Fischbein, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Fischbein(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache 
Worttrennung Fisch-bein
Wortzerlegung Fisch Bein
Wortbildung  mit ›Fischbein‹ als Erstglied: Fischbeinstab
eWDG

Bedeutung

aus den Barten bestimmter Wale gewonnenes hornartiges Material, das früher für Modeartikel, besonders für Korsettstäbe, verwendet wurde
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fisch · fischen · Fischer · Fischerei · fischig · Fischbein
Fisch m. im Wasser lebendes Wirbeltier mit Schwimmflossen und Kiemenatmung, ahd. fisc (8. Jh.), mhd. visch, asächs. fisk, mnd. visch, mnl. visc, nl. vis, aengl. fisc, engl. fish, anord. fiskr, schwed. fisk, got. fisks haben außergerm. nur in gleichbed. lat. piscis und mir. iasc vergleichbare Parallelen. Auf den genannten Formen beruht ein Ansatz ie. *peisk-, *pisk- ‘Fisch’. Seebold in: Festschr. Knobloch (1985) 443 ff. verbindet diese nur westie. Formen mit aind. pitúḥ ‘Nahrung, Speise’, aslaw. pišta, woraus russ. píšča (пища) ‘Nahrung’, ferner mit lit. piẽtūs ‘Mittagsmahl’, air. ith ‘Getreide’ und geht von ie. *peitos ‘Nahrung’ (zur Wurzel ie. *peit- ‘nähren’) aus, das nach Trennung der indoeuropäischen Stämme über ie. *peitsk-, *pitsk- teilweise auf ‘Fisch’ (als ‘Zukost’ zum Brot u. dgl.) übertragen worden sei. fischen Vb. ‘Fische fangen, angeln’, ahd. fiscōn (9. Jh.), mhd. mnd. vischen, asächs. fiskon, aengl. fiscian, engl. to fish, anord. schwed. fiska, got. fiskōn; vgl. auch lat. piscārī. Fischer m. ‘wer Fische fängt’, ahd. fiscāri (9. Jh.), mhd. vischære. Fischerei f. ‘Fischfang, Zucht von Nutzfischen’, mhd. vischerīe. fischig Adj. ‘fischähnlich, nach Fisch riechend’, mhd. vischec. Fischbein n. Horn(stäbchen) aus den Barten der Bartenwale (16. Jh.), wohl verkürzt aus allerdings jünger belegtem (18. Jh.) Walfischbein; s. Bein ‘Knochen’.

Verwendungsbeispiele für ›Fischbein‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich werden die Frauen heute nicht mehr mit den ins Mieder eingelegten Fischbeinen geschnürt und die Stoffe sind leichter geworden. [Süddeutsche Zeitung, 10.04.2001]
Und dann setzte sich der Triton mit seinen Fischbeinen bei der Feuerschänke auf den Hafenrand. [Scheerbart, Paul: Immer mutig! In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1902], S. 10316]
Später fertigten die Menschen aus dem kunststoffartigen Fischbein Peitschen, Schnürleiber und Flechtwaren. [Die Zeit, 17.10.2005, Nr. 42]
Als Randeinlagen verwendete er, dem Beisp. holl. Geigenbauer folgend, häufig Fischbein. [Senn, Walter: Lupot (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1960], S. 45487]
Zitationshilfe
„Fischbein“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fischbein>.

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