Findling, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Findlings · Nominativ Plural: Findlinge
Aussprache
WorttrennungFind-ling (computergeneriert)
Wortzerlegungfinden-ling
Wortbildung mit ›Findling‹ als Erstglied: ↗Findlingsblock · ↗Findlingsstein
eWDG, 1967

Bedeutungen

1.
Findelkind
Beispiele:
einen Findling adoptieren
Mein Urgroßvater war ein Findling aus Schwaben [Stifter3,205]
herrenlos aufgefundenes Tier
Beispiel:
Nur ein Drittel der Findlinge wird von den Eigentümern abgeholt [Tageszeitung1962]
2.
erratischer Block
Beispiele:
ein riesiger, gewaltiger Findling
ein Findling aus Granit
einen Findling freilegen, transportieren
aus Findlingen aufgeschichtete Steingräber
für das Denkmal wurde ein Findling verwendet
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

finden · abfinden · Abfindung · erfinden · Erfindung · Erfinder · erfinderisch · unerfindlich · Fund · Fundgrube · Findelkind · Findling · findig · spitzfindig · ausfindig · fündig
finden Vb. ‘durch Zufall, durch Suchen, durch Nachdenken auf etw. stoßen’, ahd. findan (8. Jh.), mhd. vinden, asächs. fīðan, findan, mnd. mnl. nl. vinden, aengl. findan, engl. to find, anord. schwed. finna, got. finþan. Herkunft ungewiß. Vielleicht mit griech. paté͞in (πατεῖν) ‘auf etw. treten’ und lat. pōns (Genitiv pontis) ‘Knüppelweg, Brücke’ zur Wurzel ie. *pent(h)- ‘treten, gehen, worauf treten, antreffen, finden’ (s. auch ↗fahnden). abfinden Vb. ‘Ansprüche befriedigen’, reflexiv ‘sich zufriedengeben’ (16. Jh.); zuerst (14. Jh.) in der nd. Rechtssprache belegt mit der Bedeutung ‘durch Gerichtsurteil absprechen, aberkennen’. Abfindung f. ‘Befriedigung von Ansprüchen, Entschädigung’ (16. Jh.). erfinden Vb. ‘bisher noch nicht Vorhandenes ersinnen, erschaffen’, ahd. irfindan ‘erfahren, erkennen, erfassen’ (9. Jh.), mhd. ervinden ‘ausfindig machen, bemerken, erfahren’. Erfindung f. ‘das Ersonnene, Erschaffene’ (15. Jh.). Erfinder m. ‘wer bisher nicht Vorhandenes ersinnt, erschafft’ (15. Jh.), heute besonders im technischen Bereich. erfinderisch Adj. ‘einfallsreich’ (18. Jh.). unerfindlich Adj. ‘unerklärlich’, spätmhd. unervindelich. Fund m. ‘das Finden, das Gefundene’, in der Schwundstufe des Verbs, mhd. vunt, auch bergmannssprachlich ‘neuentdeckte Lagerstätte von Erzen’, dafür auch Fundgrube f. (14. Jh.), übertragen ‘Ort, wo eine Fülle von Erkenntnissen, Belehrungen anzutreffen ist’ (Ende 15. Jh.). Ursprünglich wohl zu ablautendem Fund gebildet und nachträglich (meist im 16. Jh.) an finden angelehnt sind: Findelkind n. ‘ausgesetztes, von Fremden gefundenes Kind’, vgl. mhd. vuntkint, dann auch frühnhd. vündelkint, zu frühnhd. vündel, vindel ‘Findelkind’, Deminutivum zu vunt. Findling m. ‘Findelkind’, mhd. vundelinc; seit dem 19. Jh. auch ‘ein durch Gletscher transportierter Gesteinsblock’. findig Adj. ‘erfinderisch, schlau’, mhd. vündec, vündic ‘erfinderisch, findbar’, seit dem 16. Jh. in der Form findig, s. aber unten fündig. spitzfindig Adj. älter spitzfündig, ‘listig, überklug’ (16. Jh.), vgl. auch spitzer Fund (Luther) und Spitzfund m. (16. Jh.) ‘überklug, trügerisch Erdachtes’. ausfindig Adj. älter ausfündig, meist in festen Wendungen ausfindig machen, werden ‘bekanntmachen, bekannt werden, herausfinden, erforschen’ (15. Jh.). fündig Adj. ‘Bodenschätze aufweisend, ergiebig’, seit dem 16. Jh. bedeutungsdifferenzierend die alte Form gegenüber findig (s. oben) bewahrend.

Thesaurus

Geologie
Synonymgruppe
Erratiker · Findling · erratischer Block
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Alte Taufe  ●  Heidentaufe  veraltet · Wolfstaufe  veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
Findelkind · Findling · Fundkind
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufschrift Baumstamm Block Eiszeit Grab Landschaft Stein aufstellen bearbeitet berühmt dick eiszeitlich gewaltig grau mächtig märkisch ragen rammen riesig rätselhaft schlicht schwer tonnenschwer unbehauen versperren wuchtig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Findling‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Von den fast 200 Findlingen stehen allerdings nur noch wenige.
Die Zeit, 13.06.2011, Nr. 24
Mit der Zeit entstand der weithin einmalige Park mit rund 180 bearbeiteten Findlingen.
Der Tagesspiegel, 08.01.2001
Ein Beispiel ist etwa der Film "Der Findling", die Geschichte eines von Hause entlaufenen Mädchens.
Kriegk, Otto: Der deutsche Film im Spiegel der Ufa, Berlin: Ufa-Buchverl. 1943, S. 295
Findlinge in ihrer weichen, abgeschliffenen runden Gestalt eignen sich ebenfalls weniger für ausgesprochene Steingärten.
Schacht, Wilhelm: Der Steingarten und seine Welt, Ludwigsburg: Ulmer 1953, S. 47
Leider nur sahen die geschilderten und friedlich gemalten Exemplare unseren Findlingen überhaupt nicht ähnlich.
Johst, Hanns: Die Torheit einer Liebe, München: Langen Müller 1942 [1930], S. 140
Zitationshilfe
„Findling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Findling>, abgerufen am 20.07.2019.

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