WortzerlegungfahrenRad
Wortbildung mit ›Fahrrad‹ als Erstglied: ↗Fahrradabteil · ↗Fahrradanhänger · ↗Fahrradbauer · ↗Fahrradbereifung · ↗Fahrradclub · ↗Fahrradcomputer · ↗Fahrradergometer · ↗Fahrradhandlung · ↗Fahrradhersteller · ↗Fahrradhilfsmotor · ↗Fahrradkarte · ↗Fahrradklub · ↗Fahrradkurier · ↗Fahrradmechaniker · ↗Fahrradmitnahme · ↗Fahrradpolizist · ↗Fahrradproduzent · ↗Fahrradstraße · ↗Fahrradstreife · ↗Fahrradstreifen · ↗Fahrradständer · ↗Fahrradunfall
 ·  mit ›Fahrrad‹ als Letztglied: ↗Damenfahrrad · ↗Elektrofahrrad · ↗Herrenfahrrad · ↗Kinderfahrrad · ↗Liegefahrrad · ↗Rennfahrrad · ↗Spezialfahrrad
eWDG, 1967

Bedeutung

zweirädriges, luftbereiftes Fahrzeug mit hintereinander angeordneten Rädern, das durch Treten angetrieben wird
Beispiele:
Fahrrad fahren
auf, mit einem Fahrrad fahren
das Fahrrad schieben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fahren · zerfahren1 · zerfahren2 · Fahrer · fahrend · fahrig · fahrlässig · Fahrlässigkeit · Vorfahr · Nachfahr · Fahrgast · Fahrkarte · Fahrschein · Fahrplan · Fahrrad · Fahrstuhl · Fahrzeug
fahren Vb. ‘sich mit einem Fahrzeug fortbewegen, es lenken, steuern’. Ahd. faran (8. Jh.), mhd. varn, varen, asächs. aengl. faran (engl. to fare ‘ergehen, leben’), mnd. mnl. vāren, nl. varen, anord. fara, schwed. fara, got. faran ist ursprünglich die allgemeinste Bezeichnung für jede Art der Fortbewegung (‘gehen, reiten, fahren, schwimmen, fliegen’ in sich einschließend) und wird erst allmählich auf die Fortbewegung mit Wagen, Schiffen, Fahrzeugen aller Art eingeschränkt; doch vgl. noch fahrendes (‘umherziehendes’) Volk, den Abschiedsgruß fahr wohl sowie Schlittschuh, Ballon fahren. Das gemeingerm. Verb gehört mit griech. perā́n (περᾶν) ‘hinüberbringen, durchdringen, hindurchkommen’, póros (πόρος) ‘Durch-, Zu-, Übergang’, poré͞uesthai (πορεύεσθαι) ‘reisen’, lat. portāre ‘tragen, bringen’, aslaw. pьrati ‘emporfliegen, sich erheben’, russ. (derb) perét’ (переть) ‘gehen’ zur Wurzel ie. *per(ə)- ‘hinüberführen, -bringen, -kommen, übersetzen, durchdringen, fliegen’; s. auch ↗Fähre, ↗Fahrt, ↗Fjord, ↗Furt, ↗führen. zerfahren1 Vb. ‘zerfallen, vergehen, durch Fahren beschädigen’, ahd. zirfaran ‘zergehen’ (Hs. 12. Jh.), mhd. zervarn ‘auseinander, in Stücke gehen’. zerfahren2 Part.adj. ‘ausgefahren, durch Fahren beschädigt’, meist übertragen ‘auseinander gefallen, nicht festen Sinnes, unkonzentriert, unbeständig, gedankenlos’ (19. Jh.). Fahrer m. ‘Lenker eines Fuhrwerks’ (18. Jh.), Nomen agentis zu fahren, in der Bedeutung ‘Lenker eines Kraftwagens, Chauffeur’ um 1900 wohl aus Kraftwagenfahrer verkürzt. Früher bezeugt als Grundwort von Komposita, vgl. mhd. lantvarære, nhd. Landfahrer ‘Reisender, Pilger, Landstreicher’, See-, Wallfahrer (17. Jh.). fahrend Part.adj. ‘ohne festen Aufenthaltsort’, ahd. faranti substantiviert ‘Reisender’ (8./9. Jh.), adjektivisch in der Wendung (10. Jh.) farantēr scaz, mhd. varndeʒ guot, nhd. fahrende Habe ‘beweglicher Besitz’; mhd. varnde ‘wandernd, umherziehend’ (von Spielleuten u. dgl., varndiu diet ‘umherziehendes, nicht seßhaftes Volk’). fahrig Adj. ‘unruhig, hastig, unkonzentriert’, spätmhd. verec, veric ‘zur Ausfahrt bereit’, nhd. ferig ‘behende, rasch’ (16. Jh.), danach erst wieder in der heutigen Bedeutung seit dem 18. Jh. durchgehend gebräuchlich. fahrlässig Adj. ‘unachtsam, nachlässig’ (15. Jh.), aus der verbalen Wendung mhd. varn lāʒen ‘geschehen lassen, nachlässig sein, ungestraft lassen’ weitergebildet (nicht zu ↗lässig Adj., s. d.); häufig in der Rechtssprache; Fahrlässigkeit f. ‘(strafbare) Unachtsamkeit’ (15. Jh.). Vorfahr m. ‘Ahne’, mhd. vorvar(e), mnd. vorvāre, eigentl. ‘Vorangehender’. Nachfahr m. ‘Nachkomme’, mhd. nāchvar. Fahrgast m. (2. Hälfte 19. Jh.), Verdeutschung für ↗Passagier (s. d.), Fahrkarte f. auch Fahrschein m. (Ende 19. Jh.), Verdeutschung für ↗Billett (s. d.), und Fahrplan m. ‘Verzeichnis der Fahrzeiten öffentlicher Verkehrsmittel’ (2. Hälfte 19. Jh.) sind mit der Entwicklung des Eisenbahnwesens entstanden. Fahrrad n. ‘einspuriges zweirädriges Tretfahrzeug’ (Ende 19. Jh.), Verdeutschung für Veloziped (von frz. vélocipède, zu lat. vēlōx ‘schnell’ und pēs ‘Fuß’ gebildet), modern meist verkürzt zu ↗Rad (s. d.). Fahrstuhl m. ‘Lift’ (17. Jh.), daneben anfangs auch Fahrsessel m., zuerst in mittelalterlichen Bergwerken und in der Kriegsbaukunst verwendet und Aufzug (vgl. spätmhd. ūfzuc ‘Vorrichtung zum Aufziehen’, s. ↗ziehen) genannt; seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. für den elektrischen ↗Lift (s. d.). Fahrzeug n. ‘fahrbare Einrichtung zur Beförderung von Personen und Gütern’; zum zweiten Kompositionsglied s. ↗Zeug. Mnd. vārtǖch ‘Fahrzeug, Wagen’, nl. vaartuig ‘Schiff, Boot, Wagen’ (17. Jh.), seit dem 17. Jh. in hd. Texten (zuerst z. B. in Reisebeschreibungen) als Bezeichnung für ‘Schiff’ belegt (so bis zum Anfang des 20. Jhs.), erst im 19. Jh. wird die Verwendung ‘Wagen’ häufiger, modern vielfach für Auto.

Thesaurus

Technik
Synonymgruppe
Fahrrad · ↗Rad · ↗Zweirad  ●  ↗Velo  schweiz. · ↗Bike  ugs., engl. · ↗Drahtesel  ugs. · ↗Hirsch  ugs. · Radl  ugs., bair., österr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Prestaventil · Sclaverand-Ventil  ●  Rennventil  ugs. · SV-Ventil  fachspr. · französisches Ventil  ugs., Hauptform
  • Radrennen  ●  ↗Velorennen  schweiz.
  • Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club  ●  ADFC  Abkürzung
  • Blitzventil · Dunlop-Ventil · Normalventil · Patentventil · Woodventil · deutsches Ventil
  • Fahrrad fahren · ↗Rad fahren · ↗radeln  ●  Velo fahren  schweiz. · ↗pedalieren  scherzhaft · in die Pedale treten  ugs.
  • Fahrradlenker  ●  Guidon  schweiz.
  • Fahrradkurier  ●  ↗Velokurier  schweiz.
  • Fahrradunfall  ●  Velounfall  schweiz.
  • Radverkehrsanlage  ●  ↗Radfahranlage  österr.
  • Fahrradabstellanlage · Fahrradabstellplatz · Fahrradparkplatz  ●  Fahrradstand  ugs.
  • Fahrradstation · Radstation  ●  Velostation  schweiz.
  • Kettennieter  ●  Kettennietdrücker  fachspr. · Nietendrücker  ugs., Jargon
  • Kurbeltrieb · ↗Tretkurbel · ↗Tretlager
  • Fahrradkennzeichen · Fahrradnummer · Velovignette
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auto Bus Gepäckträger Hilfsmotor Kinderwagen Mitnahme Mofas Mopeds Motorräder Nähmaschinen Roller Stadtführung Verkehrsmittel abgestellt abgestellten erkunden fahren flüchtete gebrauchte geklaut gestohlen gestohlene mitgenommen radeln reparieren schiebt schwingt strampeln umsteigen zurückgelegt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fahrrad‹.

DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Fahrräder sind fast alle uralt, die Chinesen fahren sehr langsam.
Die Zeit, 24.04.2006, Nr. 17
Das Fahrrad dagegen bleibt mit nur zwei Rädern auf Kurs.
Der Tagesspiegel, 08.09.2004
In den nächsten Tagen werde ich hier ein gebrauchtes Fahrrad abschicken.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 18.10.1939, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Seine Söhne aber kamen sozusagen mit dem Fahrrad zwischen den Beinen auf die Welt.
Penzoldt, Ernst: Die Powenzbande, Darmstadt: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1960 [1930], S. 0
Mit dem Fahrrad von heute hat es allerdings nichts gemeinsam als eben die zwei Räder.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8188
Zitationshilfe
„Fahrrad“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fahrrad>, abgerufen am 15.12.2017.

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