Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Famulus, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Famulus · Nominativ Plural: Famuli
Nebenform umgangssprachlich Famulus · Substantiv · Nominativ Plural: Famulusse
Aussprache 
Worttrennung Fa-mu-lus
Herkunft aus famuluslat ‘Diener’
eWDG

Bedeutungen

1.
Medizin Medizinstudent der klinischen Semester, der unter Anleitung eines erfahrenen Mediziners während der Ferien sein Praktikum im Krankenhaus ableistet
Beispiele:
er arbeitet als Famulus in der Klinik
er ist Famulus beim Chefarzt
2.
veraltet Student (der letzten Semester), der einem Hochschullehrer für seine Vorlesungen und Übungen Dienste leistet
Beispiel:
er war Famulus bei Professor M
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Famulus · famulieren
Famulus m. ‘Medizinstudent während des Praktikums’. Im 16. Jh. wird lat. famulus (alat. famul) ‘Diener’ (verwandt mit Familie, s. d.) ins Dt. übernommen und bezeichnet zuerst den ‘Gehilfen eines Universitätsprofessors’, wird aber später weithin auf den medizinischen Bereich eingeschränkt. – famulieren Vb. ‘als Famulus arbeiten’ (17. Jh.), von lat. famulārī ‘dienen’.

Verwendungsbeispiele für ›Famulus‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er hatte den Famulus mehrmals durchs Zimmer schleichen und es leise wieder verlassen gehört. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 879]
Er suchte in Gedanken nach einer Arbeit für seinen neuen Famulus. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 199]
Da sind meine Kollegienzettel, und mein Famulus versteht sich gut aufs Werben. [Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 22581]
Der Famulus kam sofort zurück, er ließ die Tür offen. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 899]
Der Famulus und Franz von Meißen holten ihn keuchend ein und berichteten. [Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 928]
Zitationshilfe
„Famulus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Famulus>.

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