Fertigkeit, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Fertigkeit · Nominativ Plural: Fertigkeiten
Aussprache 
Worttrennung Fer-tig-keit
Wortzerlegung fertig -keit
Wortbildung  mit ›Fertigkeit‹ als Letztglied: Lesefertigkeit · Redefertigkeit · Schreibfertigkeit
eWDG

Bedeutung

durch Übung erworbene Gewandtheit, Geschicklichkeit im Ausführen bestimmter Tätigkeiten
Beispiele:
jmd. hat eine große, erstaunliche, nur geringe Fertigkeit im Sprechen fremder Sprachen, Lesen, Zeichnen, Basteln, Klavierspiel
er hat künstlerische, handwerkliche, manuelle Fertigkeiten
jmds. Fertigkeiten entwickeln, fördern
in diesem Beruf braucht man schon einige, keine besonderen Fertigkeiten (= Kenntnisse)
Er hatte eine solche Fertigkeit und Zielsicherheit im Steinschleudern, daß er oft traf [ O. M. GrafUnruhe237]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fertig · fertigen · Fertigung · Fertigkeit · fertigmachen
fertig Adj. ‘bereit, beendet, erschöpft’. Das nur im dt.-nl. Sprachgebiet belegte Adjektiv ahd. fartīg, fertīg ‘beweglich, flüchtig, bereit’ (9./10. Jh.), mhd. vertec, vertic ‘bereit, tüchtig’, mnd. vērdich, mnl. vaer-, veer-, verdich, nl. vaardig ist eine Ableitung von dem unter Fahrt (s. d.) behandelten Substantiv und bedeutet ursprünglich ‘zur Fahrt, zum Gehen bereit, gerüstet’, dann ‘bereit, rüstig’, schließlich ‘zu Ende gearbeitet, gebrauchsbereit. ausgereift’. fertigen Vb. ‘herstellen, fabrizieren’, mhd. vertigen, vertegen ‘zur Fahrt rüsten, zustande bringen’. Fertigung f. ‘Herstellung’, mhd. vertigunge ‘Ausstattung, Ausfertigung, Auftrag, Fracht’. An mhd. vertic in der Bedeutung ‘beweglich, geschickt’ schließt sich an Fertigkeit f. ‘Übung, Fähigkeit, Geschicklichkeit’ (16. Jh.). fertigmachen Vb. ‘jmdn. physisch oder psychisch erledigen, scharf zurechtweisen’ (1. Hälfte 20. Jh.); eigentlich fertig machen ‘zustande, zu Ende bringen, bereit machen’ (14. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fertigkeit · Geschick · Geschicklichkeit · Kunstfertigkeit  ●  Handgeschick  fachspr.

Typische Verbindungen zu ›Fertigkeit‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fertigkeit‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fertigkeit‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Deutschen hatte er es selbst schon zu einer großen Fertigkeit gebracht. [Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 345]
Seine Fertigkeit im Erstarren steigerte sich von Tag zu Tag. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 164]
Wohl muß dagegen, was vollendet sein will, seine mögliche Fertigkeit erreichen. [Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Tübingen: Niemeyer 1986 [1927], S. 237]
Er nimmt beide in ihrer – von der geschichtlichen Wirklichkeit produzierten – Fertigkeit hin. [Lukács, Georg: Geschichte und Klassenbewußtsein, Neuwied u. a.: Leuchterhand 1970 [1923], S. 337]
Diese Fertigkeit haben sie, wie die Geschichte beweist, immer perfekt beherrscht. [Der Spiegel, 09.08.1982]
Zitationshilfe
„Fertigkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fertigkeit>.

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