Fiasko, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fiaskos · Nominativ Plural: Fiaskos
Aussprache 
Worttrennung Fi-as-ko (computergeneriert)
Herkunft zu far fiascoital ‘durchfallen (von Theateraufführungen)’, eigentlich ‘eine Flasche machen’

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. starker Misserfolg
  2. 2. Zusammenbruch
eWDG

Bedeutungen

1.
starker Misserfolg
Beispiele:
er erlebte (mit seinem Theaterstück) ein Fiasko
die Firma erleidet ein (klägliches, peinliches) Fiasko nach dem anderen
umgangssprachlich Fiasko machen (= scheitern)
das Fiasko der damaligen Außenpolitik
2.
Zusammenbruch
Beispiele:
wenn wir nicht bald Kohlen bekommen, gibt es ein Fiasko!
Das ist das Versagen des Gedankens der Naturgesetze überhaupt. Das ist das Fiasko [ Benn1,46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fiasko n. ‘Mißerfolg (einer Theateraufführung), Zusammenbruch’, im ersten Viertel des 19. Jhs. wohl von ital. far fiasco, eigentlich ‘eine Flasche machen’, von Theateraufführungen ‘durchfallen’ (ital. un dramma fa fiasco ‘ein Theaterstück fällt durch’), in der Fügung Fiasko machen (zuerst ebenfalls von Bühnenaufführungen) ins Dt. übernommen. Da die Wendung auch ins Frz. entlehnt wird (frz. faire fiasco ‘keinen Erfolg in der Öffentlichkeit haben’), kann das frz. Vorbild die Verbreitung im Dt. befördert haben. Die Deutung des Ausdrucks ist unsicher. Es wird angenommen, daß ital. far fiasco für appiccare il fiasco ‘diffamieren’ (eigentlich ‘eine Flasche anhängen’) steht, wobei fiasco wie nhd. Flasche (s. d.) und andere Bezeichnungen für Hohlkörper eine abschätzige Bedeutung hat. Fiasko stammt wie Flakon (s. d.) letztlich aus dem Germ., gehört also auch etymologisch zu nhd. Flasche.

Thesaurus

Synonymgruppe
Debakel · Fiasko · Niederlage · Pleite · Verlust
Assoziationen
Synonymgruppe
Debakel · Desaster · Fiasko · Katastrophe  ●  GAU  Abkürzung
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Fiasko‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fiasko‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fiasko‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und darum wurde das Treffen im »Storchen« das erwartete Fiasko. [Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 1008]
Nicht ohne eigene Schuld sah sich die römische Politik einem Fiasko gegenüber. [Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8927]
Trotzdem endete die erste Phase der Bewegung mit einem Fiasko. [Panikkar, Kavalam Madhava: Neue Staaten in Asien und Afrika. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 10056]
Für die Kunden endet dies oft in einem finanziellen Fiasko. [Die Zeit, 08.10.1998, Nr. 42]
Und das Fiasko im "Dritten Reich", dessen Führer man bis zuletzt satirisch unterschätzte, spricht aus mehr als 500 Heften. [Die Zeit, 05.04.1996, Nr. 15]
Zitationshilfe
„Fiasko“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fiasko>.

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