Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Farbe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Farbe · Nominativ Plural: Farben
Aussprache  [ˈfaʁbə]
Worttrennung Far-be
Wortbildung  mit ›Farbe‹ als Erstglied: Farbabbildung · Farbabstimmung · Farbabstufung · Farbabzug · Farbaufnahme · Farbauftrag · Farbauszug · Farbbad · Farbband · Farbbeutel · Farbbezeichnung · Farbbild · Farbbottich · Farbbuch · Farbdia · Farbdruck · Farbdrucker · Farbechtheit · Farbeffekt · Farbeimer · Farbeindruck · Farbempfindung · Farben tragend · Farbenblindheit · Farbendruck · Farbenfabrik · Farbenfehlsichtigkeit · Farbenflut · Farbenfotografie · Farbenharmonie · Farbenindustrie · Farbenkasten · Farbenkleckser · Farbenkombination · Farbenlehre · Farbenmeer · Farbenmischung · Farbenpalette · Farbenphotographie · Farbenpracht · Farbenrausch · Farbenreichtum · Farbenschönheit · Farbensinfonie · Farbensinn · Farbenskala · Farbenskizze · Farbenspiel · Farbenstich · Farbensymbolik · Farbensymphonie · Farbentafel · Farbenwechsel · Farbenzauber · Farbexplosion · Farbfeld · Farbfernsehen · Farbfernseher · Farbfilm · Farbfilter · Farbfleck · Farbfoto · Farbfotografie · Farbgebung · Farbgestaltung · Farbglas · Farbharmonie · Farbholz · Farbkarte · Farbkasten · Farbklecks · Farbkombination · Farbkomponente · Farbkontrast · Farbkopierer · Farbkopiergerät · Farbkörper · Farblichtbild · Farblithografie · Farblithographie · Farbmaus · Farbmeer · Farbmessung · Farbmine · Farbmischung · Farbmittel · Farbmuster · Farbnuance · Farbpalette · Farbpapier · Farbphotographie · Farbpigment · Farbprobe · Farbraum · Farbrausch · Farbscherenschnitt · Farbschicht · Farbschlag · Farbschönheit · Farbskala · Farbskizze · Farbstich1 · Farbstich2 · Farbstift · Farbstoff · Farbstreifen · Farbtabelle · Farbtafel · Farbtemperatur · Farbtiefe · Farbtintenstrahldrucker · Farbton · Farbtonfilm · Farbtripel · Farbtupfen · Farbtupfer · Farbvariante · Farbwalze · Farbwechsel · Farbwerk · Farbwert · Farbzusammenstellung · farbarm · farbecht · farbempfindlich · farbenblind · farbenfreudig · farbenfroh · farbenkräftig · farbenprächtig · farbenreich · farbenschön · farbentragend · farbfreudig · farbfrisch · farbfroh · farbig · farbintensiv · farbkräftig · farblos · farbschön · farbtüchtig · färbig
 ·  mit ›Farbe‹ als Letztglied: Abtönfarbe · Acrylfarbe · Aluminiumfarbe · Anilinfarbe · Anlauffarbe · Aquarellfarbe · Augenfarbe · Azurfarbe · Bleifarbe · Bleioxidfarbe · Bleioxydfarbe · Bronzefarbe · Bundesfarben · Champagnerfarbe · Deckfarbe · Dispersionsfarbe · Druckerfarbe · Druckfarbe · Eierfarbe · Eisenfarbe · Eisenoxidfarbe · Eisenoxydfarbe · Eisfarbe · Elfenbeinfarbe · Emailfarbe · Emaillefarbe · Erdfarbe · Falschfarbe · Fehlfarbe · Fingerfarbe · Fleischfarbe · Fluoreszenzfarbe · Gesichtsfarbe · Grundfarbe · Grundierfarbe · Haarfarbe · Hauptfarbe · Hautfarbe · Herbstfarben · Hintergrundfarbe · Holzfarbe · Indanthrenfarbe · Interferenzfarbe · Kalkfarbe · Kardinalfarbe · Klangfarbe · Komplementärfarbe · Kontrastfarbe · Körperfarbe · Künstlerfarbe · Lackfarbe · Landesfarbe · Lasurfarbe · Latexfarbe · Lebensmittelfarbe · Lederfarbe · Leimfarbe · Leuchtfarbe · Lieblingsfarbe · Lokalfarbe · Malerfarbe · Meerfarbe · Metallfarbe · Mineralfarbe · Mischfarbe · Missfarbe · Modefarbe · Muffelfarbe · Nationalfarbe · Naturfarbe · Normalfarbe · Ockerfarbe · Ofenfarbe · Pastellfarbe · Plakatfarbe · Regenbogenfarbe · Rostschutzfarbe · Sanitärfarbe · Scharffeuerfarbe · Schmelzfarbe · Schockfarbe · Schutzfarbe · Schwefelfarbe · Sicherheitsfarbe · Signalfarbe · Sonderfarbe · Speisefarbe · Spektralfarbe · Spezialfarbe · Spielfarbe · Staatsfarbe · Stadtfarbe · Stempelfarbe · Stoff-Farbe · Stofffarbe · Strukturfarbe · Stubenfarbe · Tarnfarbe · Teerfarbe · Temperafarbe · Trockenfarbe · Trumpffarbe · Tuschfarbe · Unterglasurfarbe · Urfarbe · Verbindungsfarbe · Vereinsfarbe · Vollfarbe · Vorstreichfarbe · Wachsfarbe · Waffenfarbe · Warnfarbe · Wasserfarbe · Zementfarbe · Zinkfarbe · Zitronenfarbe · Zwischenfarbe · Ölfarbe
 ·  mit ›Farbe‹ als Binnenglied: Dreifarbendruck · Mehrfarbendruck · Vierfarbendruck · Vierfarbkugelschreiber
 ·  mit ›Farbe‹ als Grundform: -farben
eWDG

Bedeutungen

1.
durch Lichtstrahlen bestimmter Wellenlänge hervorgerufene Erscheinung vor dem Auge
a)
Beispiele:
die rote, grüne, gelbe, weiße Farbe
eine helle, lichte, grelle, düstere, dunkle, matte Farbe
bunte, warme, kalte, weiche, harte, zarte, satte, lebhafte, frische, kräftige, leuchtende, schreiende, gedeckte, gedämpfte, stumpfe Farben
die Farben des Regenbogens, Sonnenspektrums
die Farbe des Pullovers steht ihr gut
die Farben der Möbel, Gardinen und Tapeten sind aufeinander abgestimmt, passen gut zusammen
umgangssprachlichdie Farben der Möbel, Gardinen und Tapeten beißen sich (= die Farben der Möbel, Gardinen und Tapeten passen nicht zueinander)
die Farben des Kleides sind verblasst, verschossen
welche Farbe hat dein neuer Mantel?
der Stoff gefällt mir gut in Farbe und Muster
Skihosen, Anoraks in modischen Farben
die Gladiolen leuchten in den herrlichsten Farben
der Edelstein glitzert, schillert, spielt in allen Farben
Gesichtsfarbe
Beispiele:
eine gesunde, frische, krankhafte, blasse Farbe haben
bei dieser Nachricht, plötzlich, vor Zorn wechselte er die Farbe (= bekam er eine andere Gesichtsfarbe)
seine Bestürzung war so groß, dass die Farbe aus seinen Zügen wich, sein Gesicht alle Farbe verlor (= er blass, bleich wurde)
nur langsam bekam er nach der Krankheit wieder (etwas, eine bessere) Farbe
diese Farbe (= Kleidung in dieser Farbe) steht ihr gut
Und das ist Glen, die hatte immer so trübselige Farben an (= hatte immer Kleidung in trübseligen Farben an) [ GaiserSchlußball31]
b)
Buntheit im Gegensatz zu weiß, schwarz
Beispiele:
das Buch enthält zahlreiche Abbildungen, zum Teil in Farbe
Aber die Sonne duldet kein Weißes: / … Alles will sie mit Farben beleben [ GoetheFaustI 913]
c)
α)
Symbol für eine Nation
Grammatik: meist im Plural
Beispiele:
die Farben des Landes, der Republik
die französischen Farben
das Flugzeug trug die amerikanischen Farben
er wird für die deutschen Farben starten, hat den Sieg für die deutschen Farben errungen
β)
Symbol für eine Partei
Beispiele:
die Farbe wechseln (= die Partei wechseln)
Die Bayernpartei, von den Journalisten aller Farben … als Lieferantin kräftiger Pointen geschätzt [ Tageszeitung1956]
γ)
Symbol für eine Verbindung, Vereinigung, Mannschaft
Grammatik: meist im Plural
Beispiel:
die Farben der studentischen Verbindung, des Tanzkreises, der Handballmannschaft sind grün-weiß, blau-rot
δ)
Symbol für einen Begriff
Beispiele:
die Farbe der Hoffnung ist Grün
Rot ist die Farbe der Liebe
d)
übertragen
Beispiel:
als durch einen Zufall eine ganz neue Farbe (= etwas ganz Neues) in sein Dasein kam [ Hesse1,639]
Ausdruckskraft
Beispiele:
seine Theaterberichte hatten keine Farbe
daß landschaftliche Sprachformen bis in die Schriftsprache vordringen und ihr Farbe geben [ Sprachdienst1964]
Leben, Lebendigkeit
Beispiele:
erst in der zweiten Halbzeit kam Farbe in das Spiel
In dürren Zeitungsnotizen spuken die Namen solcher Gefährten, die im Buch vielleicht ein wenig Saft und Farbe bekamen [ SeghersGefährten1,94]
Musik Klangfarbe
Beispiel:
der Komponist brachte die Variationen in verschiedenen Farben
2.
färbendes Mittel
Beispiele:
blaue, weiße, dunkelgrüne, hellbraune Farbe
eine echte, unechte, natürliche, künstliche, flüssige, pulverförmige Farbe
dicke, verdünnte, wässerige, in Terpentin lösliche, lichtbeständige, kochechte, gesundheitsschädliche, giftige Farben
die Farben der Decke sind beim Waschen ausgegangen, ausgelaufen
die Farbe hat bereits gebunden, deckt (gut), blättert, bröckelt, platzt von den Wänden (ab)
Farben mischen, einrühren, mit Wasser anrühren
die Farben des Gemäldes auffrischen
der Stoff hat die Farbe gut, nicht angenommen
eine Farbe (dick, dünn) auftragen
Leim ist ein Bindemittel für Farben
es riecht nach Farbe
bildlich
Beispiele:
etw., die Zukunft, Reise ins Ausland in den rosigsten, schillerndsten, verlockendsten Farben darstellen, schildern (= etw., die Zukunft, Reise ins Ausland besonders günstig darstellen, schildern)
etw., die Zukunft, Reise ins Ausland in den dunkelsten, düstersten, schwärzesten Farben ausmalen (= etw., die Zukunft, Reise ins Ausland besonders ungünstig ausmalen)
veraltet Farbe haltentreu, beständig sein
Beispiel:
Und hat sich keinen Freund damit, nicht einen / Erkauft, der in der Not ihm Farbe hielt! [ SchillerWallenst. TodIV 2]
3.
Bezeichnung für jede der vier parallelen Reihen der Spielkarten
Beispiele:
welche Farbe ist Trumpf?
eine Farbe ausspielen, anspielen
Farbe zugeben, bedienen
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich Farbe bekennen (= seine wahre Meinung offenbaren)
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Farbe · färben · farbig · Farbiger · Färber · Schönfärber · Schönfärberei · schönfärben
Farbe f. ‘Oberflächentönung, optischer Eindruck, Mittel zur Kolorierung’, ahd. far(a)wa (8. Jh.), mhd. varwe, var, mnd. varwe, mnl. var(u)we, vaerwe, verwe, nl. verf ist eine Substantivierung der femininen Form des Adjektivs ahd. faro (um 1000), mhd. var(e) (flektiert ahd. far(a)wēr, mhd. varwer) ‘gefärbt, farbig’, das meist mit einer Farbangabe verbunden ist, z. B. ahd. blāfaro, brūnfaro, mhd. -var, nhd. -farb, dann durch -farben abgelöst. Das Adjektiv ist mit ie. u̯o-Suffix gebildet zu ie. *perk̑- ‘gesprenkelt, bunt’, das wie die Variante ie. *prek̑- besonders in Bezeichnungen für gesprenkelte, buntgetupfte Tiere auftritt, vgl. griech. pérkos (πέρκος) ‘Sperber’, próx (πρόξ) ‘(geflecktes) reh- oder hirschartiges Tier’ sowie die unter Forelle (s. d.) behandelten Formen. Anders Must in: IF 86 (1981) 255 ff., der im Hinblick auf neuerlich aufgefundenes got. farw- ‘Aussehen, Gestalt’ eine Entlehnung des Substantivs aus arab. farw, farwa ‘Pelz, (farbenprächtiges) Pelzwerk’ annimmt. färben Vb. ‘kolorieren, anmalen, Farbe verleihen’, ahd. far(a)wen (9. Jh.), mhd. verwen. farbig Adj. ‘bunt, koloriert’ (16. Jh.), zunächst auch färbig, farbicht. Seit dem 19. Jh. für nichtweiße Hautfarbe (vgl. engl. coloured); in dieser Verwendung substantiviert Farbiger m. (19. Jh.). Färber m. ‘wer das Gewerbe des Textilfärbens ausübt’, mhd. verwære; vgl. (mit anderer Bildungsweise) ahd. far(a)wo (9./10. Jh.). Schönfärber m. ‘Gewerbetreibender, der Textilien mit hellen Farben färbt’ (17. Jh.; Gegensatz Schwarzfärber); heute nur noch bildlich ‘wer die Dinge in ein günstiges Licht zu rücken versteht, einen Sachverhalt beschönigt’ (20. Jh.). Schönfärberei f. ‘Werkstatt des Schönfärbens’ (18. Jh.), ‘beschönigende Darstellungsweise’ (20. Jh.). schönfärben Vb. ‘Stoffe mit hellen Farben färben’ (18. Jh.), übertragen ‘bemänteln, entschuldigen’ (19. Jh.), eigentlich ‘schöner machen, als es ist’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beize · Farbe · Färbemittel
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Synonymgruppe
Farbe · Farbton · Kolorit · Nuance · Schattierung · Schimmer · Ton · Tönung
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Farbe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Farbe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Farbe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Bei dieser Arbeit probierst du das Ausfüllen von Formen mit noch mehr Farben. [Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 20]
Aber vor allem muß sie sich in diesen Farben wohl fühlen. [Giesder, Gabriele: Gutes Benehmen, Düsseldorf: Econ-Taschenbuch-Verl. 1991 [1986], S. 170]
So steht es der roten Farbe nirgends an, freiwillig schüchtern zu sein. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 1, Berlin: Aufbau-Verl. 1954, S. 475]
Es sind Bilder, mit denselben einfachen Farben gemalt wie seine Dichtungen. [Hofmannsthal, Hugo von: Ferdinand Raimund. In: Bertram, Mathias (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1920], S. 3427]
Wer wäre da nicht gern live dabei, in Farbe, flimmerfrei. [Die Zeit, 13.04.2000, Nr. 16]
Zitationshilfe
„Farbe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Farbe>.

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