Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Feuerprobe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Feuerprobe · Nominativ Plural: Feuerproben
Aussprache 
Worttrennung Feu-er-pro-be
Wortzerlegung Feuer Probe
eWDG

Bedeutungen

1.
Bewährungsprobe
Beispiele:
jmd. hat seine (erste) Feuerprobe zu bestehen
er bewährte sich in den Feuerproben des Lebens
2.
historisch mittelalterliches Verfahren zum Herbeiführen eines Gottesurteils, das die Unschuld des Angeklagten dann bewies, wenn er ein glühendes Eisen längere Zeit in der Hand halten konnte
Beispiel:
Die Feuerprobe hatte sie unwiderruflich von ihm geschieden [ Bergengr.Feuerprobe51]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feuer · feuern · Feuerung · feurig · Feuerprobe · Feuerstein · Feuerwehr · Feuerwerk · Feuerzeug
Feuer n. ‘Brand, Flammenbildung’, ahd. fiur (8. Jh.), mhd. viur, viwer, viuwer, asächs. fiur, mnd. vǖr, mnl. vuur, vier, nl. vuur, aengl. fȳr, engl. fire, anord. fūrr, fȳrr. Verwandt sind griech. pȳ́r (πῦρ), umbr. pir, tschech. (älter) pýř, die auf einen ursprünglich heteroklitischen r-/n-Stamm ie. *peu̯ōr, *pū̌r, Genitiv *punés zurückgehen; den n-Stamm bewahren got. fōn, vielleicht auch anord. funi ‘Feuer’ und (mit k-Suffix) Funke (s. d.). Die etymologische Entwicklung der genannten Formen ist im einzelnen undurchsichtig; sie dürfte von morphologischen Einflüssen bestimmt worden sein. Vgl. Bammesberger Die Morphologie des urgerm. Nomens (1990) 205. – feuern Vb. ‘Feuer machen’, ahd. fiurēn ‘glühen, Flammen, Feuer speien’ (um 800), fiuren ‘glühend machen’ (10. Jh.), mhd. viuren; im Sinne von ‘schießen’ seit dem 17. Jh. Feuerung f. ‘das Heizen, Brennstoff’, älter ‘Feuer, Brand’ (Ende 15. Jh.). feurig Adj. ‘brennend, glühend, temperamentvoll’, mhd. viurec, viuric. Feuerprobe f. ‘Metallprüfung durch Feuereinwirkung’ (17. Jh.), erst spät auch Bezeichnung für das mittelalterliche Gottesurteil (18. Jh.). Feuerstein m. knollenförmiger, dunkler Kieselsäurestein zum Feuerschlagen, ahd. fiurstein (Hs. 12. Jh.), mhd. viurstein. Feuerwehr f. ‘zur Brandbekämpfung ausgebildete Mannschaft und ihre Gerätschaften’ (1841). Feuerwerk n. ‘Erzeugung farbiger Lichteffekte’ (16. Jh.), beim Aufkommen der Feuerwaffen auch im Sinne von ‘Munition’; vgl. spätmhd. viurwerc ‘Brennmaterial’. Feuerzeug n. ‘Gerät zum Erzeugen von Feuer’ (d. i. Stahl, Stein, Zunder, schließlich mit Hilfe von Benzin oder Gas), spätmhd. viurziuc.

Thesaurus

Synonymgruppe
Bewährungsprobe · Feuerprobe · Nagelprobe · Test · harte Prüfung  ●  Feuertaufe  fig. · Lackmustest  fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (der) Augenblick der Wahrheit · (der) Moment wo sich alles entscheidet · (der) entscheidende Moment · (der) große Augenblick wo (...) · (die) Stunde der Bewährung · (die) Stunde der Wahrheit  ●  (der) große Augenblick, wo der Frosch ins Wasser springt  ugs., ironisierend

Typische Verbindungen zu ›Feuerprobe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feuerprobe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Feuerprobe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die sogenannten Feuerproben nehmen sich auf dem Papier sehr schön aus. [Berliner Tageblatt (Sonntags-Ausgabe), 08.03.1908]
Es mußte einer Feuerprobe gleichkommen, mit bloßen Füßen über diese glühende Erde zu laufen. [Die Zeit, 16.09.1988, Nr. 38]
Es wurde zwar nicht, um gleich im richtigen Bild zu bleiben, eine Feuerprobe daraus, aber andererseits blieben dem Newcomer auch kaum Fragen erspart. [Die Zeit, 29.04.1988, Nr. 18]
Erst wer in China radgefahren ist, hat die Feuerprobe bestanden. [Süddeutsche Zeitung, 23.08.1994]
Nie würde man sie mit weißen Lilien durch die Feuerprobe hindurchschreiten sehen. [Knittel, John: Via Mala, Berlin: Deutsche Buch-Gemeinschaft 1957 [1934], S. 909]
Zitationshilfe
„Feuerprobe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Feuerprobe>.

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