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Fama, die

GrammatikSubstantiv (Femininum), nicht mit unbestimmtem Artikel · Genitiv Singular: Fama · wird nur im Singular verwendet
WorttrennungFa-ma
HerkunftLatein
eWDG, 1967

Bedeutung

gehoben Gerücht
Beispiele:
die Fama berichtet, erzählt von Abenteuern
es verbreitete sich die Fama, alle seien gerettet worden
es ging die Fama, dass ...
es erwies sich, daß die Fama nicht übertrieben hatte [Wasserm.Wahnschaffe1,105]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fama f. ‘Gerede, Gerücht, Ruf, Leumund’, Übernahme von lat. fāma ‘Sage, Gerede, Gerücht, Kunde, öffentliche Meinung, (guter oder schlechter) Ruf’ (s. auch ↗diffamieren, ↗famos, ↗infam). In dt. Texten erscheint Fama seit dem 17. Jh., zuerst personifiziert (wie auch schon bei den Römern), vgl. tausendzüngige Fama, auf den Flügeln der Fama (18. Jh.). Älter ist die in der Rechtssprache bezeugte Form Fame ‘Gerücht, Kunde’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gerücht · ↗Gerüchteküche · ↗Hörensagen · unbestätigte Meldung  ●  ↗Buschfunk  ugs. · Fama  geh. · ↗Flurfunk  ugs. · ↗Latrinenparole  ugs. · ↗Scheißhausparole  derb
Assoziationen
  • Stadtgespräch sein · allgemein bekannt sein · in der Zeitung gestanden haben · sich wie ein Lauffeuer verbreiten · stadtbekannt sein  ●  (die) Spatzen pfeifen es von den Dächern  ugs., variabel, sprichwörtlich, fig. · ↗(etwas) weiß (doch) jeder  ugs. · die Runde machen (Geschichte)  ugs. · in aller Munde sein  ugs. · von Mund zu Mund gehen  ugs.
  • bislang unbestätigten Meldungen zufolge · dem Vernehmen nach · nach allem, was man weiß · nach bisher unbestätigten Meldungen · nach dem, was man weiß · soweit bekannt · soweit man weiß · wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautet(e) (in vielen Abwandlungen, Nachrichtensprache)  ●  nach allem, was man hört  ugs.
  • Gerede · ↗Getratsch(e) · ↗Klatsch · ↗Klatscherei · Klatschgeschichten · ↗Stadtgespräch · ↗Tratsch · Tratschereien · offenes Geheimnis  ●  Gossip  engl. · Klatsch und Tratsch  Hauptform · ↗Altweibergeschwätz  ugs., abwertend, fig. · ↗Buschfunk  ugs. · Bürogeflüster  ugs. · ↗Flurfunk  ugs. · ↗Gequatsche  ugs. · ↗Getratsche  ugs. · ↗Lästerei(en)  ugs. · Ratscherei  ugs., süddt.
  • (etwas) läuten hören · Gerüchten zufolge (...) · der Legende nach · eine (alte) Legende sagt · es geht das Gerücht · es geht die Sage · gerüchteweise hören · man erzählt sich · man flüstert sich zu · man munkelt · man raunt sich zu  ●  so will es die Legende  Einschub, variabel · (die) Leute erzählen (dass)  ugs., Hauptform · die Legende will  geh.
  • Beleidigung · ↗Beschimpfung · ↗Verhöhnung · böse Zungen (sagen o.ä.)  ●  ↗Injurie  geh., bildungssprachlich · ↗Invektive  geh., bildungssprachlich · ↗Schmähung  geh. · ↗Verbalinjurie  geh., bildungssprachlich
  • Rufmord · ↗Verleumdung · ↗Verunglimpfung · üble Nachrede
  • Populismus · populistische Parolen  ●  (das) gesunde Volksempfinden  Jargon, ironisch · Lufthoheit über die Stammtische  ironisch
  • (sich) herumsprechen · Flurgespräch sein · bekannt werden · bekanntwerden · man erzählt sich (dass) · weitererzählt werden  ●  die Runde machen  ugs.
  • Gerüchte in Umlauf setzen · Gerüchte verbreiten · ↗kolportieren
  • (etwas) aus (un)sicherer Quelle haben · (etwas) aus (un)sicherer Quelle wissen · (etwas) hat man mir erzählt · (etwas) so gehört haben · (etwas) wurde mir erzählt · (etwas) wurde mir zugetragen · (nur) vom Hörensagen (wissen) · (sich von etwas) nicht persönlich überzeugt haben · nicht aus eigener Anschauung (wissen) · nicht selbst gesehen haben · ↗sollen  ●  so erzählt man (sich)  Einschub · so heißt es  Einschub · über drei Ecken erfahren haben  ugs. · über zig Ecken erfahren haben  ugs.
  • (sich) herumsprechen · Flurgespräch sein · die Runde machen · in Umlauf sein · ↗kursieren · man erzählt sich (dass) · ↗umgehen · ↗umlaufen · weitererzählt werden · ↗zirkulieren  ●  rumgehen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Reich behaupten verbreiten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fama‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was ist also dran an der Fama vom perfekten Alter?
Die Zeit, 14.04.2005, Nr. 16
Von dieser Fama bleibt nach diesem Buch nichts mehr übrig.
Süddeutsche Zeitung, 29.10.1999
Ja, so stark bläst die Fama den Rauch von den falschen Motiven über die echten!
Gütersloh, Albert Paris: Sonne und Mond, München: Piper 1984 [1962], S. 615
Am schlimmsten von allen war Famas eigener Sohn dem Bann der Projektionen erlegen.
Ransmayr, Christoph: Die letzte Welt, Gütersloh: Bertelsmann 1990 [1990], S. 203
Entsprechend ihrer Fama in Western-Filmen waren die Kopfgeldjäger auch in der Realität eine äußerst ehrlose und verachtete Spezies Mensch.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7
Zitationshilfe
„Fama“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fama>, abgerufen am 20.05.2019.

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