Feder, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Feder · Nominativ Plural: Federn
Aussprache
WorttrennungFe-der
Wortbildung mit ›Feder‹ als Erstglied: ↗Federball · ↗Federbarett · ↗Federbett · ↗Federboa · ↗Federbusch · ↗Federbüschel · ↗Federfuchser · ↗Federführung · ↗Federgewicht · ↗Federhalter · ↗Federhut · ↗Federkasten · ↗Federkiel · ↗Federkissen · ↗Federkleid · ↗Federkohl · ↗Federkrieg · ↗Federkrone · ↗Federling · ↗Federmappe · ↗Federmesser · ↗Federmäppchen · ↗Federnelke · ↗Federschale · ↗Federschmuck · ↗Federschopf · ↗Federskizze · ↗Federstiel · ↗Federstrich · ↗Federtasche · ↗Federvieh · ↗Federwild · ↗Federwisch · ↗Federwolke · ↗Federzeichnung · ↗Federzug · ↗federartig · ↗federführend · ↗federig · ↗federleicht · ↗federweich · ↗federweiß · ↗fedrig
 ·  mit ›Feder‹ als Letztglied: ↗Ausziehfeder · ↗Bettfeder2 · ↗Bleifeder · ↗Daunenfeder · ↗Deckfeder · ↗Entenfeder · ↗Flaumfeder · ↗Flügelfeder · ↗Füllfeder · ↗Goldfeder · ↗Gänsefeder · ↗Hahnenfeder · ↗Hutfeder · ↗Hühnerfeder · ↗Kielfeder · ↗Metallfeder · ↗Pfauenfeder · ↗Reiherfeder · ↗Reißfeder · ↗Saufeder · ↗Schmuckfeder · ↗Schreibfeder · ↗Schwanzfeder · ↗Stahlfeder1 · ↗Straußenfeder · ↗Vogelfeder · ↗Zeichenfeder
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
leichtes Horngebilde, das in großer Anzahl den Vogelkörper bedeckt
Beispiele:
schwarze, weiße, schillernde, prächtige, bunte Federn
etw. ist leicht, weich wie eine Feder
der Spatz sträubt seine Federn
die Federn des Pfaus, Hahnes sträuben, spreizen sich
die Hühner verlieren in der Mauser ihre Federn
eine Feder fliegt davon
einem Vogel (die) Federn ausrupfen
Federn schleißen
historisch eine Feder (zum Schreiben) (zu)schneiden
Die aufgeregte Dame […] verschwand mit wogenden Federn am Hut um die Ecke [H. W. RichterSpuren50]
umgangssprachlich, bildlich
Beispiele:
Federn lassen (müssen) (= geschädigt werden, Schaden erleiden)
sich mit fremden Federn schmücken (= Leistungen, Verdienste anderer als eigene ausgeben und sich damit brüsten)
nur im Plural
umgangssprachlich die Federndas Bett
Beispiele:
in die Federn gehen
spät aus den Federn kommen
ich lege mich in die Federn
salopp ich haue mich in die Federn
lange in den Federn liegen
kleine Mädchen wie du gehören längst in die Federn [ZahnFrau Sixta187]
2.
spitz zulaufendes, in zwei federnde Hälften gespaltenes Metallplättchen, das in einen Federhalter eingesetzt wird und zum Schreiben mit Tinte oder zum Zeichnen mit Tusche dient
Beispiele:
mit der Feder schreiben, zeichnen
eine goldene, stählerne Feder
Mit der verbogenen und verrosteten Feder war nicht zu schreiben [WelkHoher Befehl341]
gehoben, bildlich
Beispiele:
jmd. schreibt, führt eine kluge, spitze, scharfe, geschliffene, gewandte, polemische Feder (= er schreibt klug, spitz, ...)
ein Werk aus berufener Feder (= eines berufenen Verfassers), aus der Feder des berühmten Autors
viele Bücher sind aus seiner Feder geflossen, stammen aus, von seiner Feder (= von ihm)
seine Gedanken der Feder anvertrauen (= niederschreiben)
zur Feder greifen (= schreiben)
er lebt von der Feder (= von schriftstellerischer Arbeit)
jmdm. etw. in die Feder diktieren
die Empörung, Begeisterung drückte ihm die Feder in die Hand (= zwang ihn zu schreiben)
der Tod hat ihm die Feder (viel zu früh) aus der Hand genommen (= hat seiner schriftstellerischen Arbeit ein Ende gemacht)
Selbstverständlich ist das Werk, das Balzac unter der Feder (= in Arbeit) hat, schon im voraus verkauft [St. ZweigBalzac212]
Verzeihen Sie mir, ich bin ein Weinbauer und kein Mann der Feder (= im Schreiben ungeübt) [AndresHochzeit129]
3.
Jägersprache Borste des Wildschweins am Rückgrat
Beispiel:
Die langen Federn auf dem Rücken zeigten eine breite Lücke [LönsMümmelmann4,130]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feder · federn · Federball · Federfuchser · Federlesen
Feder f. ‘aus hornartiger Substanz bestehende Körperbedeckung der Vögel, Schreibinstrument’, vielfach übertragen auf Zubehörteile in verschiedenen Funktionsbereichen mit der Eigenschaft, nach Belastung in die ursprüngliche Form zurückzuschnellen, ahd. fedara (10. Jh.), mhd. veder(e), asächs. feðera, mnd. mnl. vēder(e), nl. ve(d)er, aengl. feþer, engl. feather, anord. fjǫðr (germ. *feþrō) und aind. pátati ‘fliegt, schwebt, fällt’, pataráḥ ‘fliegend’, griech. pétesthai (πέτεσθαι) ‘fliegen’, ptḗsis (πτῆσις) ‘Flug’, ptṓsis (πτῶσις) ‘Fall’, pterón (πτερόν), lat. penna (aus *petnā) ‘Flügel, Feder’ führen auf eine Wurzel ie. *pet(ə)- ‘auf etw. los-, niederstürzen, fliegen, fallen’. Als Bezeichnung für den zum Schreiben angeschnittenen Federkiel (vgl. ahd. skrībfedara, mhd. schrībveder) geht Feder auch auf das später (um 1800) aus Metall hergestellte Schreibwerkzeug über. Ebenso dürfte die Elastizität der Vogelfeder als Anregung für die Übertragung der Bezeichnung auf die elastischen Vorrichtungen im technischen Bereich gedient haben (17. Jh.). federn Vb. ‘sich elastisch auf und ab (hin und her) bewegen’ (Anfang 19. Jh.). Federball m. ‘mit einem Federkranz umgebener kleiner Spielball’ (18. Jh.; dazu s. auch ↗Badminton). Federfuchser m. ‘pedantische Schreibernatur, Buchstabenkrämer’ (18. Jh.; wohl zu fucken ‘unruhig hin und her fahren’, s. ↗fuchsen). Federlesen n. heute in der Wendung nicht viel Federlesen(s) machen ‘keine großen Umstände, wenig Aufhebens machen’, spätmhd. vederlesen ‘Schmeichelei, übermäßiger Diensteifer’, eigentlich übereifriges Absammeln von Federn (Fusseln) vom Gewand eines Höhergestellten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Feder · ↗Federkiel · ↗Schreibfeder · Tuschfeder · ↗Zeichenfeder · Ziehfeder
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(Vogel-) Feder [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bleistift Dämpfer Fell Hut Nut Papier Perle Pinsel Schnabel Stift Stoßdämpfer Tinte Tintenfaß Tusch Tusche ausrupfen bunt diktieren entstammen fließen fremd fremden gewandt golden greifen schmücken spitz spitzen stammen sträuben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich schmücke mich nicht mit fremden Federn ", meinte der Autor.
Die Welt, 11.04.2005
Doch hat die Kultur in dieser Stadt seit 1990 nicht schon so viel Federn lassen müssen, dass hier nicht mehr viel eingespart werden darf?
Der Tagesspiegel, 12.05.2002
Die haben wahrscheinlich die Federn noch nicht alle beisammen, aber sonst habe ich noch nichts gehört.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 16.06.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Da der Hörer auf der Gabel liegt, ist die mittlere Feder heruntergedrückt.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 437
Dann kriegst Du mich so schnell nicht aus den Federn.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 24.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Feder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Feder#1>, abgerufen am 16.09.2019.

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Feder, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Feder · Nominativ Plural: Federn
Aussprache
WorttrennungFe-der
Wortbildung mit ›Feder‹ als Erstglied: ↗Federbarometer · ↗Federdruck · ↗Federfußball · ↗Federgabel
 ·  mit ›Feder‹ als Letztglied: ↗Abzugsfeder · ↗Bettfeder1 · ↗Blattfeder · ↗Drahtfeder · ↗Druckfeder · ↗Gummifeder · ↗Matratzenfeder · ↗Spannfeder · ↗Spiralfeder · ↗Sprungfeder · ↗Stahlfeder2 · ↗Steuerfeder · ↗Triebfeder · ↗Uhrfeder · ↗Verschlussfeder · ↗Wagenfeder · ↗Zugfeder
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
elastisches, spiralförmiges oder blattförmiges Teil aus federndem Metall zum Abfangen oder Ausüben von Druck, Zug, Biegung, Dehnung
Beispiele:
eine straffe, gespannte Feder
die Feder dehnt sich (aus), wird zusammengedrückt
die Feder (der Uhr) ist gebrochen, muss erneuert werden
die Federn des alten Sofas, der alten Matratze krachten, wenn er sich hinsetzte, hinlegte
die Federn der alten Kutsche, des Eisenbahnwagens sind schon ausgeleiert, sind gebrochen
das Reh sprang auf wie von einer Feder geschnellt
2.
Handwerk schwacher Holzstreifen an einem Brett, der in die entsprechende Nut eines anderen Brettes passt und so eine einfache Verbindung herstellt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feder · federn · Federball · Federfuchser · Federlesen
Feder f. ‘aus hornartiger Substanz bestehende Körperbedeckung der Vögel, Schreibinstrument’, vielfach übertragen auf Zubehörteile in verschiedenen Funktionsbereichen mit der Eigenschaft, nach Belastung in die ursprüngliche Form zurückzuschnellen, ahd. fedara (10. Jh.), mhd. veder(e), asächs. feðera, mnd. mnl. vēder(e), nl. ve(d)er, aengl. feþer, engl. feather, anord. fjǫðr (germ. *feþrō) und aind. pátati ‘fliegt, schwebt, fällt’, pataráḥ ‘fliegend’, griech. pétesthai (πέτεσθαι) ‘fliegen’, ptḗsis (πτῆσις) ‘Flug’, ptṓsis (πτῶσις) ‘Fall’, pterón (πτερόν), lat. penna (aus *petnā) ‘Flügel, Feder’ führen auf eine Wurzel ie. *pet(ə)- ‘auf etw. los-, niederstürzen, fliegen, fallen’. Als Bezeichnung für den zum Schreiben angeschnittenen Federkiel (vgl. ahd. skrībfedara, mhd. schrībveder) geht Feder auch auf das später (um 1800) aus Metall hergestellte Schreibwerkzeug über. Ebenso dürfte die Elastizität der Vogelfeder als Anregung für die Übertragung der Bezeichnung auf die elastischen Vorrichtungen im technischen Bereich gedient haben (17. Jh.). federn Vb. ‘sich elastisch auf und ab (hin und her) bewegen’ (Anfang 19. Jh.). Federball m. ‘mit einem Federkranz umgebener kleiner Spielball’ (18. Jh.; dazu s. auch ↗Badminton). Federfuchser m. ‘pedantische Schreibernatur, Buchstabenkrämer’ (18. Jh.; wohl zu fucken ‘unruhig hin und her fahren’, s. ↗fuchsen). Federlesen n. heute in der Wendung nicht viel Federlesen(s) machen ‘keine großen Umstände, wenig Aufhebens machen’, spätmhd. vederlesen ‘Schmeichelei, übermäßiger Diensteifer’, eigentlich übereifriges Absammeln von Federn (Fusseln) vom Gewand eines Höhergestellten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Feder · ↗Federkiel · ↗Schreibfeder · Tuschfeder · ↗Zeichenfeder · Ziehfeder
Oberbegriffe
Synonymgruppe
(Vogel-) Feder [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bleistift Dämpfer Fell Hut Nut Papier Perle Pinsel Schnabel Stift Stoßdämpfer Tinte Tintenfaß Tusch Tusche ausrupfen bunt diktieren entstammen fließen fremd fremden gewandt golden greifen schmücken spitz spitzen stammen sträuben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feder‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich schmücke mich nicht mit fremden Federn ", meinte der Autor.
Die Welt, 11.04.2005
Doch hat die Kultur in dieser Stadt seit 1990 nicht schon so viel Federn lassen müssen, dass hier nicht mehr viel eingespart werden darf?
Der Tagesspiegel, 12.05.2002
Die haben wahrscheinlich die Federn noch nicht alle beisammen, aber sonst habe ich noch nichts gehört.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 16.06.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Da der Hörer auf der Gabel liegt, ist die mittlere Feder heruntergedrückt.
Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 437
Dann kriegst Du mich so schnell nicht aus den Federn.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 24.06.1940, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„Feder“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Feder#2>, abgerufen am 16.09.2019.

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