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Favorit, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Favoriten · Nominativ Plural: Favoriten
Aussprache
WorttrennungFa-vo-rit (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Favorit‹ als Erstglied: ↗Favoritenrolle · ↗Favoritenschreck · ↗Favoritensieg · ↗Favoritensterben · ↗Favoritin
 ·  mit ›Favorit‹ als Letztglied: ↗Titelfavorit · ↗Top-Favorit · ↗Topfavorit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Günstling, Liebling
Beispiele:
er wurde der Favorit des Kaisers
jmdn. zu seinem Favoriten erheben, erklären
Gus war zur Zeit ihr Favorit, ein gitarrespielender Kellner in einem mexikanischen Lokal in der Stadt [BaumKristall226]
etw. Bevorzugtes, Beliebtes
Beispiel:
großzügige, bunte Drucke, spitze Schuhe waren Favoriten der Mode
2.
Sport Sportler, Mannschaft, besonders auch Rennpferd mit den größten Gewinnchancen
Beispiele:
die Mannschaft ging als Favorit ins Spiel
der Hengst startete, galt als klarer, hoher, heißer Favorit
selbst den Experten fiel es schwer, (ausgesprochene) Favoriten für den Abfahrtslauf zu nennen
übertragen
Beispiel:
er ist Favorit bei der Präsidentschaftswahl
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

favorisieren · Favorit · Favoritin
favorisieren Vb. ‘begünstigen, bevorzugen’, im 16. Jh. entlehnt aus gleichbed. afrz. frz. favoriser, das von afrz. favor ‘Gunst’ (lat. favor) abgeleitet ist. Favorit m. ‘Günstling, Liebling’ (17. Jh.), ‘aussichtsreichster Teilnehmer im Wettkampf’ (19. Jh.), Entlehnung aus frz. favori oder unmittelbar aus diesem zugrundeliegendem ital. favorito ‘bevorzugte Person, Günstling’, Substantivierungen von frz. favori (favorite f.), ital. favorito ‘beliebt, bevorzugt’, letzteres eigentlich Part. Perf. von ital. favorire ‘begünstigen’, zu ital. favore, lat. favor ‘Gunst’ (s. oben). Die spezifische Bedeutung in der Sportsprache erhält das Wort unter dem Einfluß von engl. favourite, das zunächst für das Rennpferd, auf das die meisten setzen, gebraucht (19. Jh.), im 20. Jh. auf den Teilnehmer im sportlichen Wettkampf mit den besten Gewinnchancen erweitert wird. Favoritin f. ‘Begünstigte, Geliebte einer hochstehenden Persönlichkeit’ (18. Jh., vgl. frz. favorite, ital. favorita), ‘aussichtsreichste Wettkampfteilnehmerin’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Favorit · ↗Günstling · ↗Liebling · ↗Protegé · ↗Schützling
Assoziationen
Synonymgruppe
Bester · Bestplatzierter · ↗Champion · Erster · Erstplatzierter · Favorit · ↗Gewinner · ↗Meister (Sport) · ↗Preisträger · ↗Rekordhalter · ↗Sieger · Tabellenerster · auf dem ersten Platz · ganz oben auf dem Siegertreppchen · ganz oben auf dem Treppchen  ●  ↗Champ  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(jemandem) geht nichts über · (jemandes) Favorit · (jemandes) Leib- und Magen... · (jemandes) Lieblings... · (jemandes) Liebstes · (jemandes) bevorzugte(r) (...)  ●  am liebsten (haben)  variabel · ↗(jemandes) Top-Favorit  ugs.
Assoziationen
  • (jemandes) Leib-und-Magen-Gericht · ↗Leibgericht · ↗Leibspeise · ↗Lieblingsessen · ↗Lieblingsgericht · ↗Lieblingsspeise  ●  (da) könnte ich mich reinlegen  ugs., salopp · (da) könnte ich mich reinsetzen  ugs., salopp · (jemand) lebt und stirbt für  ugs.
  • (unser) Haus... · ... meines Vertrauens  ●  (unser) Haus- und Hof-...  scherzhaft
Synonymgruppe
Bestplatzierter · Favorit · Siegesanwärter
Assoziationen
Antonyme

Typische Verbindungen
computergeneriert

Außenseiter Bürde Derby Gesamtsieg Nachfolge Post Präsidentenwahl Präsidentschaftswahl Rennen Stichwahl Titel Titelverteidiger Turnier WM-Titel absolut besiegen bezwingen eindeutig erklärt geln gelten haushoch heimlich heiß klar küren persönlich straucheln vermeintlich zählen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Favorit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fügt man sie nicht gleich zu seinen Favoriten, ist sie meistens verloren.
Die Zeit, 28.12.2009 (online)
Nach der Pause schien sich der Favorit endlich gefangen zu haben.
Der Tagesspiegel, 19.09.2004
Schon im Mai mußte Favorit Gary Hart aufgeben, der sich 1984 in der Vorwahlrunde so prächtig geschlagen hatte.
Der Spiegel, 05.10.1987
Die Herrschaft hemmungsloser und politisch unbedeutender Frauen aus der Zarensippe und ihrer Favoriten wechselte ab mit der gleichfalls nur nominellen Regierung unmündiger Kinder.
Wandruszka, Adam: Die europäische Staatenwelt im 18. Jahrhundert. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 15686
Der Favorit wurde während einer Sitzung im Senat verhaftet und sofort hingerichtet, kurz nach ihm seine Frau mit allen seinen Kindern erdrosselt.
Pflaum, Hans-Georg: Das römische Kaiserreich. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 20697
Zitationshilfe
„Favorit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Favorit>, abgerufen am 19.02.2019.

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