Feuilleton, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Feuilletons · Nominativ Plural: Feuilletons
Aussprache
WorttrennungFeuil-le-ton
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Feuilleton‹ als Erstglied: ↗Feuilletonredakteur · ↗Feuilletonschreiber · ↗Feuilletonseite · ↗Feuilletonstil · ↗feuilletonisieren
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
unterhaltender und belehrender Kulturteil einer Zeitung mit literarischen, kritischen und populärwissenschaftlichen Beiträgen
Beispiele:
ein paar Beiträge für das Feuilleton schreiben, liefern
das Buch wurde im Feuilleton aller großen Zeitungen besprochen, gewürdigt
Seit Jahren schon war er beschämt über den ständigen Niedergang des Niveaus in seinem [des Tagblattes] Feuilleton [Bachm.Dreißigstes Jahr113]
2.
einzelner Aufsatz, Beitrag innerhalb von 1, der meist in leichtem Plauderton geschrieben ist
Beispiele:
ein aktuelles, spritziges, originelles Feuilleton
[er] wird Feuilletons über Geschlecht und Charakter schreiben und will gedruckt werden [WeiskopfAbschied v. Frieden1,395]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Feuilleton · Feuilletonist
Feuilleton n. ‘kultureller und unterhaltender Teil einer Zeitung’, zu Anfang des 19. Jhs. im Dt. nachweisbar. Übernahme von frz. feuilleton ‘Heft von 8 Seiten, Beiblatt’ (seit 1800 Titel eines besonderen Teils des Pariser „Journal des Débats“). Frz. feuilleton ist abgeleitet von frz. feuillet ‘Blatt von einem Bogen’, gebildet zu frz. feuille ‘Blatt, Bogen, Papier, Zeitung’ (aus vlat. folia ‘Blatt’, s. ↗Folie). Feuilletonist m. ‘Verfasser von kulturell-unterhaltsamen Zeitungsartikeln’ (1. Hälfte 19. Jh.), frz. feuilletoniste.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kulturbeilage · ↗Kulturteil (einer Zeitung)  ●  Feuilleton  franz.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufmacher Essay Glosse Leitartikel Liebling Medienseite Nachruf Redakteur Redakteurin Reportage Ressortleiter Rezension Rhein-Main-Zeitung Schlußseite Sonntagszeitung Spalte Tageszeitung Wegbereiter Wirtschaftsteil Zeitung abdrucken bundesdeutsch bürgerlich deutschsprachig geistern gestrig rezensieren seriös westdeutsch überregional

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Feuilleton‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich sehe für einige Zeit das Ende des klassischen politischen Feuilletons kommen.
Der Tagesspiegel, 04.05.2000
So hatte es sich jenes Feuilleton, das von jungen Schriftstellern immer "Wirklichkeit" forderte, kaum vorgestellt.
Süddeutsche Zeitung, 27.03.2000
Infolgedessen gelangte das Feuilleton besonders in Wien zu prächtiger Entfaltung.
Die Zeit, 01.12.1955, Nr. 48
Der Ton des Feuilletons ist nicht akademisch, sondern essayistisch und gefällig.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 437
Er war ein gewandter Publizist, wenn auch nicht im modernen Sinne; eine besondere Begabung hatte er für das Feuilleton.
Blos, Wilhelm: Denkwürdigkeiten eines Sozialdemokraten, Bd. 1. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1914], S. 5041
Zitationshilfe
„Feuilleton“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Feuilleton>, abgerufen am 17.10.2019.

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