Fischbein, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungFisch-bein (computergeneriert)
WortzerlegungFischBein
eWDG, 1967

Bedeutung

aus den Barten bestimmter Wale gewonnenes hornartiges Material, das früher für Modeartikel, besonders für Korsettstäbe, verwendet wurde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fisch · fischen · Fischer · Fischerei · fischig · Fischbein
Fisch m. im Wasser lebendes Wirbeltier mit Schwimmflossen und Kiemenatmung, ahd. fisc (8. Jh.), mhd. visch, asächs. fisk, mnd. visch, mnl. visc, nl. vis, aengl. fisc, engl. fish, anord. fiskr, schwed. fisk, got. fisks haben außergerm. nur in gleichbed. lat. piscis und mir. iasc vergleichbare Parallelen. Auf den genannten Formen beruht ein Ansatz ie. *peisk-, *pisk- ‘Fisch’. Seebold in: Festschr. Knobloch (1985) 443 ff. verbindet diese nur westie. Formen mit aind. pitúḥ ‘Nahrung, Speise’, aslaw. pišta, woraus russ. píšča (пища) ‘Nahrung’, ferner mit lit. piẽtūs ‘Mittagsmahl’, air. ith ‘Getreide’ und geht von ie. *peitos ‘Nahrung’ (zur Wurzel ie. *peit- ‘nähren’) aus, das nach Trennung der indoeuropäischen Stämme über ie. *peitsk-, *pitsk- teilweise auf ‘Fisch’ (als ‘Zukost’ zum Brot u. dgl.) übertragen worden sei. fischen Vb. ‘Fische fangen, angeln’, ahd. fiscōn (9. Jh.), mhd. mnd. vischen, asächs. fiskon, aengl. fiscian, engl. to fish, anord. schwed. fiska, got. fiskōn; vgl. auch lat. piscārī. Fischer m. ‘wer Fische fängt’, ahd. fiscāri (9. Jh.), mhd. vischære. Fischerei f. ‘Fischfang, Zucht von Nutzfischen’, mhd. vischerīe. fischig Adj. ‘fischähnlich, nach Fisch riechend’, mhd. vischec. Fischbein n. Horn(stäbchen) aus den Barten der Bartenwale (16. Jh.), wohl verkürzt aus allerdings jünger belegtem (18. Jh.) Walfischbein; s. ↗Bein ‘Knochen’.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fischbein beschloß, sein körperliches Unbehagen, das er inzwischen wieder deutlich spürte, durch einen weiteren Sherry zu besänftigen.
Kopetzky, Steffen: Grand Tour, Frankfurt am Main: Eichborn 2002, S. 944
Natürlich kann Professor Fischbein keine bestochenen Baudezernenten auf Vorrat stapeln.
Die Zeit, 23.03.1962, Nr. 12
Natürlich werden die Frauen heute nicht mehr mit den ins Mieder eingelegten Fischbeinen geschnürt und die Stoffe sind leichter geworden.
Süddeutsche Zeitung, 10.04.2001
Und dann setzte sich der Triton mit seinen Fischbeinen bei der Feuerschänke auf den Hafenrand.
Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 10316
Später fertigten die Menschen aus dem kunststoffartigen Fischbein Peitschen, Schnürleiber und Flechtwaren.
Die Zeit, 17.10.2005, Nr. 42
Zitationshilfe
„Fischbein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fischbein>, abgerufen am 12.12.2019.

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