Feigheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Feigheit · Nominativ Plural: Feigheiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Feig-heit

Bedeutungsübersicht+

  1. [abwertend] ...
    1. 1. Angst vor jeder Gefahr, Mutlosigkeit
    2. 2. Hinterhältigkeit
eWDG

Bedeutung

abwertend
1.
Angst vor jeder Gefahr, Mutlosigkeit
Beispiele:
aus Feigheit äußerte er keine eigene Meinung
er wurde wegen Feigheit vor dem Feind erschossen
sich seiner Feigheit schämen
2.
Hinterhältigkeit
Beispiel:
daß da eben eine große Niederträchtigkeit und Feigheit ausgeübt werde [ RaabeHungerpastorI 1,217]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

feige · Feigheit · Feigling
feige Adj. ‘ängstlich, nicht mutig’, ahd. feigi ‘zum Tode bestimmt, dem Tode nahe, gottlos’ (8./9. Jh.), mhd. veige ‘zum Tode bestimmt, verwünscht, eingeschüchtert, furchtsam, biegsam, schlank’, asächs. fēgi, mnd. vēge, mnl. vēghe, veighe, nl. veeg, aengl. fǣge, anord. feigr, schwed. feg (‘mutlos’), germ. *feigja- ‘todgeweiht’ stehen in grammatischem Wechsel zu den unter Fehde (s. d.) behandelten Adjektiven der Bedeutung ‘feindlich, feindselig’. Der Feind ist in der Regel ‘zum Tode bestimmt’ (noch im 16. Jh. bezeugt), daher auch ‘verzagt’ und ‘ängstlich’. Diese Bedeutung (zuerst Ende 13. Jh.) wird durch Luthers Bibelübersetzung verbreitet, muß aber 1523 im Obd. noch durch verzagt, erschrocken erklärt werden. Feigheit f. ‘Ängstlichkeit, Mutlosigkeit’, mhd. veicheit ‘Zustand des Feigseins, Unheil’. Feigling m. ‘wer Angst hat’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Feigheit‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feigheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Feigheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von Feigheit kann jedoch nur da die Rede sein, wo Mut nötig ist.
Die Zeit, 15.05.1964, Nr. 20
Aber Ihre Anhänger fühlen sich im Stich gelassen und Ihre parteiinternen Gegner machen sich über Ihre Feigheit lustig.
Süddeutsche Zeitung, 23.11.2004
Der große Rest tat alles, dies zu vermeiden - nicht aus Feigheit, sondern um nicht töten zu müssen.
Die Welt, 04.07.2003
Betrachtet dies nicht als einen Akt der Feigheit oder eine Flucht.
Reich-Ranicki, Marcel: Mein Leben, Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999, S. 243
Heute weiß jeder von der realistischen und sogar unentbehrlichen Feigheit des Gegners.
Sloterdijk, Peter: Kritik der zynischen Vernunft Bd. 2, Frankfurt: Suhrkamp 1983, S. 417
Zitationshilfe
„Feigheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Feigheit>, abgerufen am 27.01.2022.

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