Fell, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fell(e)s · Nominativ Plural: Felle
Aussprache  [fɛl]
Wortbildung  mit ›Fell‹ als Erstglied: ↗Fellabfall · ↗Fellboot · ↗Felleisen · ↗Felljacke · ↗Fellkragen · ↗Fellmütze · ↗Fellschuh
 ·  mit ›Fell‹ als Letztglied: ↗Bauchfell · ↗Biberfell · ↗Brustfell · ↗Bärenfell · ↗Eisbärenfell · ↗Hamsterfell · ↗Hasenfell · ↗Kalbfell · ↗Kalbsfell · ↗Kaninchenfell · ↗Katzenfell · ↗Lammfell · ↗Laskafell · ↗Laskifell · ↗Leopardenfell · ↗Nerzfell · ↗Paukenfell · ↗Rippenfell · ↗Rückenfell · ↗Schaffell · ↗Schafsfell · ↗Schurzfell · ↗Seehundfell · ↗Seehundsfell · ↗Tierfell · ↗Tigerfell · ↗Trommelfell · ↗Wolfsfell · ↗Zickelfell · ↗Ziegenfell · ↗Zwerchfell
 ·  formal verwandt mit: ↗dickfellig
Mehrwortausdrücke dickes Fell
eWDG und ZDL

Bedeutungen

1.
behaarte Haut des Tieres
Beispiele:
ein raues, zottiges, struppiges, stumpfes, seidiges, langes, glänzendes, weiches, sauberes Fell
das Fell der Schafe wird geschoren
(einem Hund, einer Katze) das Fell streicheln, kraulen
ein Tier beim Fell nehmen, packen
saloppdem Bären eins aufs Fell brennen (= auf ihn schießen)
einem Hasen, Fuchs, Kalb das Fell abziehen
Felle verkaufen
mit Fellen handeln
[die Hündin hatte] mit angestemmten Vorderbeinen und gesträubtem Fell sich auf die Keulen gesetzt [ Th. MannZauberb.2,934]
umgangssprachlich
Phrasem:
ihm sind die Felle weggeschwommen, fortgeschwommen, davongeschwommen (= er musste die Hoffnung aufgeben)
Beispiel:
Sie sehen so aus, als wären Ihnen alle Felle fortgeschwommen! [ SchleichVergangenheit236]
2.
salopp Haut des Menschen
Beispiel:
sein Fell ist bei dem Sturz ganz schön zerschrammt
a)
Phrasem:
jmdm., jmdn. juckt das Fell (= jmd. wird übermütig)
Beispiele:
mir, mich juckt mein Fell
Du überlustiger Gesell, / Juckt dich zum drittenmal das Fell? [ GoetheFaustI 818]
b)
Phrasem:
ein dickes Fell bekommen, haben (= sich aus etw. nichts machen, unempfindlich werden, sein)ZDL
c)
Phrasem:
sein Fell riskieren, zu Markte tragen (= Kopf und Kragen riskieren)
d)
Phrasem:
jmdm. das Fell gerben (= jmdn. windelweich schlagen)
Beispiel:
Solange die Feinde keinen Frieden wollten, mußten wir ihnen halt das Fell gerben [ A. ZweigJunge Frau38]
e)
Phrasem:
jmdm. das Fell über die Ohren ziehen (= jmdn. arg betrügen)
f)
landschaftlich, derb
Phrasem:
jmds. Fell versaufen (= nach jmds. Begräbnis im Wirtshaus auf sein Gedächtnis trinken)
3.
gegerbte Haut des Tieres, besonders als Bespannung für Trommeln, Pauken
Beispiel:
Auf den Pauken lagen die schlanken Hämmer, welche ich ergriff und zagend gegen das Fell schlug, daß es einen dumpf grollenden Ton gab [ G. KellerGr. Heinrich4,99]

letzte Änderung:

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Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fell · dickfellig
Fell n. ‘behaarte Tierhaut, Pelz’, ahd. fel (8. Jh.), mhd. vel (Genitiv velles), asächs. fell, mnd. mnl. nl. vel, aengl. fel(l), engl. fell, anord. -fell, got. -fill in þrūtsfill ‘Aussatz’ gehen mit griech. péllās (πέλλας) ‘Häute’ (Akkusativ Plur.), lat. pellis ‘Fell, Haut, Pelz, Leder’ (s. ↗Pelle, ↗Pelz) auf die Wurzel ie. *pel- ‘bedecken, verhüllen; Haut, Fell’ zurück; s. auch verwandtes ↗befehlen, ↗empfehlen und mit m-Formans gebildetes ↗Film. Die Verdopplung -ll- beruht auf Assimilation einer Wurzelerweiterung mit n-Formans. Verwandt sind ferner aslaw. pelena ‘Windel’, russ. pelená (пелена), lit. plẽnė̃ ‘dünnes Häutchen, Membrane’. Fell bezeichnet bis ins 16. Jh. die tierische wie auch die menschliche Haut; erst mit Luthers Bibelübersetzung setzt sich eine Differenzierung in Fell ‘Tierhaut’, später ‘behaarte Tierhaut, Pelz’, und Haut ‘menschliche Haut’ durch. Häufig in redensartlichen Wendungen wie jmdm. das Fell über die Ohren ziehen ‘betrügen’ aus der Sprache des Abdeckers (17. Jh.), die Felle schwimmen einem davon ‘jmds. Hoffnungen zerrinnen, vergehen’ aus der Sprache des Gerberhandwerks, ebenso jmdm. das Fell gerben ‘verprügeln’, ein dickes Fell haben ‘unempfindlich sein’. dickfellig Adj. ‘unempfindlich’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(behaarte) Haut · Fell · ↗Pelz · ↗Tierfell  ●  ↗Decke  fachspr., Jägersprache
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Hund · ↗Vierbeiner  ●  Canis lupus familiaris  fachspr., lat. · Fellnase  ugs. · Fiffi  ugs. · ↗Hundevieh  ugs. · ↗Kläffer  ugs. · ↗Köter  ugs., abwertend · ↗Mistvieh  ugs., aggressiv · ↗Töle  derb · ↗Wauwau  ugs., Babysprache · bester Freund des Menschen  ugs.
  • Marderhundfell · Seefuchsfell
  • Buntfutterer  veraltet · Grauwerker  veraltet · ↗Kürschner  Hauptform · Pelzer  veraltet · Wildwerker  veraltet
Synonymgruppe
Haar · Haare · ↗Haarpracht · ↗Haarschopf · ↗Haartracht · ↗Haupthaar · ↗Kopfbehaarung · ↗Kopfhaar · ↗Mähne · ↗Schopf  ●  Fell  ugs. · ↗Matte  ugs. · ↗Pelz  ugs. · ↗Wolle  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Feenhaar · dünnes Haar · feines Haar
  • Biquoquet · Witwenspitze · spitzer Haaransatz
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Fell‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fell‹.

Zitationshilfe
„Fell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fell>, abgerufen am 15.01.2021.

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