Ferment, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Ferment(e)s · Nominativ Plural: Fermente
Aussprache
WorttrennungFer-ment
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Ferment‹ als Letztglied: ↗Labferment
eWDG, 1967

Bedeutung

Wirkstoff, der im pflanzlichen, tierischen und menschlichen Körper gebildet wird und bestimmte chemische Umwandlungen im Körper beschleunigt
Beispiele:
das fettspaltende Ferment der Bauchspeicheldrüse
die Fermente, die sich über die Nahrungsstoffe hermachen und sie in ihre chemischen Teilstücke zerlegen [K. v. FrischLeben75]
übertragen vorwärtstreibendes, beschleunigendes, gärendes Element
Beispiele:
[er wußte von jenen Dingen] daß ein Ferment in ihnen gewaltet und ihren Prozeß beschleunigt hatte [LanggässerArgonautenfahrt7]
es [das österreichische Bündnis] ist ein wesentliches Ferment der Französischen Revolution gewesen [MehringLessing-Legende34]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Ferment · fermentieren
Ferment n. in lebenden Organismen gebildeter Wirkstoff zur Steuerung des Stoffwechselprozesses (dafür heute auch ↗Enzym, s. d.), von lat. fermentum n. ‘Gärung, Gärstoff’; bereits im 16. Jh. in dt. alchimistischer Literatur gebräuchlich. fermentieren Vb. ‘Rohstoffe durch Behandlung mit Fermenten genußfähig machen, veredeln’, im 16. Jh. von lat. fermentāre ‘gären machen, in Gärung geraten’; dazu die gelehrte Bildung Fermentation f. (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Enzym · Ferment  ●  ↗Biokatalysator  fachspr.
Unterbegriffe
  • Penicillanase · Penicillin zerstörendes Enzym
  • Invertase · ↗Saccharase · β-Fructofuranosidase  ●  Invertin  veraltet
  • Kallikrein-3 · Semenogelase · prostataspezifisches Antigen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aktivität Alkalien Dekomposition Einwirkung Enzym Erneuerung Hefe Hormon Stoffwechsel Säure Vitamin Wirkung Zersetzung bilden eigentlich eiweißspaltend enthalten erweisen gelb natürlich spalten ungeformt wesentlich wirksam

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ferment‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nach 30 bis 40 Minuten hat das Ferment die Milch verdickt.
Süddeutsche Zeitung, 09.04.1997
Was bleibt an intellektuellem, auch an politischem Ferment von jenen aufrührerischen Jahren?
Die Zeit, 17.02.1975, Nr. 07
Die Reste des Älteren waren im europäischen Bewußtsein Fermente des Neuen.
Adorno, Theodor W.: Minima Moralia, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1971 [1951], S. 250
Die fettspaltenden Fermente greifen selbstverständlich die löslichen Verbindungen leichter an als die Fette selbst.
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 360
Bekannt wurde er durch seine Forschungen auf dem Gebiet der Ernährungsfragen, vor allem der Erforschung der Fermente.
o. A.: 1947. In: Overresch, Manfred u. Saal, Friedrich Wilhelm (Hgg.) Deutsche Geschichte von Tag zu Tag 1918-1949, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1986], S. 18973
Zitationshilfe
„Ferment“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ferment>, abgerufen am 20.05.2019.

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