Faulpelz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFaul-pelz
WortzerlegungfaulPelz
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich träger, fauler Mensch
Beispiele:
der Junge war ein Faulpelz
er ist ein (kleines) Faulpelzchen
Schimpfwort du Faulpelz!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

faul · stinkfaul · faulig · Faulheit · Fäulnis · Faulpelz · Faultier · faulenzen · Faulenz · Faulenzer
faul Adj. ‘verdorben, verwesend, unredlich, anrüchig, träge’, ahd. fūl (9. Jh.), mhd. vūl ‘verwesend, stinkend, modrig, morsch, verdorben, träge’, asächs. aengl. fūl, engl. foul, mnd. vūl, mnl. vuul, nl. vuil, anord. fūll, schwed. ful, got. fūls, germ. *fūla- ist auf die Wurzel ie. *pū̌- ‘faulen, stinken’ (vermutlich Weiterentwicklung einer Interjektion *pu ‘pfui’) zurückzuführen, zu der auch aind. pū́yati ‘wird faul, stinkt’, griech. pȳ́thesthai (πύθεσθαι) ‘faulen’, lat. pūs ‘Eiter’, pūtēre ‘nach Fäulnis riechen’ gehören. stinkfaul Adj. ‘außerordentlich träge’ (17. Jh.), verstärkend zusammengesetzt mit stinken unter Rückgriff auf die alte Bedeutung faul ‘stinkend’. faulig Adj. ‘mit Fäulnis behaftet, verwesend’, mhd. vūllich. Faulheit f. ‘Trägheit’, mhd. vūlheit, daneben auch vūlkeit, vūlecheit, frühnhd. Faulkeit, Fauligkeit ‘Trägheit, Verwesung’. Fäulnis f. ‘Zersetzung, Verwesung’, ahd. fūlnussī (10. Jh.; auch fūlnissida, 11. Jh.), mhd. vūlnis; dafür bis zum 18. Jh. häufiger Faulung, Fäulung, mhd. vūlunge. Faulpelz m. ‘zur Trägheit neigender Mensch, Faulenzer’ (19. Jh.), schweiz. bereits seit dem 13. Jh. bezeugt; vgl. Pelz ‘Schimmelschicht auf Speisen’, so daß die Vorstellung ‘vor Faulheit Schimmel ansetzen’ zugrunde liegen kann; heute überwiegt wohl Assoziation an Faultier sowie der Gedanke eines trägen Verharrens im bequemen Pelz. Faultier n. südamerikanisches Säugetier von geringer Bewegungsfreudigkeit (17. Jh.), Wiedergabe von span. perezoso; dann auch scherzhaft ‘arbeitsscheuer Mensch’ (19. Jh.). faulen Vb. ‘sich zersetzen, verwesen’, ahd. fūlēn (9. Jh.), mhd. vūlen. faulenzen Vb. ‘träge, untätig sein’, spätmhd. vūlezen ‘faulig schmecken, träge sein’. Das Verb ist analog zu einer Gruppe von intensiven und iterativen Verben auf mhd. -e(z)zen (got. -atjan, ahd. -a-(z)zen, -e(z)zen) gebildet; der n-Einschub stammt aus dem Omd. Dazu Faulenz, Faulenzer m. (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
jemand mit der Einstellung "kommste heut nicht, kommste morgen"  ●  Faulpelz  ugs., Hauptform · ↗Faultier  ugs., scherzhaft · fauler Hund  ugs. · fauler Sack  ugs., variabel
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Drückeberger beschimpfen genial

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Faulpelz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da dachte ich, es wäre toll, sich Faulpelz zu nennen.
Die Welt, 23.03.2005
Das ist richtig, und natürlich wollen wir Faulpelze nicht decken.
Süddeutsche Zeitung, 27.07.2001
Ich sehe Faulpelze, ich sehe Beamten, ich sehe alles - nur keine Künstler.
Die Zeit, 16.09.1999, Nr. 38
Aber mit den als Dativ empfundenen Herren glaubt der Faulpelz, seine Pflicht gegen die Sprache erfüllt zu haben.
Reimann, Hans: Vergnügliches Handbuch der Deutschen Sprache, Düsseldorf: Econ-Verl. 1964 [1931], S. 342
Die Mutter schimpft die Kinder als Faulpelze aus und jagt ihnen hinterher, dabei stößt sie den Milchtopf vom Tisch - es gibt keinen Brei.
Fath, Rolf: Werke - H. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 6247
Zitationshilfe
„Faulpelz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Faulpelz>, abgerufen am 17.02.2019.

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