Finte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Finte · Nominativ Plural: Finten
Aussprache
WorttrennungFin-te
Wortbildung mit ›Finte‹ als Erstglied: ↗fintenreich
eWDG, 1967

Bedeutung

abwertend listiger Vorwand, Täuschung
Beispiele:
zu einer Finte greifen
das ist nur eine Finte
auf eine Finte hereinfallen
eine Finte durchschauen
jmdn. durch listige Finten täuschen
Ich hielt es [seine Frage um Rat] für eine Finte und war zur Abwehr bereit [NossackSpirale58]
Fechten, Boxen Scheinangriff, der den Gegner über die wahren Absichten im Unklaren lassen soll
Beispiele:
eine Finte anwenden
wenn er Finten schlägt, die beim Boxen naturgemäß oft ... angewandt werden [H. W. FischerKörperschönheit26]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Finte f. ‘Vorwand, Ausflucht, Scheinhieb, -stoß’ (beim Fechten, Boxen). Als Ausdruck der Fechtkunst entlehnt (um 1600) aus ital. finta f., eigentlich ‘List’, einer Substantivierung des Part. Perf. von ital. fingere ‘vorgeben, heucheln’ (lat. fīnctus und fictus zu lat. fingere ‘bilden, erdichten, vorgeben’, s. ↗fingieren, ↗Fiktion). Der übertragene Gebrauch entwickelt sich im Dt. in der Mitte des 17. Jhs.

Thesaurus

Synonymgruppe
Finte · ↗Hinterlist · ↗List · ↗Streich · ↗Trick · ↗Tücke  ●  ↗Kniff  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bluff · Finte · ↗Gaukelei · ↗Gaunerei · ↗Irreführung · ↗List · ↗Manipulation · ↗Trickserei · Vorspiegelung falscher Tatsachen  ●  ↗Verarsche  derb · ↗Verarscherei  derb · ↗Verarschung  derb · ↗Veräppelung  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Finte(n) · Winkelzüge  ●  ↗Trickserei(en)  ugs. · krumme Tour(en)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antritt Ausflucht Bluff Dribbling Finesse Gegenspieler Haken Hinhaltetaktik Intrige Kniff List Schlich Trick Täuschung Volte bloß diplomatisch durchschauen entpuppen ersinnen fein gelungen geschickt hereinfallen juristisch raffiniert rhetorisch taktisch wittern Übersteiger

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Finte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Gegner des Vertrages von Rapallo suchten zur Untermauerung ihrer wankenden Positionen zu schlecht getarnten juristischen Finten zu greifen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1957]
Was so warmherzig dargeboten wird, ist eine eiskalte rhetorische Finte.
Süddeutsche Zeitung, 17.09.2001
Und erst recht ist seine Behauptung, er sehne sich nicht, er beschreibe, die pure Finte.
Der Tagesspiegel, 02.10.1998
Aber trotz angestrengtem gemeinsamem Suchen und Diskutieren vermochten wir die versteckte Finte nicht wahrzunehmen.
Zweig, Stefan: Schachnovelle, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1961 [1943], S. 25
Diese geheuchelte Ruhe war nichts als eine Finte, ihn auf andere Fährte zu locken.
Duncker, Dora: Großstadt. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1900], S. 15393
Zitationshilfe
„Finte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Finte>, abgerufen am 21.05.2019.

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