Familienmodell, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Familienmodells · Nominativ Plural: Familienmodelle
Aussprache [faˈmiːli̯ənmoˌdɛl]
Worttrennung Fa-mi-li-en-mo-dell
Wortzerlegung  Familie Modell
DWDS-Vollartikel

Bedeutungen

1.
Soziologie Muster für die Organisation eines Familienverbands und das Zusammenleben der Beteiligten
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: das bürgerliche, klassische, traditionelle, vorherrschende Familienmodell
Beispiele:
Das Familienmodell Vater‑Mutter‑Kind ist zwar immer noch weit verbreitet, es gibt aber längst auch viele andere Konstellationen: die Patchworkfamilie, (gleichgeschlechtliche) Paare, die mithilfe einer Leihmutter ein Kind bekommen, adoptierte Kinder oder solche, die mit einer Samen‑ oder Eizellspende entstanden sind. [Süddeutsche Zeitung, 16.07.2019]
Obwohl sich heute immer mehr junge Väter um ihren Nachwuchs kümmern möchten, bleibt nach der Geburt eines Kindes meist die Mutter zuhause – und der Vater geht Vollzeit arbeiten. Dieses konservative Familienmodell verändert sich nur langsam, der Hausmann wird auch heute noch von vielen als Exot angesehen. [Wer bleibt zuhause?, 05.08.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
Andere Frauen haben sich in der Ehe für ein Familienmodell entschieden, das bewusst auf eine berufliche Tätigkeit verzichtet. [Die Welt, 17.07.2020]
Wir haben die Chance vielfältiger Familienmodelle in einer vielfältigen modernen Gesellschaft, mit Berufstätigkeit und dem Angebot guter Betreuung oder, in Anknüpfung an unsere eigenen Traditionen, weitgehender Erziehung durch die Eltern zu Hause mit oder ohne Teilzeitarbeit. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.09.2005]
Wir brauchen ein neues Familienmodell, in dem Männer und Frauen gleichermaßen an der Betreuung der Kinder beteiligt sind. [Die Zeit, 25.07.1980]
2.
Wirtschaft Variante eines Produkts, die sich besonders gut für die Benutzung durch Familien eignet
Beispiele:
Audi betonte […], man habe zeigen wollen, dass das beworbene Auto ein Familienmodell sei und sich auch die kleinsten Verkehrsteilnehmer entspannt auf verschiedene Fahrassistenz‑ und Notbremssysteme verlassen könnten. [Münchner Merkur, 05.08.2020]
Wer braucht schon eine Yacht, wenn es Schlauchboote gibt? […] Es gibt sie in unzähligen Varianten: als Faltboote, leicht und schnell in den Rucksack zu packen, als Familienmodelle mit viel Platz, als billige Badeboote oder als luxuriöse Aufblas‑Ungetüme, in denen man sich schon fast hochseetauglich fühlt. [Süddeutsche Zeitung, 30.07.2016]
Bis in die sechziger Jahre waren, neben den Autos von Volkswagen, die praktischen Familienmodelle von Opel sehr beliebt. Aber als sich spätestens in den Siebzigern der Hedonismus auszubreiten begann, als die Familien kleiner und schneller wieder geschieden wurden, lief es nicht mehr so richtig für Opel. [Die Zeit, 20.01.2005]
Ein Familienmodell [Fernsehgerät mit Multimedia-Terminal] soll das Fernsehen um Heimkino, Lernen und Wissen sowie Spiele ergänzen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.1996]

letzte Änderung:

Typische Verbindungen zu ›Familienmodell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Familienmodell‹.

Zitationshilfe
„Familienmodell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Familienmodell>, abgerufen am 06.12.2021.

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