Feuerprobe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungFeu-er-pro-be (computergeneriert)
WortzerlegungFeuerProbe
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Bewährungsprobe
Beispiele:
jmd. hat seine (erste) Feuerprobe zu bestehen
er bewährte sich in den Feuerproben des Lebens
2.
historisch mittelalterliches Verfahren zum Herbeiführen eines Gottesurteils, das die Unschuld des Angeklagten dann bewies, wenn er ein glühendes Eisen längere Zeit in der Hand halten konnte
Beispiel:
Die Feuerprobe hatte sie unwiderruflich von ihm geschieden [Bergengr.Feuerprobe51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feuer · feuern · Feuerung · feurig · Feuerprobe · Feuerstein · Feuerwehr · Feuerwerk · Feuerzeug
Feuer n. ‘Brand, Flammenbildung’, ahd. fiur (8. Jh.), mhd. viur, viwer, viuwer, asächs. fiur, mnd. vǖr, mnl. vuur, vier, nl. vuur, aengl. fȳr, engl. fire, anord. fūrr, fȳrr. Verwandt sind griech. pȳ́r (πῦρ), umbr. pir, tschech. (älter) pýř, die auf einen ursprünglich heteroklitischen r-/n-Stamm ie. *peu̯ōr, *pū̌r, Genitiv *punés zurückgehen; den n-Stamm bewahren got. fōn, vielleicht auch anord. funi ‘Feuer’ und (mit k-Suffix) ↗Funke (s. d.). Die etymologische Entwicklung der genannten Formen ist im einzelnen undurchsichtig; sie dürfte von morphologischen Einflüssen bestimmt worden sein. Vgl. Bammesberger Die Morphologie des urgerm. Nomens (1990) 205. feuern Vb. ‘Feuer machen’, ahd. fiurēn ‘glühen, Flammen, Feuer speien’ (um 800), fiuren ‘glühend machen’ (10. Jh.), mhd. viuren; im Sinne von ‘schießen’ seit dem 17. Jh. Feuerung f. ‘das Heizen, Brennstoff’, älter ‘Feuer, Brand’ (Ende 15. Jh.). feurig Adj. ‘brennend, glühend, temperamentvoll’, mhd. viurec, viuric. Feuerprobe f. ‘Metallprüfung durch Feuereinwirkung’ (17. Jh.), erst spät auch Bezeichnung für das mittelalterliche Gottesurteil (18. Jh.). Feuerstein m. knollenförmiger, dunkler Kieselsäurestein zum Feuerschlagen, ahd. fiurstein (Hs. 12. Jh.), mhd. viurstein. Feuerwehr f. ‘zur Brandbekämpfung ausgebildete Mannschaft und ihre Gerätschaften’ (1841). Feuerwerk n. ‘Erzeugung farbiger Lichteffekte’ (16. Jh.), beim Aufkommen der Feuerwaffen auch im Sinne von ‘Munition’; vgl. spätmhd. viurwerc ‘Brennmaterial’. Feuerzeug n. ‘Gerät zum Erzeugen von Feuer’ (d. i. Stahl, Stein, Zunder, schließlich mit Hilfe von Benzin oder Gas), spätmhd. viurziuc.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bewährungsprobe · Feuerprobe · ↗Nagelprobe · ↗Test · harte Prüfung  ●  ↗Feuertaufe  fig. · ↗Lackmustest  fig.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

bestanden bestehen eigentlich erst hervorgehen überstehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feuerprobe‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es mußte einer Feuerprobe gleichkommen, mit bloßen Füßen über diese glühende Erde zu laufen.
Die Zeit, 16.09.1988, Nr. 38
Die sogenannten Feuerproben nehmen sich auf dem Papier sehr schön aus.
Berliner Tageblatt (Sonntags-Ausgabe), 08.03.1908
Nie würde man sie mit weißen Lilien durch die Feuerprobe hindurchschreiten sehen.
Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 909
Ob die Völker, die diese Feuerprobe überstehen, in ihrem Verlauf die Fähigkeit erwerben, höhere Formen politischer Bildung zu meistern, bleibt abzuwarten.
Friedrich, Carl Joachim: Totalitäre Diktatur, Stuttgart: Kohlhammer 1957, S. 257
Das Gebilde, das diese Feuerprobe bestanden hat, darf hinaus in die Welten und Zeiten.
Kisch, Egon Erwin: Der rasende Reporter, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1925], S. 223
Zitationshilfe
„Feuerprobe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Feuerprobe>, abgerufen am 22.10.2019.

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