Fiaker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fiakers · Nominativ Plural: Fiaker
WorttrennungFi-aker · Fia-ker (computergeneriert)
HerkunftFranzösisch
eWDG, 1967

Bedeutung

österreichisch
1.
Lohnkutsche, Mietwagen mit zwei Pferden
Beispiele:
in, mit einem Fiaker (vor)fahren
einen Fiaker mieten
[Melzer] hat an der Westbahn einen Fiaker genommen [DodererStrudlhofstiege68]
2.
Kutscher von 1
Beispiele:
dem Fiaker ein Trinkgeld geben
er spricht tschechisch, was hauptsächlich für den Verkehr mit den Lieferanten, den Fiakern, dem Küchenpersonal von Wichtigkeit ist [Kisch1,74]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fiaker m. ‘Mietkutsche, Lohnkutscher’, im 18. Jh. aus frz. fiacre ‘Mietkutsche’, benannt nach einem mit dem Bild des heiligen Fiacrius (frz. saint Fiacre) geschmückten Gebäude in Paris, wo bereits im 17. Jh. Kutschen vermietet werden. Die Bezeichnung wird bald auch auf den Kutscher übertragen. Fiaker ist besonders im bair.-öst. Raum heimisch, während sich im übrigen Sprachgebiet von Berlin aus ↗Droschke (s. d.) verbreitet.

Thesaurus

Synonymgruppe
Droschke · Fiaker · ↗Pferdedroschke
Oberbegriffe
Synonymgruppe
Fiaker · ↗Fuhrknecht · ↗Fuhrmann · ↗Kutscher · Pferdelenker · ↗Postkutscher  ●  ↗Postillon  franz.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ball Schaukelbursch Wiener

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fiaker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die rechtsstaatliche Ordnung ist kein Fiaker, aus dem man nach Belieben aussteigen kann.
Die Zeit, 10.06.1983, Nr. 24
Als ich etwa eine halbe Stunde Wegs zurückgelegt hatte, kam ein Fiaker hinter mir her.
Christ, Lena: Erinnerungen einer Überflüssigen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1912], S. 9127
Vor dem Hause schräg gegenüber in der breiten Straße war ein offener Fiaker vorgefahren, setzte sich aber bald wieder in Bewegung.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 240
Fiaker sieht der Diplomat von seinem neuen Arbeitsplatz aus jetzt keine mehr.
Die Welt, 21.01.2003
Unter dem Schutz des Regenschirms stieg er in den Fiaker.
Roth, Joseph: Radetzkymarsch, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1978 [1932], S. 384
Zitationshilfe
„Fiaker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fiaker>, abgerufen am 14.12.2018.

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