Fehlertoleranz, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fehlertoleranz · Nominativ Plural: Fehlertoleranzen
WorttrennungFeh-ler-to-le-ranz
WortzerlegungFehlerToleranz
DWDS-Vollartikel, 2015

Bedeutungen

1.
Kybernetik Eigenschaft von (technischen oder elektronischen) Systemen, trotz Störungen oder Fehlern weiter zu funktionieren
Beispiele:
Die Fehlertoleranz des Systems [des Straßenverkehrs] wird […] zum wichtigen Kriterium: Eine kleine Unachtsamkeit oder ein kleiner Fehler darf keine schweren Folgen mehr haben. [Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2000]
Spezielle Festplatten führen ein internes Fehlerprotokoll: Übersteigt einer der erfaßten Werte die Fehlertoleranz, wird der Administrator automatisch vor einem möglichen Absturz gewarnt. [Süddeutsche Zeitung, 02.01.1996]
Techniker sprechen von Resilienz, um die Fehlertoleranz eines Systems zu beschreiben: Wie viel Energie ist nötig, um nach einer Störung eine Maschine wieder zum Laufen zu bringen? [Die Zeit, 16.01.2012, Nr. 03]
In die Systeme müssen von vorherein Fehlertoleranzen oder, wenn es um Gefahren geht, redundante Sicherungen eingebaut werden. [Luhmann, Niklas, Die Gesellschaft der Gesellschaft, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1997, S. 531]
RAID-Systeme (Redundant Array of Independent Disks) erreichen höhere Leistung bezüglich Datenzugriffszeit, Datensicherheit sowie Fehlertoleranz mit mehreren Harddiskdrives. [Neue Zürcher Zeitung, 22.05.1996]
Kollokation:
mit Genitivattribut: die Fehlertoleranz eines Systems
2.
Grad der zulässigen Abweichung eines (Zahlen)wertes von der realen Bezugsgröße oder einer Norm
Beispiele:
Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten. [Die Zeit, 17.09.2013 (online)]
Nach ihrer Ansicht müßte der Umweltminister die Fehlertoleranz der Statistiken berücksichtigen. [Süddeutsche Zeitung, 23.11.1998]
Jedes einzelne ICE-Rad durchläuft den Meßraum, in dem der Techniker mit elektronischem Meßgerät die Rundung mißt: Weicht ein Rad um einen Zehntel Millimeter vom Idealrund ab, wird es ausgesondert; dank der CNC-Technik hat sich die Fehlertoleranz in den vergangenen Jahren erheblich vermindert. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.06.1998]
Kollokation:
mit Adjektivattribut: statistische Fehlertoleranz
3.
Bereitschaft, Fehler von anderen (ohne weitere Reaktion) hinzunehmen oder sie zu verzeihen
Beispiele:
Das Gegenteil, extreme Fehlertoleranz, ist auch nicht gut. Dann kümmert sich nämlich niemand darum, Fehler zu vermeiden oder aus ihnen zu lernen. [Die Zeit, 13.08.2013 (online)]
Wir müssen ermutigende Rahmenbedingungen schaffen, es dürfen weder Druck noch Angst herrschen. Außerdem ist Fehlertoleranz nötig, um uns zusammen weiterzuentwickeln. [Die Zeit, 08.11.2010 (online)]
Nun hat Stevens wieder die Gewissheit, dass ihm seitens der Sympathisanten des Vereins eine Fehlertoleranz nahe Null eingeräumt wird. [Süddeutsche Zeitung, 03.11.2003]

Typische Verbindungen
computergeneriert

Berücksichtigung Prozentpunkt Umfrage angeben betragen gewiss statistisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fehlertoleranz‹.

Zitationshilfe
„Fehlertoleranz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fehlertoleranz>, abgerufen am 16.10.2019.

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