Fiasko, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fiaskos · Nominativ Plural: Fiaskos
Aussprache
WorttrennungFi-as-ko (computergeneriert)
HerkunftItalienisch
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
starker Misserfolg
Beispiele:
er erlebte (mit seinem Theaterstück) ein Fiasko
die Firma erleidet ein (klägliches, peinliches) Fiasko nach dem anderen
umgangssprachlich Fiasko machen (= scheitern)
das Fiasko der damaligen Außenpolitik
2.
Zusammenbruch
Beispiele:
wenn wir nicht bald Kohlen bekommen, gibt es ein Fiasko!
Das ist das Versagen des Gedankens der Naturgesetze überhaupt. Das ist das Fiasko [Benn1,46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fiasko n. ‘Mißerfolg (einer Theateraufführung), Zusammenbruch’, im ersten Viertel des 19. Jhs. wohl von ital. far fiasco, eigentlich ‘eine Flasche machen’, von Theateraufführungen ‘durchfallen’ (ital. un dramma fa fiasco ‘ein Theaterstück fällt durch’), in der Fügung Fiasko machen (zuerst ebenfalls von Bühnenaufführungen) ins Dt. übernommen. Da die Wendung auch ins Frz. entlehnt wird (frz. faire fiasco ‘keinen Erfolg in der Öffentlichkeit haben’), kann das frz. Vorbild die Verbreitung im Dt. befördert haben. Die Deutung des Ausdrucks ist unsicher. Es wird angenommen, daß ital. far fiasco für appiccare il fiasco ‘diffamieren’ (eigentlich ‘eine Flasche anhängen’) steht, wobei fiasco wie nhd. ↗Flasche (s. d.) und andere Bezeichnungen für Hohlkörper eine abschätzige Bedeutung hat. Fiasko stammt wie ↗Flakon (s. d.) letztlich aus dem Germ., gehört also auch etymologisch zu nhd. Flasche.

Thesaurus

Synonymgruppe
Debakel · Fiasko · ↗Niederlage · ↗Pleite · ↗Verlust
Assoziationen
Synonymgruppe
Debakel · ↗Desaster · Fiasko · ↗Katastrophe  ●  ↗GAU  Abkürzung
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fiasko Mitschuld Schweinebucht Wiederholung anlasten außenpolitisch blutig diplomatisch drohen drohend enden erleben erleiden finanziell geraten gleichkommen grandios kläglich münden neuerlich peinlich programmieren prophezeien regelrecht schlittern schmählich total ultimativ ziemlich zusteuern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fiasko‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn wenn wir auch dieses Spiel verlieren, dann droht in 23 Monaten ein Fiasko.
Bild, 02.07.2004
Nach sieben Jahren vergeblicher Auswertung lag das Fiasko 1978 klar zutage.
Die Zeit, 18.03.1983, Nr. 12
Nicht ohne eigene Schuld sah sich die römische Politik einem Fiasko gegenüber.
Hoffmann, Wilhelm: Roms Aufstieg zur Weltherrschaft. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1963], S. 8927
Trotzdem endete die erste Phase der Bewegung mit einem Fiasko.
Panikkar, Kavalam Madhava: Neue Staaten in Asien und Afrika. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 10056
Und darum wurde das Treffen im »Storchen« das erwartete Fiasko.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 1008
Zitationshilfe
„Fiasko“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fiasko>, abgerufen am 15.12.2018.

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