Fett, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fett(e)s · Nominativ Plural: Fette
Aussprache
Wortbildung mit ›Fett‹ als Erstglied: ↗Fettansatz · ↗Fettauge · ↗Fettbedarf · ↗Fettbrot · ↗Fettchemie · ↗Fettcreme · ↗Fettcrème · ↗Fettdepot · ↗Fettfilm · ↗Fettfleck · ↗Fettgans · ↗Fettgehalt · ↗Fettgeschwulst · ↗Fettgewebe · ↗Fettgewinnung · ↗Fettgriebe · ↗Fetthenne · ↗Fetthering · ↗Fettherz · ↗Fetthärtung · ↗Fettkohle · ↗Fettlöser · ↗Fettmasse · ↗Fettmolekül · ↗Fettnapf · ↗Fettnäpfchen · ↗Fettpolster · ↗Fettsack · ↗Fettsau · ↗Fettschicht · ↗Fettschnitte · ↗Fettsteiß · ↗Fettstift · ↗Fettstoffwechsel · ↗Fettstuhl · ↗Fettsubstanz · ↗Fettsucht · ↗Fettsäure · ↗Fetttropfen · ↗Fettwanst · ↗Fettwulst · ↗fettarm · ↗fettdicht · ↗fettfleckig · ↗fettfrei · ↗fettfüttern · ↗fetthaltig · ↗fettig · ↗fettlos · ↗fettlöslich · ↗fettreich · ↗fettähnlich
 ·  mit ›Fett‹ als Letztglied: ↗Affenfett · ↗Bauchfett · ↗Bratenfett · ↗Entenfett · ↗Erdnussfett · ↗Gansfett · ↗Gänsefett · ↗Hartfett · ↗Hasenfett · ↗Kokosfett · ↗Lederfett · ↗Motorenfett · ↗Pflanzenfett · ↗Rinderfett · ↗Rindsfett · ↗Schlachtfett · ↗Schmierfett · ↗Schuhfett · ↗Schweinefett · ↗Speckfett · ↗Speisefett · ↗Staufferfett · ↗Tierfett · ↗Transfett · ↗Wagenfett · ↗Wollfett
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
fester, flüssiger oder halbfester Stoff aus den Estern des Glyzerins und Fettsäuren, der aus pflanzlichen oder tierischen Zellen gewonnen wird und große Bedeutung für die menschliche Ernährung und für technische Zwecke hat
Beispiele:
Fett auslassen, erhitzen, abschöpfen
den Pfannkuchen im zerlassenen, schwimmenden Fett ausbacken
umgangssprachlichdas Fett brutzelt in der Pfanne
das Fett schwimmt auf der Brühe
es riecht nach ranzigem Fett
tierische, pflanzliche Fette
synthetische, technische Fette
feste, flüssige, gehärtete Fette
triefendes Fett
ein Brot mit Fett bestreichen
der Schwimmer reibt sich mit Fett ein
umgangssprachlich, sprichwörtlich Fett schwimmt (immer) oben (= wem es einmal gut geht, dem wird es immer gut gehen)
bildlich
umgangssprachlich im Fett sitzen, schwimmenin guten Verhältnissen leben
Beispiel:
Heute sitzen wir im Dreck, und damals saßen wir im Fett [RemarqueSchwarzer Obelisk350]
Phrasem:
er hat das Fett abgeschöpft (= das Beste für sich genommen)
salopp
Beispiele:
er wird sein Fett (= die verdiente Schelte, Strafe)(schon) bekommen, kriegen
er hat sein Fett weg
2.
Anhäufung von Fettgewebe im tierischen und menschlichen Körper als Vorratsstoff und Polster
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die Ente hat viel Fett
schwammiges, quellendes Fett
jmd. setzt Fett an (= nimmt zu)
ein Ansatz von Fett
sie bekam durch regelmäßigen Morgensport ihr Fett weg
Spuren weißen ältlichen Fetts an ihrem Hals [BöllHaus110]
bildlich, umgangssprachlich
Beispiel:
er wird noch in seinem eigenen Fett ersticken (= am Wohlleben zugrunde gehen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

fett · Fett · fetten · fettig · Fettigkeit · Fettnäpfchen
fett Adj. ‘sehr beleibt, dick, fetthaltig (von Speisen)’. Das ursprünglich nur nd. Adjektiv (gegenüber hd. feist), vgl. mnd. vet, nd. fett, mnl. nl. vet, ist wie die unter ↗feist (s. d.) genannten Formen durch Kontraktion der Partizipialform germ. *faitiða- entstanden. Seit dem 14. Jh. ist fett in md. Texten nachzuweisen, seine Ausbreitung in das hd. Sprachgebiet nimmt durch Luther zu; heute allgemein üblich. Aus dem Adjektiv gebildet Fett n. ‘organisches (aus Estern des Glyzerins und Fettsäuren bestehendes, tierisches oder pflanzliches) Produkt’, mnd. vet, vette, nl. vet, im Hd. zuerst im 15. Jh. Häufig in Redensarten (ursprünglich wohl abschwächend für ‘Schläge, Prügel’) sein Fett kriegen (18. Jh.), jmdm. sein Fett geben (19. Jh.). fetten Vb. ‘mit Fett versehen’, mhd. vetten, vetzen, mnd. vetten. fettig Adj. ‘fett (von Speisen), mit Fett beschmiert’ (16. Jh.). Fettigkeit f. ‘Fettsein’, spätmhd. veticheit (14. Jh.). Fettnäpfchen n. ‘Behälter für Fett’; ins Fettnäpfchen treten, eigentlich wohl in den Napf mit Stiefelfett, dann übertragen ‘sich ungeschickt verhalten, sich unbeliebt machen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Fett · ↗Schmalz · ↗Talg  ●  ↗Flomen  fachspr. · Flumen  fachspr.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Fett  ●  ↗Dickmacher  ugs.
Unterbegriffe
Synonymgruppe
Fett · ↗Schmalz · ↗Schmer · ↗Speck
Unterbegriffe
  • Fettwachs · Leichenfett · Leichenlipid · ↗Leichenwachs  ●  Adipocire  fachspr., franz., lat.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Butter Cholesterin Eiweiß Fettsäure Filz Fleisch Kalorie Kohlehydrat Kohlenhydrat Mehl Pfanne Protein Salz Vitamin Zucker abbekommen abkriegen absaugen braten gesättigt heiß pflanzlich ranzig siedend tierisch wegbekommen wegkriegen Öl Ölen überschüssig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fett‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In diesem Sinn bekommen denn auch alle ihr Fett ab.
Süddeutsche Zeitung, 05.09.1996
Weil sich aber niemand flüssiges Fett aufs Brot gießen will, muss man diese Fette irgendwie streichfähig machen.
Die Zeit, 25.11.2013, Nr. 47
Tatsächlich ist der Verbrauch von Butter zugunsten der gesünderen pflanzlichen Fette zurückgegangen.
Die Welt, 24.01.2005
Das braucht sich unsere Mel, die nette Fette, nicht vorwerfen zu lassen.
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2000
Selbst wenn wir ganz mager essen, machen uns versteckte Fette dick.
Bild, 26.02.1998
Zitationshilfe
„Fett“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fett>, abgerufen am 15.12.2019.

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