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Ferment, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ferment(e)s · Nominativ Plural: Fermente
Aussprache 
Worttrennung Fer-ment
Wortbildung  mit ›Ferment‹ als Erstglied: fermentieren  ·  mit ›Ferment‹ als Letztglied: Labferment
Herkunft aus fermentumlat ‘Gärung, Gärstoff’
eWDG

Bedeutung

Wirkstoff, der im pflanzlichen, tierischen und menschlichen Körper gebildet wird und bestimmte chemische Umwandlungen im Körper beschleunigt
Beispiele:
das fettspaltende Ferment der Bauchspeicheldrüse
die Fermente, die sich über die Nahrungsstoffe hermachen und sie in ihre chemischen Teilstücke zerlegen [ K. v. FrischLeben75]
übertragen vorwärtstreibendes, beschleunigendes, gärendes Element
Beispiele:
[er wußte von jenen Dingen] daß ein Ferment in ihnen gewaltet und ihren Prozeß beschleunigt hatte [ LanggässerArgonautenfahrt7]
es [das österreichische Bündnis] ist ein wesentliches Ferment der Französischen Revolution gewesen [ MehringLessing-Legende34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ferment · fermentieren
Ferment n. in lebenden Organismen gebildeter Wirkstoff zur Steuerung des Stoffwechselprozesses (dafür heute auch Enzym, s. d.), von lat. fermentum n. ‘Gärung, Gärstoff’; bereits im 16. Jh. in dt. alchimistischer Literatur gebräuchlich. – fermentieren Vb. ‘Rohstoffe durch Behandlung mit Fermenten genußfähig machen, veredeln’, im 16. Jh. von lat. fermentāre ‘gären machen, in Gärung geraten’; dazu die gelehrte Bildung Fermentation f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Enzym  ●  Ferment  veraltet · Biokatalysator  fachspr.
Unterbegriffe
  • Penicillanase · Penicillin zerstörendes Enzym
  • Lysozym · Muramidase
  • Invertase · Saccharase · β-Fructofuranosidase  ●  Invertin veraltet
  • Kallikrein-3 · Semenogelase · prostataspezifisches Antigen

Typische Verbindungen zu ›Ferment‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ferment‹.

Verwendungsbeispiele für ›Ferment‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Reste des Älteren waren im europäischen Bewußtsein Fermente des Neuen. [Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 250]
Die fettspaltenden Fermente greifen selbstverständlich die löslichen Verbindungen leichter an als die Fette selbst. [Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 360]
Was bleibt an intellektuellem, auch an politischem Ferment von jenen aufrührerischen Jahren? [Die Zeit, 17.02.1975, Nr. 07]
Nach 30 bis 40 Minuten hat das Ferment die Milch verdickt. [Süddeutsche Zeitung, 09.04.1997]
Eine der dringendsten Fragen betrifft die Funktion der kolloiden Träger von Fermenten. [Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 897]
Zitationshilfe
„Ferment“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ferment>.

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