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Fant, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fant(e)s · Nominativ Plural: Fante
Aussprache 
eWDG

Bedeutung

abwertend unreifer, wenig ernst zu nehmender, eitler Bursche
Beispiele:
ein junger, unbedarfter, nichtsnutziger, leichtfertiger, gewissenloser, eitler Fant
er fand, daß er sich hier nicht so benehmen konnte wie ein junger, verliebter Fant [ ViebigDie vor d. Toren254]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fant m. ‘unreifer, eitler junger Mann’, entlehnt (18. Jh.) aus ital. fante ‘Knabe, Jüngling, Diener’, nach lat. īnfāns m. f. ‘Kind’ (eigentlich ‘nicht sprechend’, zu lat. fārī ‘sprechen’, s. infantil). Zur Wortgruppe von lat. fārī und īnfāns stellt man auch ahd. fuozfendo ‘wer zu Fuß geht, Fußsoldat’ (9. Jh.), mhd. vende, vent ‘Fußgänger, Knabe’ sowie mnd. vent ‘Knabe, Knecht’, mnl. nl. vent ‘Mann, Kerl’. Darauf beruhende lexikalische Buchungen wie Fante, Fente, Fent ‘Knabe, leichtsinniger junger Mann’ (17. Jh.) könnten bereits unter dem Einfluß von ital. fante stehen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dandy · Geck · Piefke · Schönling · Snob  ●  Adonis  ironisch · Beau  ironisch · Stutzer  veraltet · Fant  geh., veraltet · Fatzke  ugs. · Gent  geh., ironisch · Lackaffe  ugs. · Pomadenhengst  ugs., veraltet · Schicki  ugs. · Schickimicki  ugs., ironisch · Schmock  geh., selten, veraltend · Schnösel  ugs. · Stenz  ugs. · eitler Pfau  ugs. · feiner Pinkel  ugs. · lackierter Affe  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Fant‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als junger Fant glaubt man nur von Gott und seinem Degen abzuhängen; nichts erscheint unmöglich, alles fügt sich, alles beugt sich, alles ist gefällig. [Die Zeit, 28.08.1981, Nr. 36]
Mit diesen liebenswürdig‑ironischen Versen hat Wilhelm Busch das Bild des eitlen Fants, des kleinen Modegecken gezeichnet. [Dänhardt, Reimar: Fein oder nicht fein, Berlin: Deutscher Militärverl. 1972 [1968], S. 73]
Es wird diesen Fant entlarven wie alles, was glaubt, durch Macht oder Geld sich mit dem Eigentlichen ohne den eigenen Einsatz schmücken zu können. [Die Zeit, 03.06.2002, Nr. 22]
Doch manchmal kommt er nicht an, weil ein Landgraf keine Lust auf einen vierundzwanzigjährigen Fant hat oder ein Pfalzgraf übel gelaunt ist. [Die Zeit, 25.10.1974, Nr. 44]
Zitationshilfe
„Fant“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fant>.

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