Fingerling, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Fingerlings · Nominativ Plural: Fingerlinge
Aussprache 
Worttrennung Fin-ger-ling
Wortzerlegung Finger -ling
Wortbildung  mit ›Fingerling‹ als Letztglied: Lederfingerling
eWDG

Bedeutungen

1.
Schutzhülle für einen (verletzten) Finger
Beispiel:
einen Fingerling aufsetzen
2.
Teil des Handschuhs, der einen Finger bekleidet
Beispiel:
einen Fingerling anstricken, ausbessern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Finger · fingern · Fingerling · Fingernagel · Fingerhut · Fingerzeig
Finger m. ‘jedes der fünf Endglieder der Hand’, ahd. fingar (8. Jh.), mhd. vinger, asächs. fingar, mnd. vinger, mnl. vingher, nl. vinger, aengl. engl. finger, anord. fingr, schwed. finger, got. figgrs. Germ. *fengra- kann auf eine Bildung mit ie. ro-Suffix zur ie. Form des Zahlworts fünf (s. d.) zurückgehen, so daß ie. *penku̯ro- anzusetzen wäre, das dann für ‘einen aus der Gesamtheit der fünf Finger’ gelten würde. Aber auch Anschluß an die Verbalwurzel von fangen (germ. *fanhan ‘fassen, ergreifen’) mit einem Ansatz ie. *penkro- ist möglich. Die einzelnen Finger haben bereits frühzeitig eigene Bezeichnungen: Daumen (s. d.); Zeigefinger m. (15. Jh.), dafür ahd. zeigāri (9. Jh.), mhd. zeiger; Mittelfinger m. (15. Jh.); Ringfinger m. (16. Jh.) oder Goldfinger m., ahd. goldfingar (Hs. 12. Jh.), mhd. goltvinger; kleiner Finger m. (16. Jh.). fingern Vb. ‘mit den Fingern sich an etw. zu schaffen machen, mit ihnen an etw. herumspielen’, mhd. vingern ‘mit den Fingern Zeichen machen, etw. berühren’. Fingerling m. ‘Schutzhülle für einen verletzten Finger’ (16. Jh.), vgl. mhd. vingerlinc ‘Fingerring, Siegelring’. Fingernagel m. ‘Hornschicht auf der Fingerkuppe’, mhd. vingernagel (14. Jh.). Fingerhut m. ‘Schutzkappe für den Mittelfinger beim Nähen’, ahd. fingarhuot (Hs. 13. Jh.). Fingerzeig m. ‘Hinweis, Wink’ (16. Jh.); vgl. mhd. vingerzeic ‘Tadel oder Hohn, indem man auf jmdn. mit dem Finger zeigt’.

Typische Verbindungen zu ›Fingerling‹ (berechnet)

gefüllt geschluckt schlucken sogenannt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fingerling‹.

Verwendungsbeispiele für ›Fingerling‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie wollen Fingerlinge im großen Stil produzieren und an kommerzielle Thunfisch‑Mastbetriebe verkaufen. [Die Zeit, 23.09.2013, Nr. 38]
Sie schützt die kostbaren Hände mit Fingerlingen und will den Eheanschein wahren. [Die Welt, 10.10.2005]
Die Zöllner mutmaßten, daß die Frauen diese Fingerlinge bereits auf dem Flug ausgeschieden haben. [Die Welt, 08.07.2005]
Am schwierigsten ist jedoch die Aufzucht der Fingerlinge in den ersten Wochen nach dem Schlüpfen. [Die Zeit, 23.09.2013, Nr. 38]
Zum Hantieren an der Ausrüstung empfiehlt sich ein im Fäustling getragener dünner Fingerling aus Wolle, Seide oder Kunstfaser. [Süddeutsche Zeitung, 03.02.1995]
Zitationshilfe
„Fingerling“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fingerling>.

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