Firlefanz, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Firlefanzes · Nominativ Plural: Firlefanze
Aussprache 
Worttrennung Fir-le-fanz

Bedeutungsübersicht+

  1. [umgangssprachlich, abwertend] ...
    1. 1. Tand, überflüssiges Beiwerk
    2. 2. törichter Unsinn
    3. 3. jmd., der nur törichten Unsinn im Kopfe hat
eWDG, 1967

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend
1.
Tand, überflüssiges Beiwerk
Beispiele:
Papierschlangen, Girlanden überall, ein Dschungel von Firlefanz [FrischHomo faber108]
ohne Krawatte und Kragen und ohne den gezierten Firlefanz der Stadtbüblein [FedererBerge109]
2.
törichter Unsinn
Beispiele:
Firlefanz treiben
er hat nur Firlefanz im Kopf
ihm werden wir den Firlefanz schon austreiben!
3.
jmd., der nur törichten Unsinn im Kopfe hat
Beispiele:
Ihr Firlefanze, flügelmännische Riesen [GoetheFaustII 11670]
Der alte Haupt war ein unerträglicher Firlefanz [I. SeidelLabyrinth385]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Firlefanz m. ‘Läppisches, Albernes, wertloser Kram’. Spätmhd. firlifanz eine Art Tanz, aus voraufgehendem gleichbed. firlei, firlefei, das aus dem Afrz. stammt, vgl. afrz. vireli, ein in Kehrreimen auftretendes Wort, dann (in Anlehnung an afrz. lai ‘Gedicht’) umgestaltet zu virelai ‘Ringellied’ (13. Jh.). Ob der zweite Wortbestandteil -fanz als Angleichung an mhd. tanz anzusehen ist, bleibt fraglich. Vielleicht ist eher an Einfluß von mhd. vanz, alevanz ‘hergelaufener Schalk’ zu denken, dessen weitere Bedeutung ‘Schalkheit, Possen’ (vgl. nhd. Alfanzerei ‘Albernheit’) auch auf Firlefanz übergegangen sein kann.

Thesaurus

Synonymgruppe
Blödsinn · ↗Humbug · ↗Nonsens · ↗Unfug · ↗Widersinn  ●  Nonsense  engl. · ↗Unsinn  Hauptform · dümmliches Gerede  variabel · ↗Blech  ugs. · ↗Bockmist  ugs. · ↗Bullshit  derb, engl. · Driss  ugs. · Dummfug  ugs. · ↗Fez  ugs. · Firlefanz  ugs. · ↗Gefasel  ugs., abwertend · ↗Gelaber  ugs. · ↗Geschwafel  ugs. · ↗Gewäsch  ugs. · ↗Heckmeck  ugs. · ↗Kappes  ugs. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kohl  ugs. · ↗Kokolores  ugs. · ↗Krampf  ugs. · ↗Käse  ugs. · ↗Mist  ugs. · ↗Mumpitz  ugs. · ↗Papperlapapp  ugs. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quark  ugs. · ↗Quatsch  ugs. · Quatsch mit Soße  ugs., berlinerisch · ↗Scheiß  derb · ↗Scheiße  derb · ↗Schmarren  ugs. · ↗Schmarrn  ugs. · ↗Schmonzes  ugs. · ↗Schmu  ugs. · ↗Schmäh  ugs., österr. · Schwachfug  derb · ↗Schwachsinn  ugs. · ↗Sottise(n)  geh., franz. · ↗Stuss  ugs. · ↗Tinnef  ugs. · dummes Zeug  ugs. · geistiger Durchfall  derb · geistiger Dünnschiss  derb · gequirlte Scheiße  derb · saudummes Zeug  ugs., süddt.
Assoziationen
Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · Driss  ugs., kölsch · Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bair. · ↗Glumpert  ugs., bair., österr. · Graffel  ugs., österr., bair. · Grusch  ugs. · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · ↗Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen
Synonymgruppe
(Sachen) ohne praktischen Nutzwert · Dekoobjekte · Firlefanz · ↗Flitter(kram) · ↗Klimbim · Lifestyle-Krempel · ↗Nippes · ↗Schnickschnack · schmückendes Beiwerk  ●  Nippsachen  Hauptform · ↗Staubfänger  ironisch, fig., abwertend
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Firlefanz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Firlefanz‹.

Verwendungsbeispiele für ›Firlefanz‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dieser Firlefanz ist wirklich nicht geeignet, die Bürger im nächsten Jahr davon zu überzeugen, Rot-Grün durch Rot-Gelb zu ersetzen.
Der Tagesspiegel, 22.04.2001
Doch man lasse sich durch den Firlefanz nicht von der Lektüre abhalten.
Die Zeit, 22.07.1999, Nr. 30
Man muß ohne viel Firlefanz so weitermachen und genau zuhören, ohne sich viel dreinreden zu lassen.
Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 0
Obwohl meine Träume eher rechteckig als nostalgisch sind, probiert sie allerlei Firlefanz an ihnen aus.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 46
Er schob den Firlefanz zur Seite, legte ein Blatt vor mich hin und reichte mir seinen Kuli.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 43
Zitationshilfe
„Firlefanz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Firlefanz>, abgerufen am 10.08.2020.

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