Fingerspiel, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fingerspiel(e)s · Nominativ Plural: Fingerspiele
Aussprache [ˈfɪŋɐˌʃpiːl]
Worttrennung Fin-ger-spiel
Wortzerlegung FingerSpiel
DWDS-Vollartikel, 2020

Bedeutungen

1.
darstellendes Spiel vermittels der Finger
Beispiele:
Der Fragebogen enthält Fragen wie »Haben Sie Zeit, beim Wickeln mit dem Kind Fingerspiele zu machen?« [Die Zeit, 13.03.2014 (online)]
Zehn flinke Zappelzwerge: Fingerspiele [Buchtitel] für Kinder von 0–6 Jahren. [vom Wege, Brigitte, Wessel, Mechthild, Rieger, Fabienne, Zehn flinke Zappelzwerge, Freiburg: Herder Verlag 2011, Buchtitel]
Die vier Baukästen, die hier besprochen werden, bilden nur einen Teil seines »Ganzen von entwickelnd‑erziehenden Spiel‑ und Beschäftigungsmitteln«. Ihnen vorgeordnet ist ein Buch mit Fingerspielen und Kinderreimen, das »Mutter‑ und Koseliederbuch«[…]. [Hoffmann, Erika, Baukästen von Friedrich Fröbel, in: Deutsche Warenkunde, Berlin: Metzner 1939–1942, S. 362]
2.
geschickte, spielerische Bewegung der Finger
Beispiele:
Eine nach der anderen erscheinen sie in Abendkleidern und breiten die Arme aus wie knospende Zweige. Ihr Fingerspiel scheint geöffnete Blüten in die Luft zu zeichnen oder den zitternden Flügelschlag kleiner Singvögel nachzuahmen. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2004]
Mein Sohn Bernhard. Wie immer war er in Eile, wie immer hatte es nicht gereicht zu einer Ankündigung seines Besuchs, er stand plötzlich am Fußende des Bettes hier und versuchte, durch ausdauerndes Fingerspiel meine Aufmerksamkeit zu gewinnen […]. [Lenz, Siegfried, Heimatmuseum, Hamburg: Hoffmann und Campe 1978, S. 341]
Vor allem dann, wenn das überhöhte Selbstbild in Gefahr gebracht wird, wenn es um soziales Ansehen oder um Verschiebungen des Kräfteverhältnisses im sozialen Feld geht, gerät der Jugendliche in äußerste Spannung. Trotz starker willentlicher und intellektueller Übersteuerung, trotz des Bemühens, unbeteiligt zu wirken, verraten Blässe, unsteter Blick, nervöses Fingerspiel, wie zentral er ergriffen ist. [Werner, Reiner, Das verhaltensgestörte Kind, Berlin: Dt. Verl. d. Wiss. 1967, S. 100]
Neckische Fingerspiele, wie Knacken und Ineinanderflechten, Abspreizen der Finger, auch ein dauernd erhobener Zeigefinger – wie ein Spieß auf das Gegenüber oder den Nachbar gerichtet – sind unpassend. [Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 13]
das Räuspern und Hüsteln der alten Damen, die unter beständigem Fingerspiel den Spitzenschal um die Agraffe zogen, welche den Ausschnitt der beinernen Brüste mit Brillanten oder Granaten verdeckte, und die ungemein heiter schienen. [Langgässer, Elisabeth, Das unauslöschliche Siegel, Hamburg: Claassen & Goverts 1946, S. 228]

Typische Verbindungen zu ›Fingerspiel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Fingerspiel‹.

Zitationshilfe
„Fingerspiel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fingerspiel>, abgerufen am 25.11.2020.

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