Feindseligkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Feindseligkeit · Nominativ Plural: Feindseligkeiten
Aussprache
WorttrennungFeind-se-lig-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungfeindselig-keit
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
meist im Singular
feindselige Haltung, Feindschaft
Beispiele:
eine stumme, erbitterte Feindseligkeit
in ihrer Miene spiegelte sich (offene) Feindseligkeit
sein Auftreten erzeugte überall Feindseligkeit
Er empfand ein Gefühl von Feindseligkeit gegen jeden neuen Eindringling im Kupee [BonselsJugendnovellen321]
2.
meist im Plural
Kampf, kriegerische Auseinandersetzung
Beispiele:
die Feindseligkeiten eröffnen, (vorübergehend) einstellen
Die Feindseligkeiten gehen weiter, bis auch der französisch-italienische Waffenstillstand geschlossen ist [KlepperSchatten900]
übertragen
Beispiel:
alte Feindseligkeiten (in der Familie) beilegen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feind · anfeinden · verfeinden · feindlich · Feindschaft · feindselig · Feindseligkeit
Feind m. ‘Gegner, Widersacher’. In ahd. fīant, fījant (8. Jh.), mhd. vīant, vīent, vīnt, asächs. fīand, mnd. vīent, mnl. vīant, nl. vijand, aengl. fēond, engl. fiend, anord. fjāndi ‘Feind, Teufel’, schwed. fiende, got. fijands, germ. *fijand- liegt (wie bei ↗Freund, ↗Heiland, s. d.) ein erstarrtes, substantiviertes Part. Präs. vor, dessen zugehöriges Verb in ahd. fīēn ‘hassen, verabscheuen’ (8. Jh.), aengl. fēogan, anord. fjā, got. fijan begegnet, danach aber nicht erhalten ist. Mit den Verwandten aind. pī́yati ‘schmäht, tadelt, beschimpft’, griech. pḗma (πῆμα) ‘Verderben, Leid’, lat. paene ‘beinahe, fast, ganz und gar’ (ursprünglich Neutrum des Adjektivs *pēnis ‘beschädigt, mangelhaft’) ist von einer Wurzel ie. *pē(i)-, *pī- ‘weh tun, beschädigen, schmähen’ auszugehen. anfeinden Vb. ‘angreifen (mit Worten)’ (15. Jh.), zu einem im 17. Jh. verlorengegangenen Infinitiv spätmhd. vīnden, nhd. feinden, wozu auch verfeinden Vb. ‘feind werden’ (17. Jh.). feindlich Adj. ‘gegnerisch’, ahd. fīantlīh (um 1000), mhd. vīentlich, vīntlich. Feindschaft f. ‘Gegnerschaft’, ahd. fīantscaf (8. Jh.), -scaft (um 1000) ‘Feindseligkeit, Haß, Zwist’, mhd. vī(e)ntschaft. feindselig Adj. ‘feindlich gesinnt, gehässig’ (15. Jh.). Feindseligkeit f. ‘feindliche Gesinnung, Gehässigkeit’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Abneigung · ↗Animosität · ↗Antipathie · ↗Feindlichkeit · ↗Feindschaft · Feindseligkeit · feindselige Einstellung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Aufgebrachtheit · Aufgebrachtsein · ↗Aufgeregtheit · ↗Aufregung · ↗Echauffiertheit · Echauffierung · ↗Empörtheit · ↗Entrüstung · ↗Erbostheit · Feindseligkeit · ↗Furor · ↗Gereiztheit · ↗Indignation · ↗Jähzorn · ↗Rage · ↗Raserei · ↗Stinkwut · ↗Verärgerung · ↗Wut · Wut im Bauch · ↗Wüterei · ↗Zorn · heiliger Zorn · ↗Ärger  ●  ↗Empörung  Hauptform · ↗Ingrimm  veraltend · ↗Gefrett  ugs., österr., süddt. · Gfrett  ugs., österr., süddt. · ↗Scheißwut  derb · böses Blut  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (die) Gemüter erregen · (ein) Aufreger sein · (einen) Sturm der Entrüstung auslösen · Kreise ziehen · Wirbel machen · die Wellen der Empörung schlagen hoch · für Aufregung sorgen · hohe Wellen schlagen  ●  Wind machen  fig. · (die) Gemüter erhitzen  ugs. · (die) Nerven liegen blank  ugs. · (jemandes) Blut in Wallung bringen  ugs. · einschlagen wie eine Bombe  ugs.
  • Aufruhr · ↗Volkszorn · allgemeine Empörung
  • (einen) Hass haben auf · ↗aggressiv · ↗aufgebracht · empört · erbost · in Rage · ↗wütend · ↗zornig  ●  (jemandem) gram sein  veraltet · ↗böse  Kindersprache · angepisst  derb · einen Hals haben  ugs. · eingeschnappt  ugs. · erzürnt  geh. · ↗fuchtig  ugs. · ↗geladen  ugs. · in Brast  ugs., regional · in heiligem Zorn  ugs. · ↗indigniert  geh. · ↗pissig  derb · sickig  ugs. · so eine Krawatte haben (+ Geste)  ugs. · so einen Hals haben (+ Geste)  ugs. · ↗stinkig  ugs.
  • also hören Sie mal!  ugs. · entschuldige mal!  ugs. · entschuldigen Sie mal!  ugs. · ich bitte Sie!  ugs. · ich bitte dich!  ugs. · ich darf doch sehr bitten!  ugs. · ich muss doch sehr bitten!  ugs. · sagen Sie mal!  ugs.
  • (die) Wut kriegen · (die) kalte Wut kriegen · (jemanden) packt die Wut · in Rage geraten · in Rage kommen · in Wut geraten · mit der Faust auf den Tisch hauen · mit der Faust auf den Tisch schlagen · sehr aufgebracht sein · sehr erbost sein · sehr erregt sein · sehr wütend sein · sehr zornig sein · wütend werden  ●  (das) kalte Kotzen kriegen  derb · (gleich) Amok laufen (Übertreibung)  ugs. · (jemandem) geht das Messer in der Tasche auf  ugs., fig. · (jemandem) platzt (gleich) der Kragen  ugs. · (jemanden) packt der helle Zorn  geh. · an die Decke gehen  ugs. · auf 180 sein  ugs. · auf hundertachtzig sein  ugs. · böse werden  ugs., Kindersprache · die Platze kriegen  ugs. · hochgehen wie ein HB-Männchen  ugs., veraltet · hochgehen wie eine Rakete  ugs. · in die Luft fliegen  ugs. · in die Luft gehen  ugs. · kurz vorm Explodieren sein  ugs. · kurz vorm Überkochen sein  ugs. · rasend werden  ugs. · ↗rotsehen  ugs. · ↗zürnen  geh., veraltet
  • Sturm der Entrüstung · Welle der Empörung · öffentliche Empörung
  • Randalationsversuch · Randaleversuch · Randalierversuch
  • Gemütsschwankung(en) · ↗Laune · ↗Stimmung · vorübergehende Gemütsverfassung  ●  ↗Stimmungsschwankung  Hauptform · (ein) Anfall (von)  ugs. · ↗Anwandlung(en)  geh. · ↗Aufwallung  geh. · ↗Kaprice  geh. · ↗Kaprize  geh.
  • Wutanfall · ↗Wutausbruch  ●  ↗Ausraster  ugs. · aggressive Aufwallung  geh.
  • (künstliche) Aufgeregtheit · (ständige) Alarmstimmung · ↗Alarmismus · permanente Alarmbereitschaft

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aggression Argwohn Ausbruch Beendigung Einstellen Einstellung Eröffnung Eskalation Gleichgültigkeit Haß Intoleranz Mißgunst Mißtrauen Wiederaufflammen Wiederaufleben Wiederaufnahme ausgebrochen einstellen entgegenschlagen fortdauernd fortgesetzt latent offen schüren sprungbereit umschlagen unverhohlen unverhüllt verhüllt verwickeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feindseligkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Gerade diese wirtschaftlichen Fragen führen laut der britischen Financial Times zu einer „brodelnden Feindseligkeit“ der beiden Nationen.
Die Zeit, 25.01.2006, Nr. 04
Von einer offenen Feindseligkeit gegenüber den Deutschen kann auch jetzt keine Rede sein.
Der Tagesspiegel, 10.07.1998
Es geht um Ihre Haltung einer ständigen Feindseligkeit gegen die Mächte der Ordnung.
Schuder, Rosemarie: Agrippa und Das Schiff der Zufriedenen, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1987 [1977], S. 308
Tatsächlich bezeugen die buddhistischen Quellen seine Feindseligkeit dieser Religion gegenüber.
Petech, Luciano: Indien bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 22181
Und mit der Feindseligkeit der Erde war es ihnen ernst.
Grimm, Hans: Volk ohne Raum, München: Langen 1932 [1926], S. 268
Zitationshilfe
„Feindseligkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Feindseligkeit>, abgerufen am 19.03.2019.

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