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Ferkel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ferkels · Nominativ Plural: Ferkel
Aussprache  [ˈfɛʁkl̩]
Worttrennung Fer-kel
Wortbildung  mit ›Ferkel‹ als Erstglied: Ferkelei · Ferkelwurf · Ferkelzucht · ferkelig · ferklig
 ·  mit ›Ferkel‹ als Letztglied: Absatzferkel · Marzipanferkel · Saugferkel · Spanferkel
 ·  mit ›Ferkel‹ als Grundform: ferkeln
eWDG

Bedeutungen

1.
junges Schwein von der Geburt bis zum Absetzen vom Muttertier
Beispiele:
die Sau hat sechs Ferkel geworfen
die Ferkel quieken
die Ferkel von der Sau absetzen
Ferkel (auf)ziehen
salopper benimmt sich, isst wie ein Ferkel
2.
salopp, Schimpfwort
a)
unsauberer Mensch
Beispiele:
er ist ein (altes) Ferkel
drei Tage hat sich das Ferkel nicht gewaschen
du Ferkel hast mich ganz vollgespritzt!
b)
sittlich verdorbener, schamloser Mensch
Beispiele:
»Du Ferkel!« sagte Fritzi. »Du willst mit mir ins Bett? …« [ RemarqueSchwarzer Obelisk243]
[sie] konnte mich deshalb mit ziemlicher Überzeugungskraft ein Ferkel, einen Hurenbock, ein verkommenes Subjekt nennen [ GrassBlechtrommel393]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ferkel · ferkeln
Ferkel n. ‘junges Schwein’, ahd. farhilī (9. Jh.), farhilīn (11./12. Jh.) ‘Schweinchen, Ferkel’, mhd. verhelīn, verlīn ist Deminutivum zu ahd. far(a)h ‘Ferkel, Frischling’ (9. Jh.), mhd. varch ‘Ferkel, Schwein’. Im Germ. sind verwandt mnd. verken, mnl. varken, verken, nl. varken, aengl. færh, engl. farrow, außergerm. entsprechen lat. porcus ‘zahmes Schwein’, lit. par̃šas ‘männliches verschnittenes Schwein’, mir. orc ‘Ferkel, junges Tier’, so daß sich ie. *pork̑os ‘Schwein’, auch ‘neugeborenes Tier, Ferkel’ erschließen läßt. Hierzu (als Deminutiva) kslaw. prasę, russ. porosënok (поросёнок) und mit l-Suffix lat. porculus, lit. paršẽlis ‘Ferkel’. Wenn die Verbindung zu ie. *perk̑- ‘aufreißen, aufwühlen’ (wozu auch Furche, s. d.) zu Recht besteht, ist von einer Bedeutung ‘Wühler’ auszugehen. Im Mhd. wird im Silbenanlaut ch- zu k-, so daß bereits mhd. verkelīn, verkel entsteht. Es bleibt offen, ob dieses k- als Bestandteil des Stammes oder aus dem Deminutivsuffix (*-kīn bzw. *-inkilīn) zu erklären ist; vgl. Pijnenburg in: Sprachwissenschaft 10 (1985) 359 ff. ferkeln Vb. ‘Ferkel werfen, sich unanständig aufführen’ (17. Jh.), älter ferlen (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Ferkel · Frischling · Schweinchen
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Dreckschwein(chen) · Ferkel · Schmuddelkind · Schmutzfink · Wutz  ●  Dreckspatz  verniedlichend · (alte) Pottsau  derb, ruhrdt. · Schmierlapp(en)  derb · Schweinigel  derb
Assoziationen
  • Schlamper · Schlunz · ungepflegte Erscheinung

Typische Verbindungen zu ›Ferkel‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ferkel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ferkel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vier Jahre später wird es generell verboten sein, Ferkel zu kastrieren. [Die Zeit, 04.10.2012, Nr. 40]
Sie hatten es weniger mit jungen Mädchen als vielmehr mit kleinen Ferkeln zu tun. [Die Zeit, 02.06.1972, Nr. 22]
Da gibt es Sauen mit kleinen Ferkeln, Kälber, die von den größeren Kindern mit Milch versorgt werden dürfen. [Die Zeit, 19.03.1971, Nr. 12]
Aber keine Kuh wurde trächtig, und es gab nur zwei Würfe Ferkel. [Süddeutsche Zeitung, 17.09.2004]
Vor unseren Augen gebärt eine trächtige Sau ein Ferkel nach dem anderen. [Süddeutsche Zeitung, 16.12.2000]
Zitationshilfe
„Ferkel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ferkel>.

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