Federfuchser, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungFe-der-fuch-ser
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend Schreiberseele, Bürokrat
Beispiele:
er ist ein richtiger Federfuchser
diese zaghaften Federfuchser, die alle an der bürokratischen Schnur zappeln [WerfelBernadette356]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feder · federn · Federball · Federfuchser · Federlesen
Feder f. ‘aus hornartiger Substanz bestehende Körperbedeckung der Vögel, Schreibinstrument’, vielfach übertragen auf Zubehörteile in verschiedenen Funktionsbereichen mit der Eigenschaft, nach Belastung in die ursprüngliche Form zurückzuschnellen, ahd. fedara (10. Jh.), mhd. veder(e), asächs. feðera, mnd. mnl. vēder(e), nl. ve(d)er, aengl. feþer, engl. feather, anord. fjǫðr (germ. *feþrō) und aind. pátati ‘fliegt, schwebt, fällt’, pataráḥ ‘fliegend’, griech. pétesthai (πέτεσθαι) ‘fliegen’, ptḗsis (πτῆσις) ‘Flug’, ptṓsis (πτῶσις) ‘Fall’, pterón (πτερόν), lat. penna (aus *petnā) ‘Flügel, Feder’ führen auf eine Wurzel ie. *pet(ə)- ‘auf etw. los-, niederstürzen, fliegen, fallen’. Als Bezeichnung für den zum Schreiben angeschnittenen Federkiel (vgl. ahd. skrībfedara, mhd. schrībveder) geht Feder auch auf das später (um 1800) aus Metall hergestellte Schreibwerkzeug über. Ebenso dürfte die Elastizität der Vogelfeder als Anregung für die Übertragung der Bezeichnung auf die elastischen Vorrichtungen im technischen Bereich gedient haben (17. Jh.). federn Vb. ‘sich elastisch auf und ab (hin und her) bewegen’ (Anfang 19. Jh.). Federball m. ‘mit einem Federkranz umgebener kleiner Spielball’ (18. Jh.; dazu s. auch ↗Badminton). Federfuchser m. ‘pedantische Schreibernatur, Buchstabenkrämer’ (18. Jh.; wohl zu fucken ‘unruhig hin und her fahren’, s. ↗fuchsen). Federlesen n. heute in der Wendung nicht viel Federlesen(s) machen ‘keine großen Umstände, wenig Aufhebens machen’, spätmhd. vederlesen ‘Schmeichelei, übermäßiger Diensteifer’, eigentlich übereifriges Absammeln von Federn (Fusseln) vom Gewand eines Höhergestellten.

Thesaurus

Synonymgruppe
Haarspalter · ↗Kleinigkeitskrämer · ↗Krämerseele · ↗Wortklauber · kleinlicher Mensch  ●  Federfuchser  ugs. · ↗Kümmelspalter  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daß es dabei nicht immer nach strengen fiskalischen Regeln zugehen kann, wird nur von Federfuchsern in Frage gestellt.
Die Zeit, 22.11.1985, Nr. 48
Und was für große Dichtung kam in der für Federfuchser völlig unzureichenden Rechtschreibung Goethes auf uns!
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 25
Dabei sind die monströsen Imponierer natürlich ganz kleinliche Federfuchser geblieben.
konkret, 1981
Er kalmausert: er ist ein einsamer Stubenhocker, ein Stubengelehrter und Federfuchser.
Röhrich, Lutz: Kalmäuser, kalmäusern (klamüsern). In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 28965
Zitationshilfe
„Federfuchser“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Federfuchser>, abgerufen am 23.01.2019.

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