Fatzke, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fatzken · Nominativ Plural: Fatzken
Nebenform landschaftlich Fatzke · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fatzkes · Nominativ Plural: Fatzkes
Aussprache
WorttrennungFatz-ke
eWDG, 1967

Bedeutung

salopp von sich eingenommener, sehr auf sein Äußeres bedachter Mensch, Geck
Beispiele:
er war ein alberner, unverschämter Fatzke
so ein Fatzke!
mit dem Fatzken will ich nichts zu tun haben
In der Obersekunda und in der Prima trugen einige Fatzkes lächerliche Fliegen [GrassKatz91]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fatzke m. ‘Wichtigtuer, eitler, arroganter Mensch’. Der im 19. Jh. im Berliner Raum aufkommende Ausdruck wird vielfach als Ableitung vom Verb frühnhd. fatzen ‘spotten, zum Narren halten’ angesehen, vgl. auch frühnhd. Fatzer, Fatzmann, Fatznarr ‘Possenreißer, Aufschneider’. Doch diese sind wie auch das Verb im 19. Jh. nicht mehr lebendig. Einer Herleitung von Fatzke aus dem poln. Vornamen Wacek, und zwar aus dessen Vokativ Wacku, ist daher der Vorzug zu geben. Wacek ist Koseform von poln. Wacław, das tschech. Václav (s. ↗Scharwenzel) entspricht.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dandy · ↗Geck · ↗Piefke · ↗Schönling · ↗Snob  ●  ↗Adonis  ironisch · ↗Beau  ironisch · ↗Stutzer  veraltet · ↗Fant  geh., veraltet · Fatzke  ugs. · ↗Gent  geh., ironisch · ↗Lackaffe  ugs. · ↗Pomadenhengst  ugs., veraltet · Schicki  ugs. · ↗Schickimicki  ugs., ironisch · ↗Schmock  geh., selten, veraltend · ↗Schnösel  ugs. · ↗Stenz  ugs. · eitler Pfau  ugs. · feiner Pinkel  ugs. · lackierter Affe  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

arrogant eitel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fatzke‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich bin ein eitler Fatzke, und wenn ich ein blaues Auge habe, bin ich nicht happy.
Der Tagesspiegel, 15.12.2003
Wenn denen die Verantwortung zu groß wird, dann hauen sie ab, und das Parlament wählt einen anderen Fatzken.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1942]
Monk war nie der Fatzke, der sich Trends und Moden angedient hat.
Die Zeit, 09.10.1987, Nr. 42
Man könnte also sagen, Cipollini sei ein Fatzke, ein aufgeblasener Pfau.
Süddeutsche Zeitung, 09.07.1999
Ehe dieser Fatzke seine Pfauenfedern zusammen habe, seien sie zehnmal fertig.
Hausmann, Manfred: Abel mit der Mundharmonika. In: ders., Gesammelte Werke, Berlin: Fischer 1983 [1932], S. 160
Zitationshilfe
„Fatzke“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fatzke>, abgerufen am 13.12.2019.

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