Feinheit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Feinheit · Nominativ Plural: Feinheiten
Aussprache 
Worttrennung Fein-heit
eWDG

Bedeutungen

1.
Zartheit, feine Beschaffenheit
Beispiele:
die Feinheit der Glieder, Hände, Haut
Außerdem war ihre Nase von entzückender Feinheit [ H. Mann8,80]
übertragen
Beispiele:
die Feinheiten der Sprache
an den Feinheiten einer Übersetzung arbeiten
Eine besondere schauspielerische Feinheit war die Ohnmacht Desdemonas bei ihrem ersten Auftritt [ WildenhainSchauspieler51]
2.
(angebliche oder wirkliche) Vornehmheit
Beispiele:
[die] Herrenhofwirtin ... in ihrem schon krankhaften Streben nach Feinheit [ KafkaSchloß317]
bei den feudalen Regimentern, wo man vor lauter Feinheit keinen Hintern hatte [ A. ZweigErziehung87]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fein · Feinheit · verfeinern
fein Adj. ‘zart, zierlich, zerkleinert, genau’, mhd. fīn, vīn ‘fein, schön’, mnd. fīn ist aus afrz. fin ‘zart, rein, ausgezeichnet’ entlehnt. Zugrunde liegt lat. fīnis ‘Ende, Grenze’, aus dessen übertragenem Gebrauch ‘Äußerstes, höchste Vollendung’, z. B. fīnis honōrum ‘das Höchste an Ehren’, sich im Frz. adjektivischer Gebrauch entwickelt, daher afrz. fin Adj. eigentlich ‘von höchster Qualität’. S. auch ↗Finesse, ↗raffiniert. Feinheit f. ‘Zartheit, Zierlichkeit, Genauigkeit, Kleinheit’ (15. Jh.). verfeinern Vb. ‘feiner machen’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Feinheit · ↗Finesse · ↗Subtilität  ●  ↗Ausdifferenzierung  fachspr. · ↗Differenziertheit  geh. · ↗Raffinesse  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Feinheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feinheit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Feinheit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei kommt es aber nun sehr auf die Feinheiten an.
Die Welt, 10.10.2003
Wenn Kritiker anfangen zu loben, hört es mit der Feinheit des Ausdrucks meistens auf.
Der Tagesspiegel, 29.01.2001
Es wäre müßig, über die psychologische Feinheit der Texte noch ein Wort zu verlieren.
Reklame-Praxis, 1926, Nr. 1, Bd. 3
Hier aber möchte ich auf eine überraschende Feinheit der Sprache aufmerksam machen, auf einen wahren Übermut der Sprache.
Mauthner, Fritz: Wörterbuch der Philosophie. In: Bertram, Mathias (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1910], S. 31606
So lange man in die Feinheiten nicht eingedrungen ist, geht es flott vorwärts.
Baudissin, Wolf von u. Baudissin, Eva von: Spemanns goldenes Buch der Sitte. In: Zillig, Werner (Hg.), Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1901], S. 22929
Zitationshilfe
„Feinheit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Feinheit>, abgerufen am 25.02.2021.

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