Fehler, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fehlers · Nominativ Plural: Fehler
Aussprache
WorttrennungFeh-ler
Wortbildung mit ›Fehler‹ als Erstglied: ↗Fehleranalyse · ↗Fehlerbehandlung · ↗Fehlercode · ↗Fehlerdiskussion · ↗Fehlererkennung · ↗Fehlerfall · ↗Fehlergrenze · ↗Fehlerkode · ↗Fehlerkorrektur · ↗Fehlerlinguistik · ↗Fehlermeldung · ↗Fehlerpunkt · ↗Fehlerquelle · ↗Fehlerquote · ↗Fehlerrechnung · ↗Fehlerspeicher · ↗Fehlersuche · ↗Fehlertoleranz · ↗Fehlerursache · ↗Fehlerzahl · ↗fehleranfällig · ↗fehlerfrei · ↗fehlerhaft · ↗fehlerlos · ↗fehlertolerant
 ·  mit ›Fehler‹ als Letztglied: ↗Abwehrfehler · ↗Aufschlagfehler · ↗Augenfehler · ↗Behandlungsfehler · ↗Buchungsfehler · ↗Charakterfehler · ↗Diätfehler · ↗Doppelfehler · ↗Druckfehler · ↗Erbfehler · ↗Ermittlungsfehler · ↗Fabrikationsfehler · ↗Fahndungsfehler · ↗Faselfehler · ↗Flüchtigkeitsfehler · ↗Formfehler · ↗Geburtsfehler · ↗Gedächtnisfehler · ↗Gehfehler · ↗Gehörfehler · ↗Grundfehler · ↗Haltungsfehler · ↗Hauptfehler · ↗Herzfehler · ↗Hörfehler · ↗Justizfehler · ↗Kapitalfehler · ↗Kardinalfehler · ↗Konstruktionsfehler · ↗Managementfehler · ↗Materialfehler · ↗Messfehler · ↗Pilotenfehler · ↗Planungsfehler · ↗Prognosefehler · ↗Programmfehler · ↗Programmierfehler · ↗Rechenfehler · ↗Rechtschreibfehler · ↗Rechtschreibungsfehler · ↗Regiefehler · ↗Schießfehler · ↗Schreibfehler · ↗Schönheitsfehler · ↗Sehfehler · ↗Software-Fehler · ↗Softwarefehler · ↗Sprachfehler · ↗Standardfehler · ↗Systemfehler · ↗Tippfehler · ↗Verfahrensfehler · ↗Webefehler · ↗Webfehler · ↗Zielfehler · ↗Übersetzungsfehler
 ·  mit ›Fehler‹ als Binnenglied: ↗Nullfehlerritt
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Abweichung vom Richtigen, Irrtum
Beispiele:
ein schwerer, schwerwiegender, schlimmer, grober, leichter Fehler
ein immer wiederkehrender, verderblicher, häufiger, folgenschwerer, unglaublicher Fehler
ein orthographischer, grammatischer, taktischer Fehler
er hat in seiner Konstruktion, Berechnung, Übersetzung allerhand Fehler gemacht
ein Fehler hat sich eingeschlichen
einen Fehler begehen, aufdecken, feststellen, aufklären, korrigieren
einen Fehler einsehen, beheben
in einen (alten) Fehler verfallen
auf Fehler stoßen, hinweisen
das Diktat strotzt von Fehlern
die wenigen Fehler, die ihr unterliefen, entdeckte sie selbst [BöllBillard7]
2.
Mangel, Unvollkommenheit, menschliche Schwäche
Beispiele:
jeder Mensch hat seine Fehler
er kennt seine Fehler, bemüht sich, seine Fehler zu beheben
Sie ist ohne Fehl trotz ihrer Fehler [Löns7,277]
Gebrechen
Beispiel:
ein organischer, körperlicher Fehler
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fehlen · Fehl · fehl · Fehltritt · Fehlschluß · Fehlgeburt · Fehlanzeige · fehlbar · unfehlbar · Fehler · verfehlen · Verfehlung
fehlen Vb. ‘abwesend, nicht vorhanden sein, einen Irrtum, ein Unrecht begehen’, Aus afrz. falir, faillir ‘verfehlen, im Stich lassen, versagen, fehlschlagen, sich irren’ (frz. faillir ‘einen Fehler begehen, sich irren, versagen’), dann auch ‘jmdm. entgehen, mangeln, nötig sein’ (oft unpersönlich afrz. frz. il faut ‘es ist nötig’), das über vlat. *fallīre auf lat. fallere ‘betrügen, täuschen, irreführen’ zurückgeht, wird mhd. vælen, vēlen ‘verfehlen, nicht treffen’ entlehnt, daneben gleichbed. mhd. failieren, fālieren, fallieren mit stärkerer Bewahrung der fremden Form (zu unterscheiden von nhd. fallieren ‘Bankrott machen’, Übernahme des 16. Jhs. von gleichbed. ital. fallire, im 16./17. Jh. auch ‘betrügen’, in diesem Sinne unmittelbar aus dem Lat.). Das zunächst als Turnierausdruck aufgenommene Verb (‘beim Stoß mit der Lanze das Ziel verfehlen’) gilt bereits im Mhd. entsprechend dem afrz. Vorbild auch für ‘sich irren’, für ‘fehlschlagen’ und ‘mangeln, nicht zur Verfügung stehen’. Eine Variante mhd. veilen setzt sich noch in frühnhd. feilen fort, namentlich im Md., wohl beeinflußt durch ebenfalls aus dem Frz. stammendes mnd. fēilen ‘verfehlen, fehlschlagen, mangeln, im Stich lassen’. Fehl m. ‘Makel, Mangel, Verfehlung’, mhd. væle f., Entlehnung aus afrz. faille ‘Mißerfolg, Irrtum, Mangel’, das über vlat. *fallia auf lat. falla ‘Betrug’ zurückgeht. Maskulines Genus entwickelt sich wohl bei der verkürzten artikellosen Form des Substantivs in den Fügungen mhd. āne væl, sunder væl ‘jeden Irrtum ausschließend, zweifelsfrei, ganz gewiß’, die gleichbed. afrz. sans faille nachbilden (vgl. dagegen mit anderer Auffassung nhd. ohne Fehl ‘makellos’). Wahrscheinlich aus Verb und abhängigem Akkusativ (vgl. einen Fehl gebären bei Luther und danach im älteren Nhd.) sind Bildungen wie fehlgehen, fehlgreifen, fehlschlagen entstanden; diese werden bis ins 19. Jh. häufig getrennt geschrieben (fehl gehen usw.), da das erste Glied einem Adverb ähnelt. Hieraus erklärt sich fehl Adj. Adv. ‘falsch, irrig, ergebnislos’, das seit Ende des 15. Jhs. vielfach nachweisbar ist, heute nur noch in der jungen Wendung fehl am Platz(e) sein ‘unpassend, unangebracht sein’. Der genannte verbale Bildungstyp ermöglicht substantivische Zusammensetzungen, ohne daß in jedem Falle das entsprechende Verb vorausgeht: Fehltritt m. ‘falscher Schritt, Vergehen’ (16. Jh.); Fehlschluß m. ‘falsche Schlußfolgerung’ (16. Jh.); Fehlgeburt f. ‘Abgang einer nicht lebensfähigen Leibesfrucht’ (18. Jh.); Fehlanzeige f. ‘negativer Bescheid’ (um 1900, zuerst soldatensprachlich vom negativen Schießergebnis). Das Kompositionsglied fehl- ist bis in die Gegenwart produktiv, vgl. Fehlentscheidung, Fehlkonstruktion, Fehlleistung, Fehlverhalten, Fehlzündung. fehlbar Adj. ‘mit Mängeln behaftet, unvollkommen’, schweiz. ‘einer Verfehlung schuldig’ (um 1600), wohl Rückbildung zu unfehlbar Adj. ‘frei von Irrtum, untrüglich’ (16. Jh.). Fehler m. ‘Irrtum, Versehen’, anfangs auch ‘Fehlschuß’ (16. Jh.). verfehlen Vb. ‘nicht erreichen, nicht treffen’, mhd. vervælen ‘fehlen, sich irren, trügen, nicht treffen’; Verfehlung f. ‘Irrtum, Vergehen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Flüchtigkeitsfehler · ↗Inkorrektheit · ↗Irrtum · ↗Missgriff · ↗Versehen  ●  Fehler  Hauptform · ↗Ausrutscher  ugs., fig. · ↗Fauxpas  geh., franz. · ↗Lapsus  geh., lat. · ↗Patzer  ugs. · ↗Schnitzer  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(großer, schwerer, gravierender) Fehler · ↗Kardinalfehler · ↗Riesendummheit · ↗Riesenfehler  ●  ↗Todsünde  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
Fehler · ↗Fehlgriff · ↗Fehlleistung · ↗Fehlschlag · ↗Malheur · ↗Missgeschick · ↗Panne  ●  Griff ins Klo  derb, fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Vergangenheit Versäumnis begehen beheben dumm eingestehen einräumen einschleichen entscheidend fatal gleich gravierend grob handwerklich individuell kapital korrigieren lernen machen passieren schwer schwerwiegend strategisch taktisch technisch unterlaufen verhängnisvoll vermeiden wiederholen zugeben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fehler‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es sei ein Fehler, zu sagen: Ich habe doch nichts zu verbergen.
Die Zeit, 11.12.2013, Nr. 50
Ich will keinen Fehler machen, auf alle Fälle nicht absichtlich.
o. A.: Einhundertsechsundzwanzigster Tag. Freitag, 10. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 20165
Das Denken befolgt diese Gesetze nicht unverbrüchlich, es macht auch logische Fehler.
Hartmann, Nicolai: Der Aufbau der realen Welt, Berlin: de Gruyter 1940, S. 426
Beim Übergang von einem Instrument zu einem andern können leicht systematische Fehler vorkommen.
Forschungen und Fortschritte. Nachrichtenblatt der deutschen Wissenschaft und Technik, 1937, Nr. 28, Bd. 13
Es wird immer derselbe Fehler begangen: statt die Produktion zu steigern, wird sie verteuert.
Tucholsky, Kurt: Ist das deutsche Buch zu teuer -? In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928]
Zitationshilfe
„Fehler“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fehler>, abgerufen am 24.05.2019.

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