Fang, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fang(e)s · Nominativ Plural: Fänge
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Fang‹ als Letztglied: ↗Aalfang · ↗Bauernfang · ↗Beifang · ↗Beutefang · ↗Blickfang · ↗Bärenfang · ↗Dummenfang · ↗Fischfang · ↗Fremdenfang · ↗Genickfang · ↗Gimpelfang · ↗Heringsfang · ↗Hirschfang · ↗Kaninchenfang · ↗Krabbenfang · ↗Krebsfang · ↗Kugelfang · ↗Kundenfang · ↗Käuferfang · ↗Lachsfang · ↗Lichtfang · ↗Maschenfang · ↗Menschenfang · ↗Männerfang · ↗Publikumsfang · ↗Rattenfang · ↗Rauchfang · ↗Schallfang · ↗Schmetterlingsfang · ↗Seelenfang · ↗Stimmenfang · ↗Vogelfang · ↗Walfang · ↗Walfischfang · ↗Wildfang · ↗Windfang

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. das Fangen
    1. [bildlich] ...
  2. 2. das, was man gefangen hat
    1. a) gefangene Beute
    2. b) [umgangssprachlich, übertragen] Ausbeute, Erfolg
  3. 3. Fangwerkzeug des Tiers, Raubtiers
    1. a) Krallenfuß des Raubvogels
    2. b) Eckzähne, Reißzähne des Haarraubwildes und des Hundes
    3. c) [umgangssprachlich, übertragen] Gewalt
    4. d) [Jägersprache] Maul des Bären, Wolfs, Hundes, Fuchses
  4. 4. [Jägersprache] ⟨dem Schalenwild den Fang geben⟩ das angeschossene Schalenwild mit der blanken Waffe töten
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
das Fangen
Grammatik: nur im Singular
entsprechend der Bedeutung von fangen (1)
Beispiele:
der Fang eines Tieres, von Großwild, von Fischen
die Fischer, Fischdampfer fahren zum Fang aus, fahren auf Fang, werfen zum Fang die Netze aus
der Jäger geht auf Fang aus
die Larven werden beim Fang der Beute vorwiegend vom Tastsinn geleitet
bildlich
Beispiel:
er geht schon wieder auf Fang aus (= sucht jmdn. für seine Zwecke)
2.
das, was man gefangen hat
Grammatik: meist im Singular
entsprechend der Bedeutung von fangen (1)
a)
gefangene Beute
Beispiele:
die Katze lässt ihren Fang nicht los
die Fischer brachten einen großen Fang ein, haben einen guten Fang gehabt, getan
umgangssprachlichdie Fischer haben einen guten Fang gemacht
sie zogen den reichen Fang an Land
b)
umgangssprachlich, übertragen Ausbeute, Erfolg
Beispiele:
der Gewinn war ein großer, glücklicher Fang für ihn
hier ist ein Fang zu machen (= hier ist etw. zu holen)
mit der Festnahme des Verbrechers war der Polizei ein guter Fang gelungen
mit diesem Mitarbeiter, mit diesem Kauf haben wir einen guten Fang gemacht, getan (= haben wir eine gute Wahl getroffen)
spöttischmit dir haben wir ja einen schönen Fang gemacht! (= du hast unsere Erwartungen, die wir in dich gesetzt haben, sehr enttäuscht!) (= wir haben uns in dir gründlich verrechnet!)
Sieben Stunden war er unterwegs gewesen, und der Fang war jämmerlich: zwei Abonnenten [FalladaBlechnapf348]
»Bin schon sechs Jahr Wachtmeister«, schnauft der Gendarm ... »man müßte mal einen wirklichen Fang tun« [F. WolfGrenze5,11]
3.
Fangwerkzeug des Tiers, Raubtiers
a)
Krallenfuß des Raubvogels
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
die scharfen, spitzen, starken, sehnigen Fänge des Adlers
der Bussard zieht die Fänge an
der Adler hält die Beute in seinen Fängen, packt, greift die Beute mit seinen Fängen
b)
Eckzähne, Reißzähne des Haarraubwildes und des Hundes
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
der Wolf greift, packt sein Opfer mit den Fängen, hält die Beute fest in seinen Fängen
der Löwe gräbt seine Fänge in das erbeutete Tier
der Hecht geriet in die Fänge des Bären
c)
umgangssprachlich, übertragen Gewalt
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
in jmds. Fänge, jmdm. in die Fänge geraten
jmdn., etw. in den, in seinen Fängen haben, ganz in seine Fänge nehmen
was er einmal in den Fängen hat, hält, lässt er nicht los
Wenn das Kind denen da oben in die Fänge gerät, geht es hops [ApitzNackt39]
Der Knauserige ... dessen Herz der Teufel der Habsucht schon halb in seinen Fängen hat [WeismantelRiemenschneider55]
ich will dich den Fängen dieses Weibes entreißen, das ist eine Hexe [KischHetzjagdI]
d)
Jägersprache Maul des Bären, Wolfs, Hundes, Fuchses
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
der Jagdhund hat, trägt die Beute im Fang
konnte eben noch eräugen, daß Reineke Rotvoß mit Quarrline [der Schnepfhenne] im Fang davonschnürte [LönsMümmelmann4,21]
4.
Jägersprache dem Schalenwild den Fang gebendas angeschossene Schalenwild mit der blanken Waffe töten
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
einem Hirsch, Reh den Fang geben
Der Förster gibt ihm [dem verendenden Zwölfender] den Fang [LönsMümmelmann4,105]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fangen · Fang · Rauchfang · Windfang · Fangschuß · Fangstoß · Fänger · Gefangenschaft · Gefängnis · verfangen · verfänglich
fangen Vb. ‘(er)greifen, zu fassen bekommen, der Freiheit berauben’. Das ursprünglich reduplizierende Verb mit grammatischem Wechsel ahd. fāhan (8. Jh.), mhd. vāhen, vān, nach Nasalausfall vor h und daraus folgender Dehnung des Vokals hervorgegangen aus germ. *fanhan, hat in Infinitiv und Präsens seit dem 16. Jh. eine allmähliche Angleichung des Konsonantismus an die Präteritalformen erfahren; in poetischer Sprache ist fahen jedoch noch bis ins 19. Jh. bezeugt. Das Verb und seine germ. Entsprechungen asächs. fāhan, mnd. vān, vangen, mnl. vanghen, nl. vangen, anord. , schwed. , aengl. fōn, got. fāhan führen mit den außergerm. Verwandten lat. pangere ‘befestigen, einschlagen’, pacīscī ‘ein Übereinkommen treffen, einen Vertrag schließen’ (s. ↗Pakt), griech. pássalos (πάσσαλος) ‘Pflock, Nagel, Haken’, págē (πάγη) ‘alles, was festhält, Schlinge, Falle’, aind. pā́śaḥ ‘Schlinge, Band, Kette’ auf eine Wurzel ie. *pā̌k̑-, *pā̌g̑- ‘festmachen’ (wozu auch ↗Fach, ↗fügen, s. d.). Fang m. ‘das Gefangene, Beute’, jägersprachlich ‘Kralle, Schnabel’ (eines Raubvogels), ‘Reißzahn, Rachen’ (bei verschiedenen anderen Tieren), ‘Todesstoß’ (für krankes Wild); ahd. -fang (nur als Kompositionsglied, z. B. in anafang, s. ↗Anfang), mhd. vanc. Rauchfang m. ‘Rauchabzug, Schornstein’ (15. Jh.). Windfang m. ‘Windschutzvorrichtung, dem Wind ausgesetzte Seite’, ahd. wintfang (9. Jh.), mhd. wintvanc. Fangschuß m. ‘tödlicher Schuß, Gnadenschuß für verwundetes, krankes Wild’ (19. Jh.). Fangstoß m. ‘Gnadenstoß mit einer Stichwaffe’ (19. Jh.), z. B. mit dem Hirschfänger ‘Seitengewehr des Jägers’. Fänger m. ‘wer etw. fängt, auffängt’ (17. Jh.); vgl. ahd. -fangāri als Kompositionsglied z. B. in intfangāri (s. ↗Empfänger). Gefangenschaft f. ‘Freiheitsverlust, Unfreiheit’, mhd. gevangenschaft; vgl. ahd. gifengida ‘Gefangenschaft’ (9. Jh.). Gefängnis n. ‘Freiheitsentzug, Strafe, Zustand und Ort der Unfreiheit, Gewahrsam, Strafvollzugsanstalt’, mhd. (ge)vancnisse, (ge)vencnisse ‘Gefangennahme, Gefangenschaft’, mnd. gevenknisse, mnl. g(h)evangenesse, -nisse, nl. gevangenis. verfangen Vb. ‘wirksam sein, nützen’, ahd. firfāhan ‘ergreifen, umfassen, nützen’ (9. Jh.), mhd. vervāhen, vervān ‘fassen, fangen, gewinnen, wahrnehmen, geistig auffassen, (hart) beurteilen, ausrichten, fördern, nützen’, häufig reflexiv sich verfangen ‘sich verstricken, in Komplikationen geraten’ (bereits mhd.); daher verfänglich Adj. ‘heikel, riskant’, anders mhd. vervanclich, vervenclich ‘nützlich, wirksam’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Fang · ↗Fischzug
Synonymgruppe
Diebesbeute · ↗Diebesgut · Fang · ↗Hehlerware · ↗Raubgut · heiße Ware · vom Lastwagen gefallen  ●  Schore  Rotwelsch, Jargon · ↗Sore  Rotwelsch, Jargon · vom LKW gefallen  ugs. · vom Laster gefallen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Fang‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fang‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fang‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann geht es lebhaft zu, denn alle haben viel zu erzählen von ihrem Fang aus der Tiefe des Meeres.
Der Tagesspiegel, 31.03.2000
Doch allzu glücklich kann man über diesen Fang nicht sein.
Die Zeit, 28.06.1968, Nr. 26
Man wußte schließlich zu genau, was es hieß, in die Fänge der attischen Politik zu geraten.
Heuß, Alfred: Hellas. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 3917
Wird das Sterben - die Tiere stinken ihn widerlich an - sehr schmerzvoll sein unter den langen Fängen der Wölfe?
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 271
Dies ist etwas für ihn, ein Coup, ein guter Fang.
Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 457
Zitationshilfe
„Fang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fang>, abgerufen am 28.05.2020.

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