Feiertag, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Feiertag(e)s · Nominativ Plural: Feiertage
Aussprache  [ˈfaɪ̯ɐˌtaːk]
Worttrennung Fei-er-tag
Wortzerlegung feiernTag1
Wortbildung  mit ›Feiertag‹ als Erstglied: ↗Feiertagsarbeit · ↗Feiertagsgewand · ↗Feiertagsruhe · ↗Feiertagsstille · ↗Feiertagsstimmung · ↗feiertäglich
 ·  mit ›Feiertag‹ als Letztglied: ↗Bankfeiertag · ↗Nationalfeiertag · ↗Osterfeiertag · ↗Pfingstfeiertag · ↗Staatsfeiertag · ↗Weihnachtsfeiertag · ↗Weltfeiertag
 ·  mit ›Feiertag‹ als Grundform: ↗feiertags
Dieses Stichwort finden Sie im DWDS-Weihnachtsglossar.
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
alljährlich wiederkehrender weltlicher oder kirchlicher Gedenktag (an dem die Arbeit ruht)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein gesetzlicher, hoher, nationaler, kirchlicher, staatlicher Feiertag; ein jüdischer, katholischer, christlicher, islamischer Feiertag; ein schöner, großer Feiertag; der erste, zweite Feiertag; der wichtigste Feiertag
als Akkusativobjekt: die Feiertagedar [mit der Familie] verbringen, feiern; den Feiertag [mit einer Parade] begehen; den Feiertag nutzen, genießen; einen Feiertag abschaffen, streichen, opfern; einen [neuen] Feiertag brauchen, fordern, einführen, ausrufen; schöne, fröhliche Feiertage wünschen
in Präpositionalgruppe/-objekt: wegen eines Feiertages geschlossen bleiben; an den Feiertagen geöffnet haben; [einen Tag] zum Feiertag erklären, machen; die Streichung von Feiertagen; an Feiertagen arbeiten; etw. gilt [auch] an Feiertagen; auf einen Feiertag verzichten
mit Genitivattribut: der [wichtigste] Feiertag des Jahres, der Nation, des Landes, der Republik; der [höchste] Feiertag der Kirche, der Juden, der Muslime
in Koordination: Wochenenden und Feiertage
als Genitivattribut: die Streichung, die Abschaffung, der Wegfall, die Verlegung des Feiertages; der Schutz des Feiertages; die Einführung eines [neuen] Feiertages; der Sinn, die Bedeutung dieses Feiertages; am Abend, Vorabend des Feiertages; aus Anlass des Feiertages; die Zahl, die Lage der Feiertage; Beginn, Ende der Feiertage
als Prädikativ: als [wichtigster] Feiertag gelten
Beispiele:
der 1. Mai – der Feiertag der WerktätigenWDG
ein hoher FeiertagWDG
am ersten Feiertag gehen wir in die OperWDG
Frohe Feiertage!WDG
An Feiertagen wie Mutter‑ oder Valentinstag ist [in Blumengeschäften] besonders viel los. [Döbelner Allgemeine Zeitung, 18.09.2020]
Von den neun Feiertagen, die in allen Bundesländern gelten, gehören sechs zum Kirchenjahr. Diese sind mit Ausnahme der Weihnachtsfeiertage beweglich. Karfreitag ist der Freitag vor Ostern, Christi Himmelfahrt liegt jedes Jahr 39 Tage und Pfingstmontag 50 Tage nach Ostersonntag. Ostern wiederum hängt vom ersten Vollmond nach Frühlingsanfang ab. [Neue Osnabrücker Zeitung, 23.01.2016]
Besonders schwer ist der Valentinstag für Witwer, wenn der Feiertag in der Partnerschaft einen hohen Stellenwert hatte. [Rhein-Zeitung, 09.02.2013]
Er ist Meister für Veranstaltungstechnik und Ausbildungsleiter an der Oper. […] »An Feiertagen oder am Wochenende, wenn andere freihaben, müssen wir arbeiten. Das ist mit dem Privatleben nicht immer so einfach zu vereinbaren.« [Süddeutsche Zeitung, 27.02.2008]
Das DIW stellt […] fest, dass es in keinem anderen EU‑Land so eine breite regionale Streuung an gesetzlichen Feiertagen wie in Deutschland gebe. Insgesamt hat Deutschland 15 verschiedene Feiertage, Bayern hat mit 14 Tagen die meisten. Einige protestantische Bundesländer im Norden kommen dagegen nur auf neun Feiertage. [Der Spiegel, 17.11.2004 (online)]
Das Nachrichtenmagazin Newsweek nannte den Super Bowl einmal Amerikas »bedeutsamsten weltlichen Feiertag«. Das ist insofern nicht unzutreffend, weil die anderen Feiertage eher quälende Veranstaltungen sind. Der Unabhängigkeitstag steht für endlose Staus, Halloween für Süßigkeitenwahn und doofe Kostüme, Thanksgiving für trockenen Truthahn und öde Familiendebatten. [Süddeutsche Zeitung, 29.01.2000]
Phrasem:
stiller Feiertag (= Tag, an dem bestimmte Einschräkungen des öffentlichen Lebens aus Gründen der Pietät, der Rücksicht auf religiöse Gefühle o. Ä. gelten)
Beispiele:
An stillen Feiertagen muss der Laden [Spielhalle] dicht gemacht werden, sagte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof […]. »Der Betrieb einer Spielhalle entspricht nicht dem ernsten Charakter der stillen Tage« (Az. 22 B 10. 2398). [Mittelbayerische, 14.04.2020]
So bestimmen die Feiertagsgesetze aller Bundesländer den Totensonntag als Trauer‑ und Gedenktag oder als »stillen Tag« oder »stillen Feiertag«[.] [Leipziger Volkszeitung, 23.11.2019]
Und bekanntermaßen sind an Allerheiligen als stillem Feiertag öffentliche Tanzveranstaltungen und laute Musik verboten. [Münchner Merkur, 31.10.2019]
Karfreitag und Ostermontag sind sogenannte »stille Feiertage«. An beiden Tagen sind – ebenso wie am Ostersonntag – öffentlich bemerkbare Arbeiten, die die Feiertagsruhe beeinträchtigen könnten, verboten. [Fränkischer Tag, 31.03.2017]
Das Recht werde dem Wandel im Freizeitverhalten angepasst. Dagegen sollen stille Feiertage wie Karfreitag, Allerheiligen, Buß‑ und Bettag, Volkstrauertag und Totengedenktag weiter durch das Verbot von Tanzveranstaltungen geschützt bleiben. [Süddeutsche Zeitung, 07.10.2015]
Der Westdeutsche Rundfunk müßte sich aus der ARD‑Übertragung ausblenden, da nach dem geltenden Gesetz an »stillen Feiertagen« Sportübertragungen und Veranstaltungen in NRW verboten sind. [Der Spiegel, 15.09.1975]
2.
ein Tag, der Anlass zum Feiern bietet; Tag, an dem ein freudig erwartetes Ereignis stattfindet
Beispiele:
Bei uns ist jeder Tag ein Feiertag. Egal wann Sie uns besuchen, ein Highlight erwartet Sie immer. [Brauhaus-Woche, 13.08.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
Viele der Stammgäste haben nicht nur Urlaube mit Familie und Freunden in einem Ringhotel verbracht, sondern auch Geburtstage, Hochzeiten und andere persönliche Feiertage in den Ringhotels gefeiert. [Ringhotels wird 40, 27.07.2020, aufgerufen am 01.09.2020]
Meine Tochter feierte an einem Sonntag ihren ersten Geburtstag. Einen Tag später[…] war ihr erster Tag in der Kita. Ein Feiertag für mich. [Ode an den Kindergarten, 21.04.2019, aufgerufen am 01.09.2020]
Er [Jerry Lewis] war der Held meiner Kindheit. Tage, an denen er im Fernsehen kam, waren Feiertage für mich. [Nerdtalk.de, 13.06.2015, aufgerufen am 31.08.2020]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feier · feiern · Feierabend · Feiertag · feierlich
Feier f. ‘Begehen eines festlichen Anlasses, Festakt’, ahd. fīra ‘Feiertag, Ruhe, Fest’ (um 800), mhd. vīre, vīere, vīer ‘Festtag, Feier’ ist eine Entlehnung aus spätlat. fēria, einer Singularisierung von lat. fēriae Plur. ‘Feiertage, Ruhetage’ (s. ↗Ferien, ↗Fest). feiern Vb. ‘würdigen, einen Festtag begehen, ein Fest gestalten, ausruhen’, ahd. fīrōn (um 800), mhd. vīren ist nach dem Vorbild von mlat. feriare ‘feiern, ausruhen’ zum Substantiv hinzugebildet. Feierabend m. ‘abendliche Ruhezeit nach dem Arbeitstag’ (16. Jh.); dagegen mhd. vīrābent ‘Vorabend eines Festtages’ (s. ↗Abend). Feiertag m. ‘Festtag, Ruhetag’, ahd. fīr(a)tag, fīr(a)tago (9. Jh.), mhd. vīr(e)tac, vīertac. feierlich Adj. ‘festlich, würdevoll’, mhd. vīrelich, vīerlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Feiertag · ↗Festtag · ↗Ruhetag
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Feiertag‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feiertag‹.

Zitationshilfe
„Feiertag“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Feiertag>, abgerufen am 15.01.2021.

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