Fisimatenten

GrammatikSubstantiv · wird nur im Plural verwendet
Aussprache
WorttrennungFi-si-ma-ten-ten
Herkunftungeklärt
DWDS-Vollartikel, 2018

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend von jmdm. ausgehende unnötige, störende, behindernde Schwierigkeiten oder Umständlichkeiten; törichter Unfug
Beispiele:
Einer von ihnen [den Männern] öffnete die Wagentür und sagte ohne Umschweife zu dem Männchen, das hinten im Taxi kauerte: »Na los, mein Lieber, komm raus . . . und keine Fisimatenten [Süddeutsche Zeitung, 15.02.1992]
Mit Wohlgefallen entsinnen sich deutsche Waffenproduzenten der letzten grossen Koalition, die kaum je Fisimatenten machte und nebst vielem anderem auch zügig die Lieferung einer ganzen Waffenfabrik nach Saudiarabien genehmigte. [Neue Zürcher Zeitung, 30.07.2014]
Kräftige Saucen und eindrucksvolles Aroma überall [bei allen Speisen dieses Restaurants]; kein Schnickschnack, keine Fisimatenten. [Die Zeit, 11.09.2008, Nr. 38]
Die [Stiftung] will zurück zum seriösen Geschichtsunterricht: eigenständiges Fach ohne sozialkundliche Fisimatenten, verbindliches Prüfungsfach im Abitur, keine Verengung des Horizonts auf jüngste Geschichte, solides Wissen, echte Bildung. [Süddeutsche Zeitung, 10.08.2001]
Die malaiische Mehrheit der Bevölkerung steht voll hinter dem Ermächtigungsgesetz, das den Behörden das Recht gibt, Verdächtige […] ohne juristische Fisimatenten aus dem Verkehr zu ziehen. [Der Spiegel, 19.12.1988]
»Eure Zimmer sind wirklich keine Augenweide«, schimpfe ich. »[…] Jetzt wird aufgeräumt! Keine Fisimatenten (= Ausflüchte) [Welt am Sonntag, 08.03.2015, Nr. 10]
Kollokation:
als Akkusativobjekt: [keine] Fisimatenten machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Fisimatenten Plur. ‘Schwierigkeiten, Ausflüchte, Scherereien’. Die Herkunft ist unklar, doch legt die Lautgestalt eine lat. Ausgangsform nahe. Im 16. Jh. bezeugtes visepatenten ‘dummes Zeug, Nichtigkeiten’ (mnd. visepetenten) läßt an ein kanzleisprachliches mlat. *visae patentes (litterae) ‘ordnungsgemäß geprüfte Patente’ (s. ↗Patent und ↗Visum) denken. Die m-Form (zuerst westmd. visimetent ‘Ausschmückung, Erfindung’, 1499) kann durch Einfluß von mhd. visament(e) f. n. ‘Gesicht, Aussehen, kunstgerechte Auszierung und Beschreibung eines Wappens’ (französierend zu mhd. visieren, s. ↗visieren) entstanden sein, während die geringschätzige Bedeutung sich aus der Verspottung bürokratischen Handelns entwickelt haben mag. Weitere Erklärungsversuche bei Storfer Dickicht (1937) 32 ff.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geschichten (machen) · ↗Ärger (machen)  ●  Fisimatenten  ugs. · ↗Sperenzchen  ugs. · ↗Theater  ugs. · ↗Zicken  ugs.
Assoziationen
Zitationshilfe
„Fisimatenten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Fisimatenten>, abgerufen am 21.11.2019.

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